Schultaschen: Kein Fall für den Abfall

ReUse-Schultaschenaktion sammelte heuer 554 Schulranzen und Rucksäcke

Kategorien:  LHStvin Felipe LRin Fischer Umwelt Gesellschaft & Soziales Soziales AutorIn: Iris Reichkendler
Michael Kneisl, Obmann Umweltverein Tirol, LHStvin Ingrid Felipe und LRin Gabriele Fischer zusammen mit den Helferinnen des Flüchtlingsheims Reichenau
Michael Kneisl, Obmann Umweltverein Tirol, LHStvin Ingrid Felipe und LRin Gabriele Fischer zusammen mit den Helferinnen des Flüchtlingsheims Reichenau
Von links: LHStvin Ingrid Felipe, Burkhard Mauler vom Jugendrotkreuz Tirol, Obmann des Umweltvereins Tirol Michael Kneisl, Geschäftsführer des Umweltvereins Tirol Martin Baumann, LRin Gabriele Fischer, Geschäftsführer Tiroler Soziale Dienste Johann Aigner und Manuel Wieser von der Landesfeuerwehr mit Zivildiener Marcel Neuner
Von links: LHStvin Ingrid Felipe, Burkhard Mauler vom Jugendrotkreuz Tirol, Obmann des Umweltvereins Tirol Michael Kneisl, Geschäftsführer des Umweltvereins Tirol Martin Baumann, LRin Gabriele Fischer, Geschäftsführer Tiroler Soziale Dienste Johann Aigner und Manuel Wieser von der Landesfeuerwehr mit Zivildiener Marcel Neuner

Am Zeugnistag landen Schultaschen meist schnurstracks in der hintersten Ecke des Kinderzimmers. Oft waren sie damit zum letzten Mal in Gebrauch, weil für das neue Schuljahr eine neue gekauft wird. Doch was tun mit noch gut erhaltenen „alten“ Schultaschen und Rucksäcken?

„Schultaschen gehören nicht in den Müll. Tiroler Familien freuen sich über gut erhaltene Stücke“, betonen Nachhaltigkeitslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe und Soziallandesrätin Gabriele Fischer. Aus diesem Grund veranstaltet der Umweltverein Tirol seit inzwischen elf Jahren zu Ferienbeginn die „ReUse – Schultaschenaktion“.

Als Multiplikator in den Tiroler Schulen fungiert das Jugendrotkreuz Tirol: Dort wird auf die Aktion hingewiesen und die Schultaschen werden vor Ort gesammelt. „Gleichzeitig werden in den Gemeinden jene Schultaschen, die im Recyclinghof abgegeben werden, aus dem Abfallstrom geschleust“, berichtet Michael Kneisl, Obmann des Umweltvereins Tirol. Aus Alt wird nahezu Neu im Flüchtlingsheim Reichenau: Freiwillige Helferinnen und Helfer reinigen die Schultaschen, überprüfen sie auf Schäden und befüllen sie mit Schulmaterialien.

„Nicht jede Familie kann sich neue Schulutensilien leisten – auch in Tirol gibt es Mütter und Väter, die jeden Cent dreimal umdrehen müssen. Da gehen sich auch preiswertere Schultaschen nicht aus“, weiß LRin Fischer. Die Schultaschensammlung sei daher ein Zeichen der gelebten Solidarität und schone gleichzeitig die Ressourcen. Rechtzeitig vor Schulbeginn verteilen die Tiroler Soziale Dienste, Caritas und Diakonie die runderneuerten Rucksäcke und Schultaschen unter Familien in Tirol – was übrig bleibt, geht an Familien in Rumänien und dem Kosovo.

Ressourcenschonung für Klimaschutz

Die Bilanz aus elf Jahren ReUse – Schultaschenaktion kann sich sehen lassen: „Insgesamt rund 13.000 Stück Schultaschen konnten wir seit Beginn der Aktion vor einem Ende auf der Deponie oder dem Verbrennungsofen retten. Allein heuer kommen noch 554 Schultaschen hinzu“, so Martin Baumann, Geschäftsführer des Umweltvereins Tirol.

„Die Schultaschenaktion ist gelebter Klimaschutz. Alles, was länger in Verwendung ist, spart Rohstoffe“, stellt LHStvin Ingrid Felipe. Vor neun Tagen, am 29. Juni, war der sogenannte Erdüberlastungstag – dieser markiert jenen Tag des Jahres, ab dem die Menschheit ökologisch „auf Pump“ lebt, also ab dem die jährlichen Ressourcen des Planeten aufgebraucht sind. Noch nie zuvor waren die natürlichen Ressourcen eines ganzen Jahres so früh verbraucht wie 2019. „Wir müssen den Raubbau an unseren Rohstoffen stoppen. Auch vergleichbar kleine Beiträge zur Ressourcenschonung sind daher ganz wichtig“, ist LHStvin Felipe überzeugt.