Psychologische Unterstützung für TirolerInnen in Corona-Krisenzeit

Corona-Sorgen-Hotline bietet umfassende Unterstützung bei Fragen und Sorgen

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Seit elf Tagen stehen PsychotherapeutInnen und PsychologInnen der Tiroler Bevölkerung über die Corona-Sorgen-Hotline zur Verfügung. „Die telefonische Beratung wird gut angenommen – wir verzeichnen rund 55 Anrufe pro Tag“, informieren Soziallandesrätin Gabriele Fischer und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und betonen, dass es dennoch ausreichend freie Kapazitäten gibt: „Wir ermutigen alle Tirolerinnen und Tiroler dazu, die Hilfe während dieser schwierigen Zeit anzunehmen, um professionelle Unterstützung zu erhalten. Wir agieren im Bewusstsein dessen, dass die Corona-Krise viel von jeder und jedem Einzelnen abverlangt und dies auch weiterhin tun wird.“

50 Personen stehen den AnruferInnen der Hotline zur Verfügung, die bei Bedarf an weitere 200 ExpertInnen weiterverweisen. „Die Ausnahmesituation ist eine große Belastung für viele Menschen“, weiß LRin Fischer. „Die Hotline ist eine Anlaufstelle, wo sie sowohl jemanden zum Reden haben, aber auch professionelle Unterstützung in dieser herausfordernden Zeit erhalten.“

LR Tilg ist überzeugt, dass „die Fragen und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger mehr werden – diese reichen von gesundheitlichen Bedenken über Existenzängste bis hin zur ‚Decke, die auf den Kopf fällt‘, wodurch ein starker psychologischer Stress entsteht. Deshalb appelliere ich an die Bevölkerung, diese Hilfe anonym in Anspruch zu nehmen und das Gespräch mit den Expertinnen und Experten zu suchen.“

„Wir alle müssen derzeit viele Belastungen auf uns nehmen. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass das Land Tirol die Hotline innerhalb kürzester Zeit einrichten konnte, die sich jetzt schon sehr bewährt hat. Mit jedem Gespräch, wodurch Menschen geholfen werden konnte, bewährt sich diese Hotline“, sagte Christian Haring, Ärztlicher Leiter des Krankenhauses Hall.

„Aufgrund der derzeit geforderten sozialen Distanzierung können bei Menschen Symptome einer psychischen Überforderung vermehrt auftreten. Akut psychiatrische Patientinnen und Patienten wurden vor der Krise in den psychiatrischen Abteilungen der Krankenhäuser Innsbruck, Hall, Kufstein und Lienz und in den internistischen Abteilungen in Zams, Reutte und St. Johann betreut. Aufgrund der Mobilisierung von Infektionsbetten in Akutkrankenanstalten ist eine weitere Stärkung der psychosozialen Versorgung notwendig", so LR Tilg.

Zur Stärkung der psychosozialen Versorgung finden derzeit intensive Gespräche mit der Geschäftsführung der Reha Sonnenpark Lans statt. In der Einrichtung stehen 100 Betten für psychisch beeinträchtigte PatientInnen, die einer allgemeinmedizinischen, psychotherapeutischen Behandlung bedürfen, zur Verfügung. Eine enge Zusammenarbeit mit den Tirol Kliniken, den stationären Psychiatrien in Tirol, den niedergelassenen FachärztInnen und den PsychotherapeutInnen sei dabei besonders wichtig, so LR Tilg.

„Es ist nie zu spät, um Hilfe zu bekommen und anzunehmen“, sagte Barbara Haid, Vorsitzende des Tiroler Landesverbands für Psychotherapie. „Wir können mit der Hotline viele Ängste und Sorgen der Tirolerinnen und Tiroler über die Hotline abfangen. Für all jene, die mehr Unterstützung benötigen, bietet der Landesverband mit seinem Netzwerk von 700 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Zweigstellen in allen Bezirken ihre Hilfe an.“ Die Therapie läuft derzeit hauptsächlich über Telefon und Internet und wird von den jeweiligen Krankenversicherungsträgern rückerstattet.

Die Hotline ist von 8 bis 20 Uhr unter der Nummer 0800 400 120 erreichbar.