Georgskapelle

Bereits zur Zeit Kaiser Maximilians befand sich an der Stelle des heutigen Innenhofes des Alten Landhauses eine dem Heiligen Georg geweihte Kapelle. Dieser war bis zum Jahr 1772 Tiroler Landespatron. Mit dem Neubau des Landhauses in den Jahren 1725 bis 1734 wurde auch die Georgskapelle von 1728 bis 1731 neu errichtet. In den Jahren 1896 und 1948 wurde die Landhauskapelle einer gründlichen Restaurierung unterzogen, die bisher letzte Generalsanierung konnte 1997 mit der Innenrenovierung abgeschlossen werden.

Mit ihrer platzbeherrschenden Außenarchitektur und dem üppig stuckierten Innenraum gehört die Georgskapelle zu den qualitätsvollsten sakralen Baudenkmälern des Hochbarock in Tirol. Ihre von vier Pilastern und einem großen Bogen eingefasste Fassade hat Georg Anton Gumpp nach römischen Vorbildern frei gestaltet. Das Innere der Kapelle stellt sich als rechteckiger Saalraum mit Tonnengewölbe und stark eingezogener, von Säulen flankierter Altarapsis dar. Geprägt wird der helle Raum vom überaus reichen weißen Stuckkleid der Innsbrucker Bildhauer Anton Gigl, Andrä Gratl und Johann Singer.

Im Jahr 2005 wurde der Heilige Georg mit Beschluss des Tiroler Landtages dem Heiligen Josef wieder als zweiter Landespatron zur Seite gestellt

Fassade der Hoffnung

Anlässlich des Landesgedenkjahres 1809-2009 schuf der Ladiner Bildhauer Lois Anvidalfarei für die leer stehenden Nischen der Georgskapelle vier Fassadenfiguren. Mit den Skulpturen „Das haltlose Böse“, „Das Entsetzen über das Böse“, "Die Bekehrung" und „Die Segnung“ hat der Künstler vier wesentliche Momente aus der Legende des heiligen Georg ausgewählt und diese zeitgemäß interpretiert, in dem er in einer „Fassade der Hoffnung“ den Kampf und die Auseinandersetzung von Gut und Böse in jedem einzelnen Menschen und in der Gesellschaft zum Ausdruck bringen möchte.

Neue Orgel in historisierender Bauweise

Im Zuge von Restaurierungsarbeiten wurde dem bereits vorhandenen Gehäuse ein neues Orgelwerk eingebaut, bei dem man sich als Besonderheit für eine historisierende Bauweise entschied. Handgeschmiedete Nägel und Schrauben sowie eine mit gebrochener Oktave ausgeführte Manual- und Pedalklaviatur seien hier beispielhaft erwähnt.

Gratiskonzerte in der Georgskapelle (aktuell finden pandemiebeding keine Konzerte statt!)

Jeweils am letzten Donnerstag im Monat (Ausnahme Ferienzeiten) finden in Zusammenarbeit mit dem Landeskonservatorium öffentlich frei zugängliche Orgelkonzerte statt. StudentInnen der Orgelklasse bieten Orgelmusik auf hohem Niveau. Auch in der Vorweihnachtszeit dürfen wir Sie an den vier Adventwochenenden zu stimmungsvollen Konzerten in die Georgskapelle einladen.

Berufsschüler gestalten Volksaltar

Seit April 2021 verfügt die Georgskapelle über einen in weiß lackiertem Eiche-Massivholz gefertigten Volksaltar, der im Rahmen eines Abschlussprojektes von Schülern der Tiroler Fachberufsschule für Holztechnik umgesetzt worden ist. Mit einem ausgeklügelten Stecksystem versehen, kann der Altar innerhalb weniger Minuten ohne Werkzeug ab- und wieder aufgebaut werden - etwa, um Platz für Konzerte zu schaffen.

Neuer Volksaltar

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Informationen und Kontakt

Telefonische Auskünfte über die Öffnungszeiten der Georgskapelle, über öffentlich zugängliche Veranstaltungen und Konzerte sowie über die Möglichkeit einer Anmietung der Räumlichkeiten erhalten Sie in der Landtagsdirektion, Eduard-Wallnöfer-Platz 3, 6020 Innsbruck.

Tel.: 0512/508-3012
E-Mail: landtagsdirektion@tirol.gv.at