Almbegehung: Weidelenkung und Schutz von Schafen in Serfaus sehr schwierig

Schafhalter, Gemeinde und Tourismus wollen weiterhin Bewirtschaftung mit Schafen

Kategorien:  Landwirtschaft AutorIn: Christa Entstrasser-Müller

Nachdem im Gemeindegebiet von Serfaus mehrere Schafe mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf gerissen wurden, fand bereits an Christi Himmelfahrt eine Almbegehung mit Schafhaltern, Bürgermeister und Experten des Landes statt. Die Schafhaltung und die Bewirtschaftung mit Schafen haben für alle Beteiligten in Serfaus einen hohen Stellenwert.

Was die Machbarkeit einer gezielten Weideführung der Schafe als notwendige Vorstufe für allfällige Herdenschutzmaßnahmen anlangt, so wird die Situation von den Experten in einer ersten Einschätzung als „sehr schwierig“ beschrieben. „Aufgrund der Topographie ist die Umsetzung einer gezielten Weideführung jedenfalls in einem Teilbereich der Schafalm kaum realisierbar. Eine gezielte Weideführung auf der Serfauser Schafalm bedarf zudem eines eigenen Hirten, der immer vor Ort ist. Die Anzahl von 250 bis 300 Schafen stellt für die Anstellung eines Hirten aber eine kritische Größe hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit dar“, fassen Josef Gitterle, Herdenschutzbeauftragter des Landes in der Abt. landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht, und Simon Moser vom Büro Alpe zusammen.

Schafe weiter im freien Weidegang

Zumindest für die heurige Almsaison sehen die Experten keine Möglichkeiten eine gezielte Weideführung und parallel dazu Herdenschutzmaßnahmen umzusetzen. Die Schafe bleiben im sehr weitläufigen Gebiet vorläufig weiter im freien Weidegang. Eine endgültige Beurteilung der Machbarkeit einer gezielten Weideführung war im Rahmen der Almbegehung nicht möglich, da große Teile der Weideflächen noch schneebedeckt sind.

Große Verunsicherung und Belastung

„Sowohl seitens der Schafhalter als auch seitens der Gemeinde und des Tourismus besteht großes Interesse daran, die Almbewirtschaftung mit Schafen auch aus Gründen des Erosions- und Lawinenschutzes aufrechtzuerhalten“, bekräftigt Bgm Paul Greiter. Die Verunsicherung, Besorgnis und Belastung aufgrund der Wolfspräsenz seien jedoch groß. Rund 100 Schafe wurden in Serfaus bereits aufgetrieben. Der Großteil der Schafbauern wird aus heutiger Sicht die Tiere auf der Alm lassen bzw. demnächst auftreiben. Im Zuge der Almbegehung wurden wiederum zwei tote Lämmer gefunden. Damit erhöht sich die Zahl der toten Tiere in Serfaus auf zehn. Die Situation wird vor Ort und seitens des Landes weiterhin genau beobachtet.

www.tirol.gv.at/baer_wolf_luchs