Projekt SCHUL.Info SMS wird ausgeweitet

Schulschwänzen: Tirol setzt auf Dialog und Information der Eltern.

Kategorien: Familie, Jugend, Schule AutorIn: Christa Entstrasser-Müller
LRin Beate Pafrader setzt auf ein umfassendes Unterstützungsangebot für SchülerInnen, Eltern und PädagogInnen.
LRin Beate Pafrader setzt auf ein umfassendes Unterstützungsangebot für SchülerInnen, Eltern und PädagogInnen.

112 Strafen wegen Verletzung der Schulpflicht wurden im Jahr 2013 ausgesprochen, um sechs weniger als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2014 waren es 48. „Strafe ist immer das letzte Mittel. Wir setzen in Tirol auf die frühzeitige Information der Eltern sowie auf den Dialog zwischen Schule, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern“, erklärt Bildungslandesrätin Beate Palfrader. Man wolle es gar nicht zu einer Verletzung der Schulpflicht kommen lassen. Eine solche liegt vor, wenn SchülerInnen dem Unterricht an drei aufeinanderfolgenden Tagen oder an fünf einzelnen Tagen im Semester unentschuldigt fernbleiben.

Ausweitung auf 7. und 8. Schulstufe

Eine der Initiativen ist das SCHUL.Info SMS. Kommt ein Kind nicht in die Schule, werden die Eltern via SMS oder E-Mail darüber informiert. Das Projekt, das 2012 für die Polytechnischen Schulen gestartet wurde, wird nun auch für die dritten und vierten Klassen an den Neuen Mittelschulen angeboten. „Die letzten drei Pflichtschuljahre sind besonders wichtig für den künftigen Bildungs- und Berufsweg. Deshalb wollen wir der Schulpflichtverletzung in diesen Schulstufen besonders vorbeugen“, begründet LRin Palfrader die Ausweitung des Projekts.

Frühwarnsystem

Das Service, das in mehreren Sprachen zur Verfügung steht, informiert nicht nur über Absenzen, sondern generell über schulische Aktivitäten wie etwa Impfaktionen. „Wir wollen die Schülerinnen und die Schüler vor den Folgen des Schulschwänzens bewahren. Es handelt sich somit um eine Art Frühwarnsystem. Wir wollen über diese Informationsschiene aber auch positive Rückmeldungen geben. Das SCHUL.Info SMS ist ein Ersatz für das Mitteilungsheft und dient gleichzeitig der Prävention“, führt Palfrader aus.

Fünfstufiges Verfahren

Im Jahr 2013 hat der Bund die Höchststrafe für die Verletzung der Schulpflicht von 220 auf 440 Euro erhöht. Bis ein Strafverfahren eingeleitet wird, ist ein fünfstufiges Verfahren vorgesehen. Dieses beinhaltet Gespräche zwischen PädagogInnen, SchülerInnen und Eltern, enthält Zielvereinbarungen und bezieht SchulpsychologInnen und allenfalls die Kinder- und Jugendhilfe mit ein. Wenn all diese Bemühungen nicht fruchten, wird bei der Bezirksverwaltungsbehörde Strafanzeige erstattet.

Umfassendes Unterstützungsangebot

„Kinder, die Probleme machen, sind Kinder, die Probleme haben. Das dürfen wir auch im Zusammenhang mit dem Fernbleiben vom Unterricht nicht vergessen“, setzt LRin Beate Pafrader auf ein umfassendes Unterstützungsangebot für SchülerInnen, Eltern und PädagogInnen. Dazu zähle auch die Schulsozialarbeit, die in Tirol an acht Standorten angeboten wird.