Allgemeine Infos zum Besitz und zur Verwendung pyrotechnischer Artikel

Vor allem aufgrund der bevorstehenden Weichnachts- und Silvesterzeit...

Kategorien: BH Lienz

Als gesetzliche Grundlage für die Verwendung pyrotechnischer Artikel im Ortsgebiet ist § 38 PyroTG maßgeblich, wonach das Verwenden von pyrotechnischen Artikeln der Kategorie F2 (z.B. Knallkörper, Batterien, Feuertöpfe, Raketen, Römische Lichter, Feuerwerksrohre usw.) im Ortsgebiet verboten ist, es sei denn sie erfolgt im Rahmen einer Mitverwendung gem. § 28 Abs. 4 oder § 32 Abs. 4. oder der/die Bürgermeister/in nimmt bestimmte Teile eines Ortsgebietes von diesem Verbot aus.

Ausnahmeverordnung des/der Bürgermeisters/Bürgermeisterin:

Von diesem grundsätzlichen Verbot kann der/die Bürgermeister/in mit Verordnung bestimmte Teile des Ortsgebietes ausnehmen, sofern nach Maßgabe der örtlichen Gegebenheiten durch die Verwendung Gefährdungen von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit sowie unzumutbare Lärmbelästigungen nicht zu besorgen sind. Diese Ausnahme betrifft lediglich bestimmte, näher zu bezeichnende, in der Verordnung präzise darzustellende Teile eines Ortsgebietes (z.B. Ortsteil, Grundstücksnummer, planliche Darstellung udgl.) und nicht das gesamte Ortsgebiet.

Eine weitere wesentliche Beschränkung liegt in der Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze innerhalb und in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Gotteshäusern, Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten. (vgl. §38 Abs. 2 PyrTG) Weitere Beschränkungen der Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze sind in der Nähe von leicht entzündlichen oder explosionsgefährdeten Gegenständen, Anlagen und Orten, wie insbesondere Tankstellen (§ 38 Abs. 5 PyroTG) bleiben davon unberührt – sie gelten somit auch im Anwendungsbereich einer Ausnahmeverordnung gemäß § 38 Abs. 1 PyroTG.

Strafbestimmung:

Gemäß § 40 Abs. 1 Z 3 PyrTG ist die Verwendung von pyrotechnischen Artikeln der Kat. F2 im Ortsgebiet wie eingangs unter § 38 PyrTG ausgeführt unter Verwaltungsstrafe gestellt und kann mit einer Strafhöhe von bis zu 3.600,- und einer Ersatzfreiheitsstrafe von bis zu 3 Wochen geahndet werden.

Kategorisierung pyrotechnischer Artikel und Sätze und Altersbeschränkungen:

Pyrotechnische Artikel der Kategorie F2 (wie z.B. Knallkörper, Römer, Feuertöpfe, Raketen, Römische Lichter usw.) können allerdings von Personen ab dem 16 Lebensjahr besessen und verwendet werden. Ausgenommen in jenen Bereichen welche nicht unter § 38 PyrTG fallen (vgl. § 15 PyroTG) Weiters ist zu erwähnen, dass Besitz und Verwendung von pyrotechnischen Artikeln der Kategorie F3 (entsprechen zumeist oben angeführten beispielhaften Aufzählung, welche aber eine höhere Nettoexplosivstoffmasse (NEM) aufweisen) erst ab 18 Jahren möglich und Bedarf zusätzlich eines Nachweises einer Sachkunde und einer behördlichen Bewilligung gem. § 28 Abs. 1 PyrTG. Pyrotechnische Artikel der Kategorie F4 (z. B. steigende Kronen: Wirbel, Wasserfeuerwerkskörper: Wasserfeuerwerksbomben, Kombinationen: Batterien, Fontänen: Vulkane, Bauteile, Schnurraketen, Feuertöpfe, Knallkörper, Raketen, Römische Lichter, Feuerwerksbomben) dürfen nur von Personen besessen und verwendet werden, die das 18 Lebensjahr vollendet haben und nach § 28 Abs. 1 PyrTG eine behördliche Bewilligung haben.