Mineralische Rohstoffe

Aktuelles

Raumordnungsplan betreffend die Gewinnung von mineralischen Gesteinsrohstoffen in Tirol

Die Landesregierung hat am 15. September 2020 auf Antrag des zuständigen Landesrates Mag. Johannes Tratter den Raumordnungsplan „Gesteinsgewinnungskonzept Tirol 2020“ beschlossen. Die wesentlichen Teile des Konzeptes sind die Bestandsaufnahme der Produktions- und Vorratssituation in den aktiven Abbaustandorten des Landes mit einer Übersicht über die regionale Versorgungssituation in den Bezirken.

Im Weiteren werden die wesentlichen Nutz- und Schutzinteressen des Landes im Zusammenhang mit der Gewinnung mineralischer Gesteinsrohstoffe sowie Maßnahmen für eine verbrauchernahe Versorgung dargelegt. Der Raumordnungsplan ist die Grundlage für die raumordnungsfachliche Stellungnahme in den Genehmigungsverfahren nach dem Mineralrohstoffgesetz, in dem das Land Parteistellung hinsichtlich der überörtlichen Raumordnung hat. Er soll zusätzlich eine fachlich fundierte Information und Hilfestellung für Unternehmer, Behörden und Sachverständige bieten.

Gesteinsgewinnungskonzept
Mineralrohstoffgesetz
Abbauverbotsbereiche-Übersicht


Rohstoffbeirat

Zur Beratung der Entscheidungsträger auf Landesebene und von Abbauunternehmen bei der strategischen Planung der langfristigen Rohstoffvorsorge sowie als Fachgremium bei der Fortschreibung des Tiroler Gesteinsabbaukonzeptes wurde der Tiroler Rohstoffbeirat eingerichtet. In der Kerngruppe des Rohstoffbeirates sind die nachstehend angeführten Personen vertreten.

Der Beirat verstärkt sich bei Bedarf mit weiteren Fachleuten.

Mag. Mag. (FH) Christian Drechsler, Abteilung Raumordnung und Statistik

Mag. Thomas Figl, Landesgeologie

Herr Alfred Lerchbaumer, Vereinigung der Tiroler Schotter-, Beton- und Transportbetonwerke

Mag.a Kathrin Maizner, Wirtschaftskammer Tirol, Sparte Industrie

Mag. Christian Plössnig, Abteilung Umweltschutz

Dipl.– Ing. Martin Sailer, Abteilung Raumordnung und Statistik (Organisation)

Dr. Reinhard Schretter, Fachvertreter Stein- und keramische Industrie

Dipl.- Ing. Dr. Hans-Peter Schroll, Leiter der Bezirksforstinspektion Kufstein

Mag. Bernd Tamanini, Bezirkshauptmannschaft Landeck – Gewerbe und Wirtschaft

Mag. Walter Tschon, Büro Landesumweltanwalt

Die Koordination erfolgt durch die Abteilung Raumordnung und Statistik: 

martin.sailer@tirol.gv.at.

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Wasserbausteine und Werksteine

Wasserbausteine werden zur Ufersicherung an Gewässern, Werksteine für Hangsicherungen und Böschungen verwendet. In einem Gebirgsland wie Tirol sind sie somit beinahe unentbehrlich, wenngleich sie einen kleinen Anteil an der gesamten Gesteinsproduktion im Land stellen.

Geeignetes Gesteinsmaterial kann relativ einfach aus Block- und Felsstürzen gewonnen werden, oder mittels Sprengung aus kompakten Felsgesteinen mit nachfolgender gezielter Zerkleinerung auf bestimmte Größen. Eingekauft und verbaut wird es v.a. von öffentlichen Stellen (Baubezirksämter, Gebietsbauleitungen der Wildbach- und Lawinenverbauung, Güterwegebau).

Inklusive dem privaten Bedarf, bspw. zur Sicherung von Bauplätzen, lag der durchschnittliche jährliche Bedarf in den letzten Jahren bei etwa 400.000 Tonnen. Im Zuge der Aktualisierung der Gesteinsgewinnung im Land wurde eine höhere durchschnittliche Jahresproduktion erhoben (siehe Liste der Abbaue). Das erklärt sich damit, dass vor allem von den Abbauen auf hochwertiges silikatisches Gestein im Tiroler Oberland nach Vorarlberg und ins Allgäu „exportiert“ wurde. Andererseits wurden mangels eigener Abbaue im Tiroler Unterland größere Mengen von Abbauen im Pinzgau nach Tirol „importiert“.

Seitens der genannten öffentlichen Stellen wird in etwa mit einem gleichbleibenden Jahresbedarf gerechnet. Ein größerer zusätzlicher Bedarf kann immer wieder infolge von Katastrophenereignissen auftreten. Dies könnte auch beim Projekt der internationalen Rheinregulierung Rhesi (Rhein-Erholung und Sicherheit) der Fall sein. Hier besteht ab dem Jahre 2024 ein großer Bedarf, der vor Ort nicht gedeckt werden kann.

 

Tabelle Wasserbausteine- und Werksteine aus MinroG-Abbauen 2020


Rohstoffsicherung

Schätzungen zufolge gehen österreichweit täglich etwa 20 ha rohstoffführende Flächen verloren! Auch im Gebirgsland Tirol ist eine konfliktfreie Rohstoffgewinnung nicht selbstverständlich, denn diese erfolgt aufgrund der Rohstoffgeologie und der Wirtschaftlichkeit vielfach im Dauersiedlungsraum und damit in Siedlungsnähe.

Die Sicherung der Rohstoffbasis bei den bestehenden Abbaustandorten ist eine wesentliche unternehmerische Aufgabe der abbauenden und weiterverarbeitenden Unternehmen. Die vorausschauende Rohstoffsicherung ist aber auch eine gesetzliche Aufgabe der überörtlichen Raumordnung. Die Rohstoffpotenziale müssen langfristig von konkurrierenden Nutzungen, vor allem vor Baulandwidmungen auch im Nahbereich, freigehalten werden.

Der Österreichische Rohstoffplan

Die Landesraumordnung hat in Kooperation mit dem zuständigen Bundesministerium weitgehend konfliktfreie Rohstoffpotenziale festgestellt. Es sind dies etwa 100 Lockergesteins- und Festgesteinspotenziale für die klassischen Baurohstoffe (Kiese und Sande), für hochwertige Verwendungen (Carbonate) und für spezielle Verwendungen (Buntmetalle, Industrieminerale, Eisen- und Stahlveredler).

Auf Anfrage erteilt die Landesraumordnung detaillierte Auskünfte zu den Rohstoffpotenzialen.

Der Österreichische Rohstoffplan
Rohstoffpotenziale in Tirol - Übersichtskarte


Rohstoffprospektion

Die Rohstoffqualität ist nicht nur ein betriebswirtschaftlich entscheidender Faktor. Auch in Bezug auf die nachhaltige Nutzung von Gesteinsressourcen sind damit weitreichende Auswirkungen verbunden wie bspw. der Aufbereitungsaufwand, der Bedarf an Waschwasser und Deponieraum, die Einsatzmöglichkeiten der hergestellten Gesteinsrohstoffe. Ein wesentliches Ziel des Interreg IV – Projektes GeoResources „Natursteinressourcen in Nord-, Ost-, und Südtirol“, das im Frühjahr 2015 abgeschlossen sein wird, ist die Erarbeitung eines Untersuchungsstandards für Rohstoffpotenziale.

GeoResources
Kurzfassung


Raumordnungsplan Rohstoffgewinnung am Vomperbacher Schwemmfächer

Die Tiroler Landesregierung hat am 20.5.2008 den "Raumordnungsplan Rohstoffgewinnung am Vomperbacher Schwemmfächer" beschlossen.

Der Schwemmfächer des Vomperbaches ist eines der größten und hochwertigsten Lockergesteinsvorkommen Tirols. Ziel des Raumordnungsplanes war die nachhaltige Bewirtschaftung des östlichen Bereiches der Lagerstätte unter Abstimmung der Nutzungs- und Schutzinteressen. Mittlerweile liegen die behördlichen Genehmigungen für den Abbau vor. Das Abbauunternehmen hat hinsichtlich der Umsetzung der im Raumordnungsplan angeführten Maßnahmen eine Stellungnahme abgegeben.

Erläuterungsbericht 

Planbeilage (klein)

Evaluierung und Umsetzung (2018)