Alle zehn Tiere in der Bretterwand wurden gesichtet und mit Futter versorgt

Frohbotschaft zum ersten Adventsonntag aus Osttirol.

Kategorien: BH Lienz, Sicherheit, Landwirtschaft AutorIn: Rainer Gerzabek
Futterauslegung zum Herablocken der Tiere.
Futterauslegung zum Herablocken der Tiere.

Eine Frohbotschaft zum ersten Advent kommt heute, Sonntag, aus Matrei in Osttirol:

Im Gebiet der Bretterwand konnte heute am frühen Morgen bei einem Lokalaugenschein von BH Olga Reisner mit dem Besitzer, dem Jagdleiter und Ortsbauernobmann, dem Amtstierarzt und einem Alpinpolizisten alle neun Ziegen und ein Schaf in einem guten Ernährungszustand und unverletzt gesichtet werden. Die Tiere wurden Mitte der vergangenen Woche im unwegsamen Gelände der Bretterwand in den Hohen Tauern entdeckt.

„Die Tiere haben den ursprünglichen Standort in der Bretterwand Richtung Waldgrenze verlassen. Das war ihnen wegen Lawinenabgängen möglich. Der aktuelle Standort liegt derzeit 200 Höhenmeter oberhalb der Waldgrenze auf einem schneefreien, sonnseitigen Grat“, informierte Olga Reisner, BH von Lienz. Dort haben die Tiere ausreichend Futter und nehmen Flüssigkeit über den Schnee auf. Zudem ist die Wetterprognose günstig.

„In der Nacht halten sich die Tiere unter Felsvorsprüngen und in Höhlen auf. Das haben wir heute aufgrund der Spurenlage im Schnee belegen können. Über einen Wildwechsel könnten die an das alpine Gelände angepassten Tiere die hochalpine Zone problemlos selbständig Richtung Tal verlassen“, erklärte BH Reisner.

Derzeit scheint es zweckmäßig, auf dem Landweg entsprechendes Futter (Heu und Salz) vor Ort in die Nähe der Tiere zu bringen und dieses auch unterhalb der Gefahrenzone bzw. des absturzgefährdeten Geländes zu lagern. Eine zu offensive Vorgehensweise, wie z. B. ein Hubschraubereinsatz, würde die derzeitige Situation der Tiere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verschlechtern. Ein Verspringen und Flüchten der Tiere in steileres und lawinengefährdetes Gelände wäre wahrscheinlich.

Heute, Sonntag, haben der Besitzer und der Jagdleiter wiederum Heu vor Ort ausgelegt. BH Reisner: „Aus derzeitiger Sicht sind eine laufende Beobachtung der Tiere sowie eine regelmäßige Futter- und Salzvorlage nötig und auch gewährleistet.“