Teilwälder

 
Die Teilwälder in Tirol stellen eine regionale rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Besonderheit dar. Sie bestehen in den Bezirken Lienz, Innsbruck-Land, Innsbruck-Stadt, Reutte, Imst, Schwaz und Kufstein.

Als Teilwälder bezeichnet man Waldkomplexe, an denen – im Gegensatz zu sog. unverteiltem Wald – Teilwaldrechte bestehen. 

Unter Teilwaldrechten versteht man ausschließliche Holz- und Streunutzungsrechte,

  • die in der Regel mit einer Stammsitzliegenschaft (= bücherliche Einlagezahl) verbunden sind,
  • auf einer abgegrenzten Teilfläche bestehen
  • und deren Grundeigentümer eine Gemeinde oder eine Agrargemeinschaft ist.

Teilwaldrechte gelten als Anteilsrechte im Sinne des  Tiroler Flurverfassungslandesgesetz 1996.

Als öffentliche Rechte sind Teilwaldrechte – wie Anteilsrechte an einer Agrargemeinschaft – nicht pfändbar, nicht verpfändbar, nicht belastbar, können nicht ersessen werden und ihre Nichtnutzung kann zu keiner Verjährung führen.

Die öffentliche Rechtsnatur der Teilwaldrechte bedingt, dass alle Verfügungen, die Teilwaldrechte unmittelbar betreffen oder Verfügungen, die eine Stammsitzliegenschaft, mit welcher Teilwaldrechte verbunden sind, verkleinern agrarbehördlich zu genehmigen sind.