LHStv Geisler: „Bewusstsein für die Herausforderungen im Wald schaffen“

Bergwaldfest Hoch Imst: Über 500 Kinder erfahren mehr über die Bedeutung des Waldes

Kategorien: LHStv Geisler, Land- & Forstwirtschaft, Bildung AutorIn: Christa Entstrasser-Müller
LHStv Josef Geisler (re) war beim Bergwaldfest von Almajuri und dem Schutzwaldmärchen genauso begeistert wie die Kinder der Montessori-Klasse der VS Imst Unterstadt mit Klassenlehrerin Ingeborg Pohl.
(von li): Almajuri und die Zauberwesen des Waldes begeisterten die Kinder der Montessori-Klasse der VS Imst Unterstadt mit Klassenlehrerin Ingeborg Pohl genauso wie den Imster Bgm, Stefan Weirather, Landesforstdirektor Josef Fuchs, LHStv Josef Geisler und Bezirkshauptmann-Stellvertreter Andreas Nagele.
Rund 500 Kinder aus dem Bezirk Imst erfuhren beim Bergwaldfest in Hoch Imst an 12 Stationen mehr über die Bedeutung und die Funktionen des Waldes. Highlight war das Schutzwaldmärchen mit Almajuri und den Zauberwesen des Waldes. Das begeisterte auch LHStv Josef Geisler (2. von li,) und den Imster Bgm Stefan Weirahter (li.)

„Die Bedeutung des Waldes für Tirol und auch für den Bezirk Imst kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Unser Wald schützt uns vor Naturgefahren, liefert uns Holz zum Bauen und Heizen, ist Arbeitsplatz, bietet uns Erholung und ist Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Der Wald muss aber gepflegt, bewirtschaftet, verjüngt und klimafit werden, damit er all seine Funktionen nachhaltig erfüllen kann“, umreißt LHStv Josef Geisler anlässlich des Bergwaldfestes in Hoch Imst die zahlreichen Herausforderungen im Wald. Als einen zentralen Punkt nennt LHStv Geisler die Holznutzung, denn „ein bewirtschafteter Wald ist in der Regel ein stabiler Wald“.

Im vergangenen Jahr wurden lediglich zwei Drittel der nachhaltig nutzbaren Holzmenge aus dem Wald geholt. Gründe dafür sind neben der kleinteiligen Besitzstruktur auch der Rückgang des Holzpreises aufgrund großer Mengen Schadholz in Mitteleuropa. Geisler will die Bewirtschaftung im Kleinwald mit gezielten Beratungsschwerpunkten des Forstdienstes für private WaldeigentümerInnen ankurbeln. „Gerade im Teilwald, der im Bezirk Imst weit verbreitet ist, braucht es fachliche und organisatorische Unterstützung“, weiß der Forstreferent. Auch die Agrargemeinschaften werden intensiv beraten und betreut. „Wichtig ist eine tragfähige Partnerschaft zwischen Walbesitzern und Holzverarbeitern, damit das Holz rasch abtransportiert und zu einem fairen Preis übernommen wird“, appelliert Geisler an die heimische Holz- und Sägeindustrie, die auch im Bezirk einen bedeutenden Standort hat. Damit könne auch dem Borkenkäferbefall effizient vorgebeugt werden.

Borkenkäfer-Bekämpfung fordert alle

Mit dem Borkenkäfer hat man auch im Bezirk Imst zu kämpfen, bestätigt Bezirkshauptmann-Stellvertreter Andreas Nagele: „Die Bekämpfung der Borkenkäferausbreitung ist auch heuer eine Hauptaufgabe des Forstdienstes im Bezirk.“ Um die rasche Aufarbeitung und Behandlung von durch Borkenkäfer befallenes Holz durch die WaldbesitzerInnen sicherzustellen, wurde seitens der BH Imst für 20 Gemeinden eine Forstschutzverordnung erlassen. „Bei einem Schutzwaldanteil von mehr als drei Viertel, wie wir ihn hier im Bezirk haben, ist es wichtig, die Stabilität der Wälder bestmöglich zu gewährleisten“, begründet der stellvertretende Bezirkshauptmann die behördliche Maßnahme.

Borkenkäfer, allen voran der so genannte Buchdrucker, zählen wegen ihrer überaus hohen Fruchtbarkeit und extrem raschen Vermehrung zu den gefährlichsten Baumschädlingen. „Die warme Witterung hat die Vermehrung der Schädlinge begünstigt. Aus einem einzigen Käferbaum können bis zu 50.000 Jungkäfer ausfliegen. Diese wiederum können 20 gesunde Bäume zum Absterben bringen“, erläutert Landesforstdirektor Josef Fuchs.

Neben der raschen Abfuhr der befallenen Bäume aus dem Wald, kann die Vermehrung der Käfer durch Fangbäume eingedämmt werden. Für die Bekämpfungsmaßnahmen stehen öffentliche Mittel zur Verfügung. Unterstützt werden etwa das Auslegen von Fangbäumen, die Entrindung von Holz in schwer zugänglichen Lagen sowie die Räumung von Schadflächen vor allem auch im Schutzwald. Die Waldaufseher und Bezirksforstinspektionen stehen als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite.

Vorreiter Stadtgemeinde Imst

Wie wichtig der Wald und seine Bewirtschaftung sind, müsse nicht nur den WaldbesitzerInnen, sondern auch der breiten Bevölkerung noch stärker bewusst werden, sind sich LHStv Geisler, der stellvertretende Bezirkshauptmann Nagele sowie Landesforstdirektor Josef Fuchs und der Imster Bürgermeister Stefan Weirather einig. „Die Stadtgemeinde Imst ist seit 15 Jahren Mitglied der Schutzwaldplattform Tirol. Damals haben wir auch unser Schulprojekt gestartet“, so Weirather. Die Volksschule Imst Unterstadt erhielt heuer für ihr Projekt „Der Wald schützt, nützt und bildet“ sogar den Alpinen Schutzwaldpreis. Das Thema Wald wird während des gesamten Schuljahres im Unterricht behandelt. Durch Aktivitäten im stadteigenen Wald bekommen die VolksschülerInnen einen unmittelbaren Bezug zum Wald.

Wald wird zum Klassenzimmer

Und auch beim ersten Bergwaldfest hatten über 500 VolksschülerInnen aus dem Bezirk Imst Gelegenheit, direkt vor Ort mehr über die Funktionen des Waldes sowie die Arbeit im Wald zu erfahren. Ein besonderes Highlight war das Schutzwaldmärchen mit Almajuri und den Zauberwesen. „Kinder lernen durch Erleben. Je öfter der Wald unter fachkundiger Begleitung zum Klassenzimmer wird, desto eher wird es uns gelingen, ein breites Verständnis für den Wald zu wecken“, bedankt sich LHStv Josef Geisler bei allen Beteiligten des Bergwaldfestes in Hoch Imst.

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