Frauenarbeit ist nicht weniger wert, sie wird nur schlechter bezahlt

3. Oktober: Equal Pay Day

Kategorien: LRin Baur, Frauen & Gleichstellung AutorIn: Iris Reichkendler
Frauenlandesrätin Christine Baur
Frauenlandesrätin Christine Baur

Am 3. Oktober ist es wieder soweit: Ab diesem Tag arbeiten Frauen in Tirol zwar nicht umsonst, aber „gratis“ – Tiroler Frauen müssen statistisch gesehen um 90 Tage mehr arbeiten, um das Einkommen von Männern zu erreichen. „Die Konsequenzen betreffen sämtliche Lebensbereiche, denn die geringere Entlohnung von Frauen beeinflusst maßgeblich wichtige Lebensentscheidungen – sei es die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, die Übernahme von Kinderbetreuungs- und Pflegepflichten bis hin zu finanziellen Abhängigkeiten in einer Partnerschaft. Nicht zuletzt schafft Lohnungleichheit auch Pensionsungleichheit: Es sind meist Frauen, die von Altersarmut betroffen sind“, zeigt Frauenlandesrätin Christine Baur auf und zitiert in diesem Zusammenhang Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner: „In der Rente bekommen Frauen die Rechnung präsentiert“.

Bei der Landesfrauenlandesrätinnenkonferenz vor zwei Wochen wurden daher zum Thema Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen auch eine Reihe von Anträgen diskutiert und beschlossen. „Es soll eine Sensibilisierungs- und Informationskampagne zum Thema ‚Gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit‘ initiiert und österreichweit umgesetzt werden“, berichtet LRin Baur, denn: „Die Unterschiede in der Entlohnung von Frauen und Männern und in der Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit sind ein gesamtgesellschaftspolitisches Problem, welches nicht von heute auf morgen gelöst werden kann. Wichtig ist es aber, auf diese Ungleichheiten hinzuweisen“.

Transparenz gegen Diskriminierung

Dazu dient auch die 2011 geschaffene gesetzliche Grundlage zur Erstellung von Einkommensberichten, die bestehenden Lohndiskriminierungen durch Transparenz entgegenwirken soll. „Die Einkommensberichte haben dazu beigetragen, das Thema Gehalt und Einkommen aus der Tabuzone zu holen. Daher müssen die gesetzlichen Grundlagen weiterentwickelt werden, um mit Transparenz eine Reduktion der geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede zu erzielen“, so LRin Baur abschließend.