Veranstaltungsreihe „Der Zukunft den Boden bereiten“

LHStv Geisler: „Sorgsamer Umgang mit Lebens- und Wirtschaftsgrundlage Boden“

AutorIn: Mag. Christa Entstrasser-Müller
v.li.: Dagmar Rubatscher (Klimabündnis), Lisa Ellemunter, Wolfger Mayrhofer (beide Alpenkonvention/EUSALP), Maria Legner (Klimabündnis), LHStv Josef Geisler und Thomas Peham (Abt. Landwirtschaftliches Schulwesen).
v.li.: Dagmar Rubatscher (Klimabündnis), Lisa Ellemunter, Wolfger Mayrhofer (beide Alpenkonvention/EUSALP), Maria Legner (Klimabündnis), LHStv Josef Geisler und Thomas Peham (Abt. Landwirtschaftliches Schulwesen).

Wenn in Tirol über Grund und Boden diskutiert wird, dann oft im Zusammenhang mit dem Thema Wohnen und den Kosten dafür. „Ein sparsamer und verantwortungsvoller Umgang mit der Lebens- und Wirtschaftsgrundlage Boden ist aber auch im Sinne der Lebensmittelversorgung und des vorbeugenden Katastrophenschutzes ein Gebot der Stunde.“ Das betonte LHStv Josef Geisler anlässlich der vom Klimabündnis Tirol organisierten Veranstaltungsreihe „Der Zukunft den Boden bereiten“ in Innsbruck. Die Workshopreihe wird im Rahmen des Links4Soils-Projekts durchgeführt und ist Teil der Aktivitäten zur EU-Alpenraumstrategie EUSALP unter Tiroler Vorsitz. An insgesamt vier Tagen informierten ExpertInnen über Aspekte des nachhaltigen Bodenmanagements.

„Wir wollen uns in Tirol ein gewisses Maß an Unabhängigkeit in der Lebensmittelversorgung bewahren“, formuliert Geisler eines der Ziele der Tiroler Landesregierung. Die laufende Ausweisung landwirtschaftlicher Vorsorgeflächen wie auch die Funktionsbewertung landwirtschaftlich besonders wertvoller Böden sind wichtige Instrumente zur Sicherung der Flächen für die Lebens- und Futtermittelproduktion. Mit der bereits seit 100 Jahren bestehenden Genbank, in der Saat- und Pflanzgut von rund 1.000 verschiedenen Landsorten – davon über 700 Getreide-, 75 Kartoffel-, 60 Bohnen-, 50 Mohn- und 30 Erbsensorten sowie 30 anderen Kulturarten – lagert, sichert das Land Tirol die genetische Vielfalt landwirtschaftlicher Nutzpflanzen in der Region. Auch wenn der Ertrag traditioneller Landsorten im Vergleich zu modernen Sorten oft geringer ist, verfügen sie vielfach über Eigenschaften, die im Hinblick auf veränderte Umweltbedingungen wie den Klimawandel viel Anpassungs- und Nutzungspotenzial bieten.

Tirols Wälder klimafit machen

Als größter Schutzschild vor Naturgefahren ist der Tiroler Wald im Hinblick auf den Klimawandel besonders gefordert. „Im Wald muss man in Generationen denken. Deshalb beginnen wir jetzt damit, unsere Wälder klimafit zu machen. Die Herausforderung liegt darin, die oft standortfremden Fichtenwälder in naturnahe Mischwälder umzuwandeln“, verweist LHStv Josef Geisler auf die laufenden Aktivitäten des Tiroler Forstdienstes. Wälder mit vielen verschiedenen Baumarten sind widerstandsfähiger und können Stressfaktoren wie hohen Temperaturen besser trotzen.

Seit zwei Jahren liegt die sogenannte Waldtypisierung flächendeckend für die gesamte Waldfläche in Tirol vor. Dieses Informationssystem zeigt die natürliche und damit stabile und anpassungsfähige Baumartenzusammensetzung am jeweiligen Standort im Hinblick auf den Boden, das Gelände und das Klima, also jenen Zustand, in dem die Wälder ihre Funktionen am besten erfüllen. Somit dient die Waldtypisierung bei vielen forstlichen Maßnahmen als Beratungsgrundlage.

„Boden ist Leben. Deshalb müssen wir sorgsam damit umgehen – vor allem deshalb, weil wir in Tirol auch künftig Grund und Boden für eine gedeihliche Entwicklung brauchen werden“, so LHStv Josef Geisler abschließend.

 

Boden in Tirol

  • 1.264.000 Hektar Landesfläche
  • 519.500 Hektar Wald (41 Prozent der Landesfläche)
  • 290.000 Hektar Naturparke und Nationalpark Hohe Tauern (25 Prozent der Landesfläche)
  • 119.000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen ohne Almen (9,4 Prozent)
  • 163.000 Hektar Almen (13 Prozent)
  • 38.500 Hektar Siedlungen, Anlagen, Verkehrsflächen (3 Prozent)