Zehn „Pilotgemeinden“ werden klimafit für die Zukunft!

Klimawandelanpassung in Tirols Gemeinden

Kategorien:  LHStvin Felipe Umwelt Klimaschutz AutorIn: Clemens Rosner
Die Arbeitsgruppe zum Projekt Klimawandel aus der Gemeinde Pfunds mit Vizebürgermeister Peter Wille (mittig mit Plakat) und alpS Projektbetreuerin Hanna Krimm (ganz links)
Die Arbeitsgruppe zum Projekt Klimawandel aus der Gemeinde Pfunds mit Vizebürgermeister Peter Wille (mittig mit Plakat) und alpS Projektbetreuerin Hanna Krimm (ganz links)
Ein vorausschauendes Mitdenken möglicher Auswirkungen des Klimawandels trägt laut LHStvin Ingrid Felipe erheblich dazu bei, das Schadenspotenzial zu reduzieren.
Ein vorausschauendes Mitdenken möglicher Auswirkungen des Klimawandels trägt laut LHStvin Ingrid Felipe erheblich dazu bei, das Schadenspotenzial zu reduzieren.

„Der Klimawandel schreitet im Alpenraum in besonderem Maße voran und auch in Tirol sind die Folgen der veränderten klimatischen Bedingungen zu spüren“, sagt LHStvin Ingrid Felipe und begrüßt die Initiativen in Tirol zur Klimawandelanpassung: Zehn Pilotgemeinden bzw. Regionen haben in einem von der Tiroler Landesregierung mit 114.000 Euro unterstützten Projekt vorausschauende Anpassungsmaßnahmen zum Schutz des Lebens- und Wirtschaftsraums Tirol getroffen.

In den Gemeinden Arzl im Pitztal, Brixlegg, Galtür, Gnadenwald, Innsbruck, Karrösten, der Erlebnisregion Ried, Prutz und Pfunds, der Sonnenregion Hohe Tauern (mit Matrei, Prägraten und Virgen), Stams und Wörgl wurden in den vergangenen Monaten umfas-sende Risiko- und Klimafolgeanalysen angefertigt sowie zahlreiche Anpassungsvorkehrungen erarbeitet. Begleitet haben den Prozess ExpertInnen von alpS, Energie Tirol und dem Klimabündnis Tirol. „Durch die im Projekt entwickelten Maßnahmen können die Folgen des Klimawandels in den Gemeinden und Regionen abgeschwächt sowie Chancen bestmöglich genutzt werden. Ich freue mich zudem, dass das nötige Bewusstsein für die Anpassung an den Klimawandel gestärkt wurde und bereits erste positive Auswirkungen der konzipierten Maßnahmen erzielt werden konnten“, sagt Klimaschutzlandesrätin LHStvin Felipe.

Wiesenmonat in Pfunds begeistert Gäste und Einheimische

Einige Gemeinden arbeiten bereits erfolgreich an der Umsetzung der erarbeiteten Maß-nahmen. In der Erlebnisregion Ried, Prutz & Pfunds beispielsweise werden naturnahe Erlebnisangebote mit touristischem Mehrwert in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und dem Tourismusverband angeboten. Dabei organisierte die Region den Wiesenmo-nat Juni mit insgesamt 35 Veranstaltungen im Zeichen der Nachhaltigkeit und Umwelt. Der Artenreichtum der alpinen Pflanzenwelt ist besonders im Frühsommer ein beeindruckendes Naturereignis mit weitreichender Bedeutung für Mensch und Region. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe mit dem Titel „JUNI.BLUAMA.ZEIT“ konnten BesucherInnen unter anderem die alte Sensenmähtechnik erlernen und Informationen zur Insekten- und Pflanzenbestimmung erhalten. Außerdem wurde es Interessierten ermöglicht, an geführten Wanderungen zum Thema Wiesen, an Führungen in Betrieben sowie an Workshops teilzunehmen und die in der Landwirtschaft Tätigen auf deren Höfen zu besuchen. Ziel dieser Maßnahmen ist die Förderung eines nachhaltigen und klimaschonenden Tourismus in der Region. Entstanden ist die JUNI.BLUAMA.ZEIT durch die Zusammenarbeit des TVB Tiroler Oberland und der Tiroler Umweltanwaltschaft im Projekt FUTOURIST, gefördert durch die EU und Interreg V-A Italien-Österreich.

Reduktion des Schadenspotenzials durch frühzeitige Anpassung

„Die Ergebnisse des Projekts belegen, dass es für Gemeinden unumgänglich ist, bei heutigen Entscheidungen und Investitionen die zu erwartenden Folgen des Klimawan-dels zu berücksichtigen, um teure Fehlentscheidungen zu vermeiden“, ist sich LHStvin Felipe sicher, dass ein vorausschauendes Mitdenken möglicher Auswirkungen des Klimawandels erheblich dazu beiträgt, das Schadenspotenzial zu reduzieren. „Der Klimaschutz einerseits und die Anpassung an den Klimawandel andererseits schaffen somit die Voraussetzung, den Wirtschaftsraum langfristig zu erhalten und die Lebensqualität gegenwärtiger und zukünftiger Generationen zu sichern.“