LTP van Staa begrüßt Landtagsdelegation aus Jeollanam-do

Freundschaftsvertrag mit südkoreanischem Provinzlandtag unterzeichnet

Kategorien: Landtag
Vizepräsident Wook und Präsident van Staa bei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages, flankiert von KO Wolf, KO Haselwanter-Schneider, KO Federspiel, KO Mair, KO Reheis, Vizepräsident Weratschnig und Delegationsmitgliedern aus Südkorea
Vizepräsident Wook und Präsident van Staa bei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages, flankiert von KO Wolf, KO Haselwanter-Schneider, KO Federspiel, KO Mair, KO Reheis, Vizepräsident Weratschnig und Delegationsmitgliedern aus Südkorea

Angeführt vom Vizepräsidenten des Landtages der Provinz Jeollanamdo Kwon Wook besuchte heute eine Delegation aus der Republik Korea den Tiroler Landtag. Jeollanamdo ist eine Provinz im Südwesten des Landes mit einer Fläche von 11.987 km² und rund 2 Millionen Einwohnern.

Schon seit längerer Zeit bestehen aufgrund des Wirkens zweier Tiroler Ordensfrauen in Jeollanamdo enge Beziehungen zu Tirol. Marianne Stöger und Margit Pissarek brachen nach ihrer Ausbildung zu Krankenschwestern in den 1960er Jahren nach Südkorea auf und widmeten sich dort auf der „Leprainsel“ Sorok sowohl medizinisch als auch menschlich den dort unter schlimmsten Zuständen sozial völlig isoliert lebenden Kranken. Stöger und Pissarek blieben über 40 Jahre auf dieser Insel, verbesserten dort die hygienische und medizinische Versorgung, errichteten eine Leprastation mit Krankenhaus und Pflegetrakt und senkten damit die Zahl der Neuerkrankungen erheblich. 2005 kehrten die beiden Ordensfrauen nach Österreich zurück.

LTP van Staa betonte in seinen Begrüßungsworten die schon seit längerer Zeit bestehenden guten Kontakte zu Jeollanamdo. Er hoffe, dass diese Kontakte in nächster Zeit noch vertieft werden können. Vizepräsident Wook bedankte sich für die Einladung. Die Initiative zur Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages zwischen den beiden Landtagen sei auch deshalb von ihm ausgegangen, weil man hoffe, damit das Lebenswerk der beiden Schwestern aus Tirol durch gemeinsame Aktivitäten noch besser zu würdigen. „Als Schwester Marianne und Schwester Margit vor 40 Jahren nach Sorok gekommen sind, war Korea eines der ärmsten Länder der Welt. Die beiden Frauen hatten den Mut, hier zu helfen, wo keiner geholfen hat. Sie sind daher auch heute noch in der südkoreanischen Gesellschaft hoch geachtet“, so Wook. „Unser Ziel ist es, das Leben der beiden Frauen über die Grenzen Koreas hinaus in der ganzen Welt zu würdigen“.

Vizepräsident Wook und Präsident van Staa unterzeichneten im Anschluss an die Unterredung eine Absichtserklärung zur gegenseitigen Zusammenarbeit zwischen den beiden Landtag mit dem Ziel, die beiden aus Tirol stammenden Krankenschwestern Marianne Stöger und Margit Pissarek der internationalen Gesellschaft bekannt zu machen und im Vorhaben zu kooperieren, dass die beiden als Kandidatinnen für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden.

Am Rande des Treffens wurde auch die aktuelle politische Lage auf der koreanischen Halbinsel thematisiert. Sowohl Vizepräsident Wook als auch weitere Delegationsmitglieder betonten, dass man in Südkorea die Lage wohl etwas weniger dramatisch einschätze als in den USA oder Europa. Man habe im Lauf der vergangenen Jahrzehnte mit der potentiellen Bedrohung aus dem Norden zu leben gelernt und gehe daher gelassener mit der aktuellen Situation um. Sollte es tatsächlich zu einer militärischen Auseinandersetzung kommen, so müsse man sich allerding bewusst sein, dass nicht nur Südkorea, sondern die ganze Welt davon betroffen sei.