Höchste Wetterstation Österreichs in Osttirol errichtet

Station Nr. 205 sendet vom Großglockner aus 3.454 Metern Seehöhe

Kategorien:  LHStv Geisler BH Lienz Lawinen/Muren/Hochwasser Sicherheit AutorIn: Thomas Pichler
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Die Windstation steht am Dach der Erzherzog-Johann-Hütte mit Bergen im Hintergrund.
Die neue Windstation erfasst Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind.
Die Experten des Lawinenwarndienstes Tirol bei der Montage am Dach der Erzherzog-Johann-Hütte.
Die Experten des Lawinenwarndienstes Tirol bei der Montage am Dach der Erzherzog-Johann-Hütte.
Die Station am Dach der Hütte mit Aussicht auf die umliegenden Berge.
Eigenbettet in ein beeindruckendes Bergpanorama befindet sich die Windstation am Dach der Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner.
Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes Tirol schrauben an der Windstation.
Seit Mittwochmittag übermittelt die Station Daten an den Lawinenwarndienst Tirol.

Die 205. Wetterstation des Landes Tirol auf der Adlersruhe am Großglockner wurde gestern, Mittwoch, installiert. Sie befindet sich bei der Erzherzog-Johann-Hütte auf eine Seehöhe von 3.454 Metern und ist damit die höchst gelegene Station Österreichs. „Die neue Windstation auf der Adlersruhe am Großglockner ist eine wichtige Ergänzung für unser landesweites großes Netz. Mit den zusätzlichen Daten kann der Lawinenwarndienst Tirol noch genauere Aussagen und Prognosen zur Wind- sowie Schneesituation treffen, was eine weitere Qualitätssteigerung der Lawinenberichte bewirkt“, erklärt der für Katastrophenschutz zuständige LHStv Josef Geisler.

Die Montage und Inbetriebnahme der Wetterstation unter der Leitung von Paul Kößler, zuständig für den technischen Bereich des Lawinenwarndienstes Tirol, wurden abgeschlossen – seit gestern Mittag übermittelt die Station bereits laufend Daten. „Der Standort auf der Adlersruhe liefert uns wichtige Werte zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind im hochalpinen Bereich. Das ist ein großer Vorteil für die Einschätzungen unserer Lawinenkommissionen und der Expertinnen und Experten des Lawinenwarndienstes Tirol“, erklärt Kößler. Rund 10.000 Euro betragen die Kosten für die neue Windstation am Großglockner. Diese werden vom Land Tirol getragen.

Dichtestes Netz in den Alpen

Im Verhältnis zur Fläche Tirols betreibt das Land die meisten Wetterstationen im Alpenraum. Insgesamt sind es etwa doppelt so viele wie in der Schweiz oder dem Trentino. „Die hohe Dichte in Tirol ist bedingt durch die geographische Lage, durch den Tourismus und die vielen Sportlerinnen und Sportler im freien Gelände. Die Daten unserer Wetterstationen sind wesentlich für die Bewertung der Lawinensituation und damit für die Sicherheit der Bevölkerung“, so Kößler. Deshalb werden die Wetterstationen laufend gewartet: „Es sind harte Bedingungen, denen unsere Technik trotzen muss. Schäden an Wetterstationen sind nicht vermeidbar – doch wir sind stets bemüht, den Datenfluss unserer Wetterstationen sicherzustellen.“ So wurden auch gestern im Zuge der Neuinstallation bestehende Wetterstationen gewartet.

Die Daten aller Wetterstationen sind öffentlich zugänglich unter Externer Link www.lawine.report über den Reiter „Schnee und Wetter“ mit der Auswahloption „Wetterstationen“ bzw. unter Externer Link www.lawis.at/station.