Zukunftstag 2018

EUSALP-Leistungsschau mit Projekten zum Anfassen

Kategorien: LH Platter, Veranstaltungen, EU AutorIn: Elisabeth Huldschiner
In seiner Key-Note-Speech betonte LH Günther Platter die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Regionen.
In seiner Key-Note-Speech betonte LH Günther Platter die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Regionen.
LHStv Josef Geisler nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der Alpenregionen“ teil, gemeinsam mit Universitätsprofessor Andreas Maurer, Doktorandin Clara Maier und Verkehrsexperte Helmut Moroder.
LHStv Josef Geisler nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der Alpenregionen“ teil, gemeinsam mit Universitätsprofessor Andreas Maurer, Doktorandin Clara Maier und Verkehrsexperte Helmut Moroder.
LHStvin Ingrid Felipe besuchte die „Alpenmeile“ und unterhielt sich mit den Projektleiterinnen von Terra Raetica.
LHStvin Ingrid Felipe besuchte die „Alpenmeile“ und unterhielt sich mit den Projektleiterinnen von Terra Raetica.
Energieautonomie ist eine wichtige Säule in der EUSALP: LHStv Geisler (links) und LH Platter (rechts) mit dem Team von Energie Tirol.
Energieautonomie ist eine wichtige Säule in der EUSALP: LHStv Geisler (links) und LH Platter (rechts) mit dem Team von Energie Tirol.
Katastrophenmanagement ist von großer Bedeutung in der EUSALP.
Katastrophenmanagement ist von großer Bedeutung in der EUSALP.

Am 5. April ging der diesjährige Zukunftstag in der SOWI-Aula der Universität Innsbruck über die Bühne. Im Zentrum stand die EU-Strategie für den Alpenraum EUSALP, über die Tirol die Präsidentschaft für das Jahr 2018 innehat. „Die EUSALP ist die erste und einzige makroregionale Strategie der EU, die von den Regionen ausgeht. Das wird auch anhand der heute präsentierten Projekte sichtbar“, sagte LH Günther Platter in seiner Ansprache vor rund 300 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Forschung. „Anlässlich des diesjährigen Zukunftstages wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck vor allem die Jugend miteingebunden.“ Ihre Ideen und Ansatzpunkte wurden aufgenommen, um den gemeinsamen Herausforderungen der Zukunft mit gezielten Antworten zu begegnen. „Denn es ist unser Ziel, den jungen Generationen ein lebenswertes, attraktives Umfeld zu hinterlassen, damit auch sie sagen können: Wir leben in einem wunderbaren Land, umgeben von einer intakten Natur.“

Verkehr bei EUSALP im Fokus

Tirol war als Gründungsland der EUSALP stets ein Motor der Alpenraumstrategie und wirkt bei insgesamt fünf von neun Aktionsgruppen mit. Dabei hat das Land gemeinsam mit Südtirol und Trentino die Leadfunktion in der Arbeitsgruppe zum Thema Verkehr und Mobilität übernommen. „So können wir das Verkehrsproblem noch entschiedener angehen als bisher. Denn der Verkehr nimmt in einem bedenklichen Ausmaß zu, die Belastung für unser Land und die Menschen, die an der Route leben, sind mittlerweile unerträglich geworden. So kann es nicht weitergehen: Die Freiheit des Warenverkehrs muss dort ihre Grenze haben, wo die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger gefährdet ist“, stellte LH Platter klar. „Es ist an der Zeit eine faire Verteilung über allen Alpenkorridoren zu schaffen, und deshalb braucht es auch die Harmonisierung der Mauttarife auf der Straße, einmal um Umwegtransit zu verhindern und zweitens um die Bahn attraktiver zu machen. Deshalb pochen wir auf die Korridormaut von München nach Verona, wollen aber gleichzeitig die modernste Bahninfrastruktur mit dem BBT schaffen, damit wir auch langfristig die Verlagerung zu Stande bringen,“ bekräftigt LH Platter die Marschroute in Sachen Verkehrspolitik.

Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit

 

Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit gelingt in Tirol durch die duale Ausbildung, weshalb das Land seine positiven Erfahrungen an die Partnerregionen der EUSALP weitergeben will. Durch die bestmögliche Abstimmung der Ausbildung in den Betrieben und den Schulen, profitiert nicht nur die junge Generation, sondern auch die Wirtschaft, durch hochqualifizierte Fachkräfte. Darüber hinaus ist die Lehre ein wichtiger Faktor in der Entwicklung des ländlichen Raums, da sie die Ausbildung vor Ort und in den Betrieben abseits der Ballungszentren ermöglicht, betonte LH Platter. Mit dem Startschuss für den „10-Punkte-Plan“ werden Möglichkeiten für andere EUSALP-Staaten und Regionen entwickelt und es wird aufgezeigt, wie das System der dualen Ausbildung insgesamt oder in Teilbereichen in der jeweiligen Region umsetzbar ist.

Nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen

Gerade in den Alpen sind die unterschiedlichen Nutzungsinteressen aufgrund des sehr begrenzten Dauersiedlungsraumes früh und deutlich erkennbar. Daher hat sich die Tiroler EUSALP-Präsidentschaft eine Reihe von Aktivitäten für die nachhaltige Nutzung der Böden vorgenommen. Derzeit wird an einer gemeinsamen Deklaration gearbeitet, damit sich alle wichtigen Player zum Schutz der Böden bekennen. Schließlich stand das Naturkatastrophenmanagement im Fokus des Zukunftstags. „Wer im alpinen Bereich lebt, weiß auch um seine Gefahren – diese haben wir unlängst fast täglich erlebt. Insbesondere der Alpenraum ist die am stärksten vom globalen klimatischen Wandel und von Naturkatastrophen betroffene Region Europas“, erklärte LH Platter.

„Alpenmeile“ mit 15 Ausstellern

In einer Leistungsschau wurden die Ergebnisse regionsübergreifender Projekte präsentiert: Die inhaltliche Palette reichte von Verkehr und Mobilität über duale Ausbildung und die Einbindung von Jugendlichen in die Politik bis hin zu Energie und Gefahrenmanagement. „Die vorgestellten Projekte spiegeln nicht nur die vielen Facetten der EUSALP wider, sondern zeigen auch auf, wie ergebnisorientiert und zielführend regionsübergreifende Zusammenarbeit ist“, gratulierte LH Platter den Projektpartnern beim abschließenden Rundgang durch die „Alpenmeile“.

Über die EUSALP

Die EUSALP umfasst neben den 48 Alpenregionen auch die sieben Alpenstaaten Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Frankreich, Italien und Slowenien mit rund 80 Millionen EinwohnerInnen. Am 28. Juli 2015 hatte die Europäische Kommission die EUSALP als makroregionale Strategie angenommen, im Dezember 2016 wurde sie durch den Europäischen Rat beschlossen. Seither wird die Alpenstrategie mit konkreten Projekten wie der Aktionsgruppe Mobilität oder Klimawandel mit Leben gefüllt. Neben dem Ostseeraum, der Donauregion und dem adriatisch-ionischen Raum liegt nunmehr für den Alpenraum die vierte offiziell anerkannte Makroregionale Strategie der EU vor. Unter europäischem Dach und mit Unterstützung der EU werden grenzüberschreitende Vorhaben in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr, Energie sowie Umwelt-, Kultur- und Ressourcenschutz auf den Weg gebracht. 2017 übernahm Bayern den Vorsitz von Slowenien.

Zitate:

LHStv Josef Geisler: Die EUSALP bietet die Möglichkeit, die Energieautonomie auszubauen. Die Alpenregionen verfügen über ein großes Potenzial mit der Wasserkraft, Geothermie und Solarkraft. Den Ausbau können wir gemeinsam überregional vorantreiben, um gemeinsam in eine energieautonome Zukunft zu gehen.

LHStvin Ingrid Felipe: Im Rahmen der EUSALP ergreifen auch die inneralpinen Regionen wie Tirol, die nicht zu den Mega-Ballungsräumen zählen, die Initiative. Hier im Land im Gebirge sind wir sehr naturverbunden und achten aufmerksam auf unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen. Diese Herangehensweise ist sehr wichtig für eine makroregionale Strategie, wie es die EUSALP ist.

LRin Gabriele Fischer Die Alpenregionen und damit auch Tirol sind sehr sensibel, haben aber gleichermaßen sehr viel Potenzial. Das muss uns klar sein und das müssen wir der Jugend erklären. Natürlich herrschen andere Maßstäbe in den Alpenregionen, als in den großen Regionen, aber genau darin liegt auch eine Riesenchance, um Großes überregional gemeinsam zu entwickeln.