Internationaler Austausch zu Gewaltprävention und Opferschutz

Rund 100 ExpertInnen aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz und Italien bei Netzwerktagung

Kategorien:  LRin Fischer Frauen & Gleichstellung AutorIn: Iris Reichkendler
International vernetzt für Opferschutz und Gewaltprävention: v. li. Andrea Laske (Gewaltschutzzentrum Tirol), Nora Stein (Landespräventionsrat Niedersachsen), Eva Pawlata (Geschäftsführerin Gewaltschutzzentrum Tirol), Isabella Feusi-Frei (Kantonspolizei Zürich – Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt), Frauenlandesrätin Gabriele Fischer, Cornelia Mayrl (GEA – Kontaktstelle gegen Gewalt/Bozen) und Barbara Banzer (Opferhilfestelle Liechtenstein).
International vernetzt für Opferschutz und Gewaltprävention: v. li. Andrea Laske (Gewaltschutzzentrum Tirol), Nora Stein (Landespräventionsrat Niedersachsen), Eva Pawlata (Geschäftsführerin Gewaltschutzzentrum Tirol), Isabella Feusi-Frei (Kantonspolizei Zürich – Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt), Frauenlandesrätin Gabriele Fischer, Cornelia Mayrl (GEA – Kontaktstelle gegen Gewalt/Bozen) und Barbara Banzer (Opferhilfestelle Liechtenstein).
Frauenlandesrätin Gabriele Fischer bei ihren Eröffnungsworten zur Netzwerktagung Opferschutz und Gewaltprävention.
Frauenlandesrätin Gabriele Fischer bei ihren Eröffnungsworten zur Netzwerktagung Opferschutz und Gewaltprävention.

Rund hundert Interessierte aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz und Italien nahmen an der vom Gewaltschutzzentrum Tirol und dem Land Tirol organisierten Internationalen Netzwerktagung Opferschutz und Gewaltprävention teil. Im Fokus stand das Thema „Sexualisierte Gewalt“.

„Gerade der länderübergreifende Austausch ist besonders wichtig“, stellt Eva Pawlata, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Tirol, fest. Einmal mehr wurde im direkten Vergleich deutlich, dass Österreich über ein gutes Gewaltschutzgesetz verfügt, das gleiche Standards in allen Bundesländern vorsieht.

Um das Thema sexualisierte Gewalt von verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, nahmen ExpertInnen Stellung zu Aspekten der sexualisierten Gewalt aus Sicht ihrer jeweiligen Berufsgruppe. So kamen ein Richter, eine VertreterInnen der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamts, ein Prozessbegleiter sowie eine Vertreterin der Medizinischen Psychologie zu Wort. „Eine Evaluierung der Sexualstraftaten des Instituts für Konfliktforschung ergab, dass ein Drittel der Verfahren bei angezeigten Sexualstraftaten eingestellt wird, wobei die Praxis zeigt, dass vieles überhaupt nicht zur Anzeige gebracht wird“, berichtet Pawlata. So werde Vergewaltigung in der Ehe von den betroffenen Frauen gar nicht als sexualisierte Gewalt wahrgenommen.

„Sexualisierte Gewalt zieht erhebliche Folgen für Körper und Seele nach sich. 44 Prozent der Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, trugen körperliche Verletzungen davon. Besonders stark ist mit rund 79 Prozent der Anteil jener Frauen, die nach sexueller Gewalt unter psychischen Folgen leiden“, betonte Frauenlandesrätin Gabriele Fischer in ihren Eröffnungsworten.

Die nächste Netzwerktagung findet 2021 in Deutschland statt.