Pegelstände entlang des Inns weiterhin erhöht – Entspannung voraussichtlich ab Donnerstag

Bevölkerung wird vorsorglich zur Vorsicht aufgerufen

Kategorien:  LHStv Geisler Lawinen/Muren/Hochwasser AutorIn: Bettina Sax
Am Mittwochfrüh zeigte der Pegel am Inn in Jenbach/Rotholz 4,70 Meter an. Mit einem weiteren Anstieg ist laut LHStv Josef Geisler und Klaus Niedertscheider, Leiter des Hydrographischen Dienstes, zur rechnen.
Am Mittwochfrüh zeigte der Pegel am Inn in Jenbach/Rotholz 4,70 Meter an. Mit einem weiteren Anstieg ist laut LHStv Josef Geisler und Klaus Niedertscheider, Leiter des Hydrographischen Dienstes, zur rechnen.

Die Hochwassersituation in Tirol ist vor allem entlang des Inns angespannt – mit einer Entspannung ist im Laufe des morgigen Tages zu rechnen. Die Niederschläge klingen laut aktuellen Prognosen ab heute Abend ab: „Wir beobachten die Pegelstände tirolweit, aber besonders an den Messstellen des Inns rund um die Uhr genauestens und sind in engem Austausch mit den Einsatzorganisationen, den Gemeinden und der Stadt Innsbruck. In Abstimmung mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden sowie mit der Stadt Innsbruck und Kraftwerksbetreibern werden nun vorsorglich Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um bei einem weiteren Anstieg der Pegel, der aufgrund der prognostizierten Niederschläge und der Schneeschmelze zu erwarten ist, bestmöglich für alle Eventualitäten gerüstet zu sein“, berichtet LHStv Josef Geisler im Anschluss an die Stabssitzung mit ExpertInnen der Abteilung Wasserwirtschaft, der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz sowie der Leitstelle Tirol, der Stadt Innsbruck und dem Tiroler Feuerwehrverband. „Einsatzorganisationen wie Feuerwehren und Wasserrettung sind in Bereitschaft. Neben der Zentrale in Innsbruck sind auch die Bezirksstellen der Leitstelle Tirol besetzt“, betont LHStv Geisler.

Gemeinden entlang des Inns betroffen

In einigen Tiroler Gemeinden hat der Inn bereits den Pegelstand eines statistisch alle 30 Jahre vorkommenden Hochwassers (HQ 30) erreicht oder überschritten. Von Ausuferungen betroffen sind vor allem landwirtschaftliche Nutzflächen. „Eine konkrete Prognose ist aktuell sehr schwierig, da diese auch von der Wetter- und Abflussentwicklung entlang der Zubringer des Inns wie beispielsweise der Ötztaler Ache und des Zuflusses am Inn aus der Schweiz zusammenhängen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Inn-Pegel im Laufe des heutigen Nachmittags weiter steigen wird“, so Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft.

Grundsätzlich beruhigt sich das Wetter heute Abend: „Da die Niederschlagsmengen dann aber abfließen müssen und die Schneeschmelze weiterhin stattfindet, müssen wir die Situation im Laufe des heutigen Tages und auch während der Nacht entlang des Inns als auch der Zuläufe und Seitenbäche wie Sanna oder Pitztaler und Ötztaler Ache beobachten“, sagt Klaus Niedertscheider vom Sachgebiet Hydrographie und Hydrologie des Landes. Mit einer Entspannung ist voraussichtlich im Laufe des morgigen Tages zu rechnen.

Verhaltens- und Sicherheitshinweise für die Bevölkerung

Bei Fragen gilt für die Bevölkerung, sich am besten direkt mit ihrer Gemeinde vor Ort in Verbindung zu setzen. Zudem sind einige Selbstschutzmaßnahmen zu beachten:

  • Informieren Sie sich bei der Gemeinde hinsichtlich der Situation!
  • Meiden Sie Uferbereiche von Bächen und Flüssen!
  • Behördliche Straßen-, Brücken- und Wegesperren sind jedenfalls zu beachten!
  • Befolgen Sie die Anweisungen der Hilfskräfte!
  • Bringen Sie Fahrzeuge vorsorglich aus Tiefgaragen bzw. in sichere Bereiche!
  • Räumen Sie Gegenstände, die nicht nass werden sollen, aus dem Keller!
  • Rufen Sie im Notfall die Feuerwehr, wenn Personen oder Tiere in Gefahr sind!

 

Hinweis: Eine weitere Medieninformation seitens des Landes erfolgt heute am späten Nachmittag/frühen Abend.