Keine weitere Verschärfung der Hochwassersituation in Tirol

Anhaltend angespannte, aber stabile Hochwasserführung des Inns

Kategorien:  Sicherheit LH Platter LHStv Geisler AutorIn: Bettina Sax
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Land Tirol/Brandhuber
Besprechung des Einsatzstabes im Landhaus mit Sicherheitsreferent LHStv Josef Geisler.
Landesfeuerwehrverband
Stabil aber auf Hochwassernivaeu - der Inn. Zahlreiche Feuerwehren, im Bild Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl, sind zur Sicherheit der TirolerInnen im Einsatz.

Nach einer weiteren Stabssitzung mit ExpertInnen der Abteilung Wasserwirtschaft bzw. des Sachgebietes Hydrographie und Hydrologie und der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes sowie der Leitstelle Tirol, dem Tiroler Feuerwehrverband sowie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) heute, Mittwochnachmittag, zeigt sich, dass sich die Hochwassersituation in Tirol nicht weiter verschärft. Entlang des Inns wird es damit in den kommenden Stunden eine anhaltend angespannte, aber stabile Hochwasserführung geben – die Pegel in Innsbruck und Telfs sind zuletzt sogar zurückgegangen.

„Auch wenn sich die Pegelstände im Ober- als auch im Unterland Tirols als angespannt aber stabil erweisen, bleiben alle bisher getroffenen Sicherheitsvorkehrungen vorerst aufrecht. Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir gemeinsam mit unseren Expertinnen und Experten sowie jener der Einsatz- und Partnerorganisationen die Situation und Entwicklung der Pegelstände genauestens im Blick haben“, betont LH Günther Platter, dass „die Sicherheit der Tirolerinnen und Tiroler an erster Stelle steht.“ So waren beispielsweise 140 Feuerwehren im ganzen Land mit 600 Mann bereits im Einsatz bzw. in Bereitschaft. LHStv Josef Geisler berichtete im Anschluss an die Sitzung: „Auch wenn es nach wie vor noch Unsicherheitsfaktoren gibt, beispielsweise lokale Gewitter und Regen in den Schweizer Alpen, die in den nächsten Stunden noch zusätzlich Wasser zu uns bringen können, die Temperaturverteilung oder die bestehende Schneemenge auf den Bergen, dürften aus jetziger Sicht die Pegel entlang des Inns nicht mehr in großem Ausmaß steigen - doch werden sie in den kommenden Tagen auf Hochwasserniveau bleiben.“

Stabile Situation durch Wetter und weniger Niederschläge

In den kommenden Stunden wird es aufgrund der Niederschläge auf Schweizer Inn-Seite noch zu einem moderaten Wiederanstieg der Pegel kommen. Neuerliche Niederschläge im Einzugsgebiet der Ötztaler Ache und der Ruetz zeigen noch keine Entspannung der Abflusssituation am Inn wie Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes, betont. Zudem spielt das Wetter eine Rolle für die weiteren Entwicklungen: „Die punktuellen Niederschläge klingen in der kommenden Nacht ab. Anschließend ist mit keinem großflächigem Regen bis Freitag zu rechnen. Für weitere konkrete Prognosen sind die Modelle in den nächsten Tagen erneut zu analysieren“, erklärt Manfred Bauer von der ZAMG. Derzeit gibt es beispielsweise einige kleinflächige Wasserausuferungen an den Radwegen von Telfs bis Kematen oder von Hall bis Volders – diese sind derzeit gesperrt. Auch landwirtschaftliche Nutzflächen in einigen Gemeinden entlang des Inns sind betroffen.

Verhaltens- und Sicherheitshinweise für die Bevölkerung

Bei Fragen gilt für die Bevölkerung, sich am besten direkt mit ihrer Gemeinde vor Ort in Verbindung zu setzen. Zudem sind einige Selbstschutzmaßnahmen zu beachten:

  • Informieren Sie sich bei der Gemeinde hinsichtlich der Situation!
  • Meiden Sie Uferbereiche von Bächen und Flüssen!
  • Behördliche Straßen-, Brücken- und Wegesperren sind jedenfalls zu beachten!
  • Befolgen Sie die Anweisungen der Hilfskräfte!
  • Bringen Sie Fahrzeuge vorsorglich aus Tiefgaragen bzw. in sichere Bereiche!
  • Räumen Sie Gegenstände, die nicht nass werden sollen, aus dem Keller!
  • Rufen Sie im Notfall die Feuerwehr, wenn Personen oder Tiere in Gefahr sind!