Historegio

Die Europaregion setzt auf gemeinsame Geschichtsforschung

Kategorien: LRin Palfrader, Europaregion, Universitäten AutorIn: Elisabeth Huldschiner
Das Projekt Historegio wurde vorgestellt durch v.li.: LH Kompatscher und LRin Palfrader sowie den HistorikerInnen Brigitte Mazohl (Uni Innsbruck), Andrea Leonardi (Uni Trient) und Oswald Überegger (Uni Bozen).
Das Projekt Historegio wurde vorgestellt durch v.li.: LH Kompatscher und LRin Palfrader sowie den HistorikerInnen Brigitte Mazohl (Uni Innsbruck), Andrea Leonardi (Uni Trient) und Oswald Überegger (Uni Bozen).

Heute, Donnerstag haben Kulturlandesrätin Beate Palfrader und Euregio-Präsident LH Arno Kompatscher (Südtirol) mit Historegio das jüngste Forschungsprojekt der Euregio vorgestellt.

„Historegio ist ein von den drei Euregio-Universitäten Bozen, Innsbruck und Trient und dem EVTZ gemeinschaftlich betriebenes, regionalgeschichtliches Forschungs- und Vermittlungsprojekt“, erklärte LRin Palfrader anlässlich der Präsentation. „Es wertet dabei die regionalgeschichtliche Forschung der drei Universitäten auf und verstärkt die bereits bestehende wissenschaftliche Arbeit.“ Darüber hinaus sollen jungen HistorikerInnen gefördert werden.

„Auf lange Sicht könnte Historegio eine Art ‚Raum des Ausgleichs‘ für die regionale Geschichtsforschung im alpinen Raum werden, sozusagen ein Treffpunkt und Ort des Dialoges für Forscherinnen und Forscher aus Italien, Österreich und Deutschland“, unterstrich Euregio-Präsident LH Arno Kompatscher.

Drei Themenbereiche

Die Forschungsprojekte behandeln drei verschiedene Themen. Das erste hat Italien und die Südtirolfrage bei der Friedenskonferenz von Saint Germain vor einhundert Jahren im Fokus. Das Forschungsteam wird vor allem die Position Italiens in Bezug auf die Südtirolfrage mit Hilfe von neuem Archivmaterial analysieren.

Das zweite Projekt thematisiert Nation Building im regionalen Kontext: Das 19. Jahrhundert zeichnete sich durch eine zunehmende Polarisierung nationaler Zugehörigkeiten aus, welche schlussendlich im ersten Weltkrieg ihren Höhepunkt fand. Das Forschungsprojekt untersucht den konfliktvollen Prozess des „nation building“ im Tiroler Gebiet vom 19. Jahrhundert bis zum Großen Krieg. Dabei ist die Frage des Zusammenlebens der zwei ethnischen Gruppen, Seite an Seite mit einer dritten Gruppe, den Ladinern, auch heute noch von großer Aktualität.

Das dritte Thema behandelt die technologischen Veränderungen und ihre Auswirkungen im alpinen Raum vom 19. bis 20. Jahrhundert. Neben dem Ausbau der Verkehrswege und dem damit zusammenhängenden Wandel im Transport- und Tourismuswesen werden die Änderungen in der Landwirtschaft und im Energiesektor beleuchtet.

Die Forschungsergebnisse werden auf der Euregio-Seite  www.14-18.europaregion.info nachzulesen sein.