Niederschwellige Hilfe und wertvolle Präventionsarbeit

Die Drogenarbeit Z6 bietet Drug Checking und mobile Beratung

Kategorien:  Soziales LRin Fischer AutorIn: Iris Reichkendler
v.li. Gerhard Jäger, Maria Gstrein, Soziallandesrätin Gabriele Fischer und die neue Geschäftsführerin der Z6 Drogenarbeit Myriam Antinori in den Räumlichkeiten der Drogenberatung Z6. Anhand eines Modells wird veranschaulicht, welche Auswirkungen der Drogenkonsum auf Synapsen und Rezeptoren im Nervensystem hat.
v.li. Gerhard Jäger, Maria Gstrein, Soziallandesrätin Gabriele Fischer und die neue Geschäftsführerin der Z6 Drogenarbeit Myriam Antinori in den Räumlichkeiten der Drogenberatung Z6. Anhand eines Modells wird veranschaulicht, welche Auswirkungen der Drogenkonsum auf Synapsen und Rezeptoren im Nervensystem hat.

Der Konsum von Drogen bringt vielfältige Probleme mit sich, die zu lösen oft umfangreiche Aufklärungs- und Beratungsarbeit notwendig machen. Über einen längeren Zeitraum konsumiert, bestimmt eine Sucht das Leben und meist ist es nicht möglich, ohne professionelle Hilfe davon loszukommen. „Besonders für junge Menschen stellen Drogen ein hohes Gefährdungspotenzial dar. Hier ist es wichtig, ein niederschwelliges Beratungsangebot zur Verfügung zu stellen“, ist Soziallandesrätin Gabriele Fischer überzeugt. Neben einer Anlaufstelle braucht es aber auch ein Beratungsangebot, das für die Jugendlichen dort bereit steht, wo sie sich aufhalten und wo sie auch in Kontakt mit Drogen kommen könnten. Beides vereint die Drogenarbeit Z6. „Im Rahmen der Drogenberatung informieren und begleiten wir drogenkonsumierende Jugendliche und junge Erwachsene. Wir bieten aber auch Eltern und anderen Bezugspersonen bei Fragen zu Drogen und Sucht unsere Hilfe an“, betont Myriam Antinori, seit kurzem Geschäftsführerin der Drogenarbeit Z6. Ergänzt wird dieses Beratungsangebot vor Ort in der Dreiheiligenstraße in Innsbruck durch eine Onlineberatung, die – ebenso wie die persönliche Beratung – anonym, vertraulich und kostenlos ist.

„Erste Beratungskontakte ergeben sich auch im Rahmen des Drug Checking Programms, das wir in Kooperation mit der Gerichtsmedizin Innsbruck durchführen“, berichtet Antinori. Dieses Angebot ermöglicht es, Substanzen vor dem Konsum vertraulich, anonym, kostenlos und ohne rechtliche Konsequenzen analysieren zu lassen und so Risiken zu minimieren. „Diesen Kontakt mit den Konsumentinnen und Konsumenten nutzen wir nicht nur für Informationsgespräche – wir erhalten auch einen Überblick über jene Substanzen, die aktuell im Umlauf sind sowie über deren Zusammensetzung oder Verunreinigungen“, erläutert Antinori.

Mobile Drogenarbeit wird vom MDA Basecamp geleistet: zwei- bis dreimal im Monat ist das Z6-Team in Innsbruck und den Tiroler Gemeinden bei Musik-, Jugendkulturveranstaltungen und Festivals unterwegs. Am Informations- und Beratungsstand können sich die BesucherInnen der Veranstaltungen über Konsum, Wirkung und Risiken von Suchtmitteln informieren und erhalten rechtliche Auskünfte zu legalen und illegalen Substanzen. „Auch dort bekommen wir einen Einblick in die Szene und können rasch auf Konsumtrends reagieren“, berichtet Maria Gstrein vom MDA Basecamp.

Selektive Suchtprävention für drogenkonsumierende Jugendliche und junge Erwachsene findet bei der erlebnispädagogischen Aktion „Walk about“ statt: „Über Klettern, Canyoning, Snowboarden, Skitouren, Mountainbiking oder Rafting zeigen wir eine sinnvolle Alternative zu jenen Grenzerfahrungen auf, die im Drogenkonsum gesucht werden“, ergänzt der Projektverantwortliche Gerhard Jäger. Dadurch werde auch der Beziehungsaufbau zu den KlientInnen gestärkt.