Weidepflege

Die Pflege der Weideflächen ist eine wesentliche Voraussetzung für die nachhaltige Nutzbarkeit der Almen

Schwenden von Almrosen auf der Ganatsch-Alm in Flirsch
Schwenden von Almrosen auf der Ganatsch-Alm (Flirsch)
Mulchen von Zwergsträuchern auf der Birgitzer-Alm
Mulchen von Zwergsträuchern auf der Birgitzer-Alm


Die Pflege der Weideflächen ist eine wesentliche Voraussetzung für die nachhaltige Nutzbarkeit der Almen. Die Kenntnisse um den Wert einer guten Weide sowie das Erkennen der notwendigen Maßnahmen, um Platzräubern, Giftpflanzen und der drohenden Verwaldung entgegen zu wirken, sollten den Almbauern bestärken, seine Alm- und Weideflächen nachhaltig zu bewirtschaften. Einige wichtige Punkte für die Erhaltung der Weideflächen werden im Folgenden angeführt.

Weidemanagement

(ein gutes Weidemanagement ist eine wesentliche Voraussetzung für qualitativ hochwertige Weideflächen)

  • Angepassten Viehbesatz rechtzeitig auftreiben
  • Sumpf- und Nassstellen auszäunen wegen Infektionsgefahr mit Lungenwürmern und Leberegeln
  • Keine Unter- oder Übernutzung der Weideflächen (zu empfehlen ist die Koppelwirtschaft mit 4 bis 5 Koppeln, d.h. „Fresskoppel + Pflegekoppel + 2-3 Ruhekoppeln“)

Unkrautbekämpfung

Chemische Unkrautbekämpfung (auch Punktbekämpfung = chemischer Einzelpflanzenschutz) ist derzeit nur möglich, wenn nicht um die Alm- und Behirtungsprämie angesucht wird. Reinigungsschnitte – wo vom Gelände her möglich – hindern Unkräuter am Aussamen und schaffen einen gleichmäßigen und wertvollen Aufwuchs.

Zwerg- und Kleinsträucher

Wenn gute Weideflächen von Stauden verdrängt werden, können Ziegenherden eingesetzt werden, um die holzigen Pflanzen zu verbeißen (auch Extensivrinderrassen, z.B. Hochlandrinder, nehmen zum Teil holzige Pflanzen auf). Ein großes almwirtschaftliches Problem stellt oft das Überhandnehmen der „Rostblättrigen Alpenrose“ (rostrote Blattunterseite) dar. Das Zurückdrängen ist häufig nur durch den Einsatz der Motorsense möglich.

Begrünungen

Auf den Almweiden hat sich im Laufe der Zeit weitestgehend eine standortgerechte Vegetation gebildet, wobei mit zunehmender Höhe auf Grund des Höhenklimas die Vegetationszeit abnimmt und es zu einer geringeren Produktion an Pflanzenmasse kommt. Eingriffe in die oberen, durchwurzelten Bodenschichten (Erosion, Planie) stellen in den alpinen Höhenlagen in Bezug auf eine dauerhafte Begrünung eine große Herausforderung dar. Die Abräumung und der Wiederauftrag des Mutterbodens, die Bodenvorbereitung und die Einsaat mit einem standortgerechten Saatgut, das bei fachgerechter Ausbringung und Entwicklungspflege eine standortgerechte Vegetation hervorbringt, beseitigen „Wunden in der Landschaft“ rasch und dauerhaft.

Literaturtipp
Richtlinie für standortgerechte Begrünungen. Ein Regelwerk im Interesse der Natur. Hrsg. von der Österr. Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau (ÖAG) und der Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft (BAL) Gumpenstein. Wien 2000.

Informationen zum Thema Wald-Weide
Informationen zur Almwirtschaft in Tirol