EVTZ-Vorstandssitzung in Bozen

LH Platter: „Euregio wird beim Brenner-Transit-Gipfel geschlossen marschieren!“

Kategorien: LH Platter AutorIn: Bettina Sax
LH Günther Platter, LH Arno Kompatscher (Südtirol) und LH Ugo Rossi (Trentino) bei der heutigen EVTZ-Sitzung in Bozen.
LH Günther Platter, LH Arno Kompatscher (Südtirol) und LH Ugo Rossi (Trentino) bei der heutigen EVTZ-Sitzung in Bozen.
LH Günther Platter (links) betonte nach der Sitzung, dass es die geballte Kraft der Länder und ein gemeinsames Vorgehen brauche, um den steigenden Transitverkehr einen Riegel vorzuschieben.
LH Günther Platter (links) betonte nach der Sitzung, dass es die geballte Kraft der Länder und ein gemeinsames Vorgehen brauche, um den steigenden Transitverkehr einen Riegel vorzuschieben.

Heute, Mittwoch, fand in Bozen die Vorstandssitzung des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) statt. Auf Schloss Prösels bei Völs am Schlern in Südtirol tauschten sich die drei Landeshauptleute der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino unter anderem zur aktuellen Verkehrssituation entlang des Brennerkorridors sowie zur Wahrnehmung der Euregio in der Bevölkerung aus. Im Anschluss an die Gespräche präsentierte LH Günther Platter gemeinsam mit LH Arno Kompatscher (Südtirol), derzeitiger Euregio-Präsident, und LH Ugo Rossi (Trentino) die Ergebnisse.

Transit: Gemeinsames Maßnahmenpaket für Brenner-Transit-Gipfel

„Die Verkehrsbelastung auf der Brennerachse ist nicht mehr tragbar. Dringende und gezielte Maßnahmen sind notwendig, um den Verkehr einzudämmen und den Schwerverkehr auf die Schiene zu verlagern“, betonte Euregio-Präsident LH Kompatscher. „Um dem steigenden Transitverkehr entlang des Brennerkorridors endlich einen Riegel vorzuschieben, braucht es die geballte Kraft der drei Länder und ein gemeinsames Vorgehen“, hob auch LH Platter angesichts des Brenner-Transit-Gipfels am 12. Juni in Bozen, bei welchem VertreterInnen aus Deutschland und Italien teilnehmen, hervor. Gleichzeitig betonte Tirols Landeshauptmann, dass es wesentlich sei, „Deutschland, Italien und Österreich in die Verantwortung zu nehmen – ob hinsichtlich einer einheitlichen Korridormaut oder der Verlagerung des Güterschwerverkehrs auf die Schiene. Schließlich geht es um den Schutz der Gesundheit der Menschen und der Umwelt“, so LH Platter. Auch für das Trentino sei das Verkehrsproblem vordergründig, sagte der Trentiner LH Rossi, der sich für einen Ausbau des Verladezentrums "Interporto" in Trient aussprach.

Damit stehen die Vermeidung des Umweg-Transitverkehrs und die höhere Attraktivität der Schiene gegenüber der Straße im Zentrum der Bemühungen der Euregio. Die drei Länder haben sich darauf geeinigt, mit einem gemeinsamen Maßnahmenpaket beim Brenner-Transit-Gipfel geschlossen aufzutreten.

Staumanagement und Verkehrsbeobachtung

Weiteres soll es ein länderübergreifendes Überwachungssystem zur Verkehrsentwicklung geben: „Um die Entwicklungen im Bereich des Güterschwerverkehrs noch besser nachzuverfolgen, müssen wir den Verkehr entlang der gesamten Transitroute im Auge haben“, begrüßt LH Platter das Vorhaben. Außerdem gelte es, die Euregio-BürgerInnen über die den Transitverkehr einschränkenden Maßnahmen noch besser zu informieren: Noch im Sommer 2018 soll auf der Website der Europaregion ein entsprechendes Service angeboten werden.


Weitere Meldungen aus der EVTZ-Sitzung

Bekanntheit der Europaregion steigt in Tirol: Die politikwissenschaftliche Studie der Universität Innsbruck zeigt, dass der Bekanntheitsgrad der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino steigt: „76 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler kennen die Europaregion nicht nur: Viele von ihnen sprechen sich für den Ausbau der Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Tourismus aus. Das zeigt, dass das Bewusstsein für die gemeinsame Stärke der Länder vorhanden ist“, freut sich LH Platter über die Steigerung im Vergleich zum Jahr 2015 von zehn Prozent. In Südtirol ist die Bekanntheit im Zweijahresvergleich um vier, im Trentino um fünf Prozent gestiegen. „Durch die zahlreichen Euregio-Projekte und -Initiativen, von welchen die Bürgerinnen und Bürger direkt profitieren, steigen die Berührungspunkte mit der Euregio. Außerdem setzen wir auf eine verstärkte Kommunikation, um den Tirolerinnen und Tiroler die Bedeutung der Zusammenarbeit der drei Länder noch näher zu bringen“, betont LH Platter.

Euregio-Master für öffentliche Verwaltung: Mit der Kooperationsvereinbarung zwischen den Universitäten Innsbruck, Bozen und Trient ist der Euregio-Master für öffentliche Verwaltung nun auf der Zielgeraden. Der Masterstudiengang für Angehörige der Landesverwaltungen aller drei Mitgliedsländer soll ab Oktober 2018 angeboten werden. „In diesem zweijährigen Studium werden Kompetenzen für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Verwaltung vermittelt. Im Fokus liegen die Fachsprache, das Europa der Regionen, die öffentliche Verwaltung in der Euregio und interkulturelle Aspekte – Bereiche von denen die Entwicklung der Europaregion durch das vertiefte Wissen der angehenden Expertinnen und Experten profitieren wird“, sagt LH Platter. Die Inhalte des 60-ECTS-Studiums werden in Deutsch, Italienisch und Englisch vermittelt. Bis zu 18 Studierende werden für das Studium zugelassen.

Gedenkstätte für Andreas Hofer in Mantua: Der EVTZ-Vorstand hat sich außerdem darauf geeinigt, in der Stadtgemeinde Mantua eine Gedenkstätte für Andreas Hofer zu errichten. Dort soll die Geschichte der beiden Länder aufgearbeitet und aus einem modernen Blickwinkel beleuchtet werden. „Es ist wichtig, dass wir auf die Vergangenheit zurückblicken und uns ihrer erinnern. Mit der Gedenkstätte in Mantua wird die gemeinsame Geschichte Tirols und Südtirols symbolisch einmal mehr gefestigt. Ich begrüße es, dass im Rahmen einer musealen Einrichtung rund um die Tiroler Geschichte die Wissens- und Geschichtsvermittlung gestärkt wird“, so LH Platter.