Fünf Stück Rotwild mit Tbc infiziert, zwei hochansteckend

Ergebnis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit

Kategorien:  BH Reutte Land- & Forstwirtschaft AutorIn: Bettina Sax, Christa Entstrasser-Müller

Die Tbc-Infektionsrate beim Rotwild in Kaisers ist hoch: Fünf der 33 entnommenen Stück Rotwild sind nach der Erstuntersuchung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Tbc infiziert, zwei davon sind so genannte Ausscheider und damit sogar hochansteckend. Das hat die erste veterinärmedizinische Untersuchung, die am Montag in der Sammelstelle für Tierkadaver in Weißenbach am Lech durchgeführt wurde, ergeben. Weitere Proben werden nun untersucht, die Zahl könnte sich noch erhöhen.

Damit liegt die Tbc-Infektionsrate in Kaisers bei 15 Prozent. In anderen Revieren, in denen der Rotwildbestand konsequent reguliert werden, beträgt die Tbc-Infektionsrate unter drei Prozent. Zehn der 14 im Jagdjahr im Lechtal positiv auf Tbc-getesteten Stück Rotwild entfallen allein auf Kaisers. Proben von allen 33 in Kaisers entnommenen Stück Rotwild werden nun zur weiteren Untersuchung nach Mödling zur Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) geschickt. Im Zuge der dortigen Laboruntersuchungen könnte sich die Zahl der Tbc-Infektionen sogar noch erhöhen.

„Die vorliegenden Zahlen bestätigen, dass die Regulierung des Rotwildbestandes und die konsequente Bekämpfung von Tbc beim Rotwild absolut notwendig sind“, erklärt LHStv Josef Geisler. Entnahmen im Gatter werde es in Tirol aber nicht mehr geben. Im Zuge der Alpung wird Tbc vom Rotwild auf die Rinder übertragen. In den vergangenen Jahren mussten in Tirol rund 300 Rinder auf 119 Bauernhöfen aufgrund des vom Rotwild übertragenen Tbc-Erregers Mycobacterium caprae getötet werden, 115 davon allein im Außerfern.

Ein engmaschiges Kontrollsystem für Rotwild aus Seuchengebieten sowie die Kontrollen bei Rinderbeständen gewährleisten bestmöglich, dass keine Übertragung stattfinden kann. „Tbc zählt zu jenen Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen durch direkten Kontakt oder indirekt über Lebensmittel übertragen werden können“, erklärt Franz Katzgraber von der Landessanitätsdirektion. Eine Darmtuberkulose ist beispielweise eine schmerzhafte Entzündungserkrankung, die bei schwerwiegendem unbehandelten Verlauf auch tödlich sein kann. „Aufgrund der hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards im Veterinärwesen und Lebensmittelbereich sind Darmtuberkulosen bei Menschen heute weitgehend verschwunden.“ Das Risiko einer direkten Tbc-Übertragung von Tier zu Mensch ist infolge der Nahebeziehung insbesondere für LandwirtInnen gegeben. „Tuberkulose nimmt in Tirol seit Jahren ab. Dennoch darf man nicht wegsehen: Tuberkulose kann bei Tatenlosigkeit auch wieder eine Gefahr für den Menschen werden“, so Katzgraber.