Land Tirol und Jägerverband bekämpfen gemeinsam Tbc

LHStv Geisler und Landesjägermeister Larcher setzen Arbeitsgruppe ein, Reduktionsgatter wird es in Zukunft nicht mehr geben

Kategorien:  LHStv GeislerLand- & Forstwirtschaft AutorIn: Florian Kurzthaler

Nach der Gatterentnahme von 33 Stück Rotwild in Kaisers im Tiroler Außerfern einigen sich Land Tirol und Tiroler Jägerverband darauf, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Tbc auszuarbeiten. „Das Ergebnis der Erstuntersuchung mit fünf an Tbc erkrankten Wildtieren zeigt, dass eine Seuchenbekämpfung notwendig ist. Schließlich stellen diese teils hochinfektiösen Tiere eine Gefahr für andere Tiere wie auch Menschen dar. Die Methoden, die am vergangenen Sonntag angewendet wurden, sind aber nicht mehr zeitgemäß und abzulehnen. Daher werden wir gemeinsam mit der Tiroler Jägerschaft alternative Möglichkeiten analysieren, wie wir in Zukunft mit der Herausforderung Seuchenbekämpfung umgehen können. Wir möchten dabei tierschutz- und waidgerecht vorgehen, das ist das oberste Gebot. Im Idealfall schaffen wir dies im Rahmen der herkömmlichen jagdlichen Möglichkeiten“, stellt dazu LHStv Josef Geisler fest.

Für den Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher ist ebenfalls klar, dass an einer wirksamen Seuchenbekämpfung nicht zu rütteln ist und die Tiroler Jägerschaft ihren Beitrag leisten wird: „Wir haben in den letzten Jahren unseren Anteil geleistet und uns redlich bemüht, den behördlichen Anforderungen nachzukommen. Dennoch stehen wir dazu, dass diese Aktion in Kaisers für uns auf das Schärfste zu verurteilen ist und die Vertrauensbasis zu den handelnden Behördenvertretern schwer erschüttert ist. Zugleich erkennen wir auch den Willen der politisch Zuständigen, solche Aktionen nie mehr wieder stattfinden zu lassen. Wir werden einer gemeinsamen Lösung sicher nicht im Wege stehen.“

Für Geisler und Larcher ist der jüngste Vorfall auch Anlass, in der vereinbarten Arbeitsgruppe auch weitere jagdliche Themen anzusprechen: „Es ist keine Frage: Die behördlich festgesetzten Abschussquoten müssen eingehalten werden. Auf der anderen Seite wollen wir aber verstärkt hineinhören, welche Rahmenbedingungen von der Jägerschaft benötigt werden, um ihrer Pflicht auch nachkommen zu können“, so LHStv Geisler. Und der Landesjägermeister ergänzt: „Wir brauchen Wildruhezonen, eine tatsächliche und exekutierbare Besucherlenkung und nicht zuletzt auch eine Einbindung in die Monitoring-Systematik. Die gesamte Thematik kann nur von allen betroffenen Seiten, sowohl von den Behörden, als auch von der Jägerschaft, in einem konstruktiven Miteinander gelöst werden. Wir sind dazu bereit.“

Nächste Woche soll es dazu ein Vier-Augen-Gespräch zwischen LHStv Geisler und Landesjägermeister Larcher geben und dabei sollen die Guidelines und die ExpertInnen definiert werden, um künftig besser abgestimmt und nachhaltig agieren zu können.