Ethischer Stadtrundgang: „Die Katze im Sack kaufen“

Globale und lokale Hintergründe unseres Konsums

Kategorien: LHStvin Felipe, Nachhaltigkeit AutorIn: Clemens Rosner
Exotische Gewürzspezialitäten in der Innsbrucker Markthalle.
Exotische Gewürzspezialitäten in der Innsbrucker Markthalle.
Verpackungsloses Einkaufen in Innsbruck.
Verpackungsloses Einkaufen in Innsbruck.
LHStvin Felipe überzeugt sich von der Qualität der angebotenen Produkte.
LHStvin Felipe überzeugt sich von der Qualität der angebotenen Produkte.
Stadtführer Christian Kayed (links), Engin Dogan, Geschäftsführer von Greenroot, und LHStvin Felipe mit einigen Teilnehmerinnen des ethischen Stadtrundgangs.
Stadtführer Christian Kayed (links), Engin Dogan, Geschäftsführer von Greenroot, und LHStvin Felipe mit einigen Teilnehmerinnen des ethischen Stadtrundgangs.

Warum sind so viele Elektrogeräte irreparabel, in welchen Innsbrucker Geschäften wird verpackungslose Ware verkauft und welche Vorteile bringt Second-Hand-Kleidung? Diesen Fragen wird beim Stadtrundgang zum Thema ethischer Konsum nachgegangen.

Waren aus aller Welt kommen nach Tirol

Bereits seit Jahrhunderten finden Handelsgüter aus allen Himmelsrichtungen ihren Weg nach Tirol, im Besonderen nach Innsbruck. Kaffee aus Südamerika, Früchte aus Afrika und Gewürze von der arabischen Halbinsel sind schon lange wesentliche Bestandteile der heimischen Küche geworden. Bekleidung, Computer und Mobiltelefone legen nach der Herstellung zigtausende Kilometer zurück bis sie in Tirol zu unverzichtbaren Gebrauchsgütern werden. „Mit unserem lokalen Konsumverhalten kann jede einzelne Person einen Teil zur Veränderung der globalen Wirtschaft beitragen. Dazu braucht es Informationsarbeit und Sensibilisierung bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Ein gelungenes Beispiel dafür ist der ethische Stadtrundgang, der praxisnah und fundiert die komplexen Themen begreifbar macht“, sagt Nachhaltigkeitslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe.

Information und Sensibilisierung

Der ethische Stadtrundgang wird von Südwind Tirol und dem Stadtführer Christian Kayed organisiert und durchgeführt. Die zirka zwei Stunden dauernde Tour durch die Tiroler Landeshauptstadt wird für unterschiedliche Personengruppen differenziert angeboten, macht an verschiedenen Stationen Halt, um anhand von alltäglichen Produkten globale Zusammenhänge aufzuzeigen. Dabei werden die Schattenseiten der bunten Warenwelt nicht ausgespart: unmenschliche Arbeitsbedingungen in Produktionsländern oder die ökologischen Schäden durch die Rohstoffgewinnung sowie die Müllberge, die durch Massenkonsum und Verpackungswahn entstehen.

Was können wir beitragen?

Ein wichtiger inhaltlicher Teil des Rundgangs ist, den teilnehmenden KonsumentInnen, die eben nicht die Katze im Sack kaufen wollen, sondern immer öfter bewusste, gut informierte und überlegte Kaufentscheidungen treffen, auch alternative Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Denn gerade in den letzten Jahren wächst das Bedürfnis vieler Menschen, nach Möglichkeit nachhaltiger zu leben und bewusster zu handeln. LHStvin Ingrid Felipe: „Mit unserem Konsumverhalten können wir einen wertvollen Beitrag nicht nur für die Umwelt, sondern auch im Bereich Entwicklungszusammenarbeit leisten, weil wir dadurch unter anderem Einfluss auf bessere Arbeitsbedingungen oder ökologisch wertvollere Anbaumethoden nehmen können. Also beim Kauf eben nicht auszublenden, was mit der Herstellung eines Produktes einhergeht, was der Kauf in anderen Ländern bei Umwelt und Menschen auslöst. Dies erscheint besonders unter dem Licht der 17 international festgelegten Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele, den ‚Sustainable Development Goals‘ wichtig.“

Riechen, schmecken, zuhören

Der kurzweilige Stadtrundgang bietet dabei kulinarische Leckereien sowie Erlebnisse für alle Sinne. So können TeilnehmerInnen exotische Gewürze riechen und schmecken oder biologisch hergestellte, verpackungsfrei verkaufte Leckereien kosten. Gemeinsam wird erkundet, welche Rolle Innsbruck in Geschichte und Gegenwart als Teil globaler Handelsbeziehungen gespielt hat und spielt. Auch der schwierige Umgang mit elektronischen und digitalen Geräten, deren Herstellung, Nutzungsdauer und auch Entsorgung werden ausführlich angesprochen und diskutiert. Es ist eine Gelegenheit, Innsbruck unter neuen Gesichtspunkten zu erforschen, auf den Spuren alltäglicher Produkte dem Thema Konsum auf den Grund zu gehen und gleichzeitig globale Zusammenhänge und lokale Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen.

„Der Stadtrundgang bietet vielfältige Informationen, präsentiert lokale Vorzeigeprojekte und regt nicht zuletzt an, sein eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen“, zeigt sich Umweltlandesrätin LHStvin Felipe nach dem Rundgang begeistert.

Die Stadtrundgänge werden für Jugendliche auch in Imst und Wörgl angeboten.

Stadtrundgänge für Jugendliche:
 https://www.suedwind.at/tirol/angebote/stadtrundgang-ethischer-konsum/stadtrundgang-jugendliche 

Stadtrundgang für Erwachsene in Innsbruck:
 https://www.suedwind.at/tirol/angebote/stadtrundgang-ethischer-konsum/stadtrundgang-erwachsene