Woche des Waldes: LHStv Geisler will mehr Regionalität im Tiroler Wald

Forstliche Ausbildung und Stärkung der Gemeinden

Kategorien: LHStv Geisler, Land- & Forstwirtschaft AutorIn: Mag. Christa Entstrasser-Müller
LHStv Josef Geisler will die Waldbewirtschaftung mit heimischen Fachkräften forcieren. Am Standort Rotholz gibt es ein breites Ausbildungsangebot.
LHStv Josef Geisler will die Waldbewirtschaftung mit heimischen Fachkräften forcieren. Am Standort Rotholz gibt es ein breites Ausbildungsangebot.

Seit 2012 geht der Holzeinschlag in Tirol trotz stabiler Holzpreise zurück. Im vergangenen Jahr wurde 70 Prozent der nachhaltig nutzbaren Holzmenge aus dem Wald genommen. Anlässlich der laufenden Woche des Waldes will Forstreferent LHStv Josef Geisler weitere Anstrengungen unternehmen, um die Holznutzung zu forcieren und setzt dabei auf mehr Regionalität im Wald.

„Ein bewirtschafteter, intakter Wald ist die beste Vorsorge gegen Naturgefahren und den Klimawandel. Hier gilt es im landeskulturellen Interesse alles zu tun, um die Waldbewirtschaftung anzukurbeln – vorzugweise mit heimischen Fachkräften“, so Geisler. Dabei setzt er zum einen auf eine breite forstfachliche Ausbildung sowie auf Bewusstseinsbildung bei den Gemeinden.

„Die Arbeit im Wald ist hart und gefährlich“, weiß LHStv Geisler. Beste Ausbildung, Schutzausrüstung und höchste Konzentration seien das Um und Auf bei der Holzarbeit. Schon jetzt beinhaltet die Ausbildung an den landwirtschaftlichen Lehranstalten Tirols einen Teil Waldwirtschaft. Darüber hinaus gibt es am Standort Rotholz eine forstwirtschaftliche Fachschule für Erwachsene. Diese bringt jährlich 25 Forstfacharbeiter hervor. „Die bäuerlichen Betriebsführer sollen in der Lage sein, einen Großteil der Waldarbeit selbst zu erledigen und als Fachkräfte im Wald ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften“, so Geisler. Mehr als ein Drittel der Tiroler Waldfläche Bauernwald. Ebenso in Rotholz befindet sich die Fachberufsschule für Forstwirtschaft mit durchschnittlich 25 Lehrabschlüssen pro Jahr.

Waldarbeit mit heimischen Fachkräften

Zwei Drittel aller Aufträge im Forstbereich werden laut Auskunft der Wirtschaftskammer Tirol von den Gemeinden vergeben. Aufgrund der meist geringen Auftragssummen werden die Arbeiten vielfach direkt vergeben oder eingeschränkt ausgeschrieben. Eine zentrale Rolle kommt dabei den Gemeindewaldaufsehern zu. Deren Ausbildung wurde reformiert und Anfang des Jahres ausgebaut. „Die Waldaufseher sind die Fachleute auf Gemeindeebene. Sie können beurteilen, welche Arbeitsqualität Firmen liefern und ob die Sicherheitsstandards eingehalten werden“, erläutert Landesforstdirektor Josef Fuchs. Durchgeführt wird der Lehrgang für Gemeindewaldaufseher von der Landesforstdirektion am Standort Rotholz.