Längster „Mars-Ausflug“ führte sieben Kilometer in die Wüste

Mehrstündiger Außenbordeinsatz auf zwei Quads.

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LR Tilg mit Mitgliedern der ÖWF-Mars Simulation AMADEE-18: Reinhard Tlustos (Flight Director), Sophie Gruber (Projektleiterin) und Nina Sejkora (Flightplan Teamlead).
LR Tilg mit Mitgliedern der ÖWF-Mars Simulation AMADEE-18: Reinhard Tlustos (Flight Director), Sophie Gruber (Projektleiterin) und Nina Sejkora (Flightplan Teamlead).
Das Mission Support Center in Innsbruck: Von hier aus wird die ÖWF-Mars Simulation im Oman geleitet. Die Kommunikation erfolgt mit 10-minütiger Zeitverzögerung, um die Gegebenheiten einer Mission zum Roten Planeten authentisch nachzustellen.
Das Mission Support Center in Innsbruck: Von hier aus wird die ÖWF-Mars Simulation im Oman geleitet. Die Kommunikation erfolgt mit 10-minütiger Zeitverzögerung, um die Gegebenheiten einer Mission zum Roten Planeten authentisch nachzustellen.
Kernstück der ÖWF-Mars Simulation ist der Marsanzug-Protoyp, den das ÖWF selbst entwickelt hat. Das "Raumschiff zum Anziehen" ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. LR Tilg mit Mitgliedern der ÖWF-Mars Simulation AMADEE-18: Willibald Stumptner (ÖWF Vo
Kernstück der ÖWF-Mars Simulation ist der Marsanzug-Protoyp, den das ÖWF selbst entwickelt hat. Das "Raumschiff zum Anziehen" ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. LR Tilg mit Mitgliedern der ÖWF-Mars Simulation AMADEE-18: Willibald Stumptner (ÖWF Vorstandsmitglied), Reinhard Tlustos (Flight Director) und Sophie Gruber (Projektleiterin).

Bei seinem Besuch im Mission Support Center in Innsbruck, von wo aus die derzeitige Mars-Mission des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) geleitet wird, erlebte Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg von Tirol aus den längsten Außeneinsatz mit.

Die EVA (Extra Vehicular Activity), wie so ein Einsatz in der Raumfahrt genannt wird, führte zu einem vom Basislager sieben Kilometer entfernten Wasservorkommen. Tatsächlich befanden sich dafür „Field Commander“ Gernot Grömer, Astrophysiker aus Innsbruck, und der Portugiese Joao Lousada als „Analog-Astronauten“ in den vom ÖWF entwickelten Raumanzug-Prototypen in der Dhofar-Wüste im Oman im Osten der Arabischen Halbinsel. Hier ist die geologische Beschaffenheit der der Marsoberfläche sehr ähnlich. MedizinerInnen des „Flight Control Teams“ in Innsbruck und der Feldcrew im Oman überwachten ständig die telemedizinischen Daten der beiden „Analog-Astronauten“.

Der simulierte Mars-Außenbordeinsatz erfolgte auf zwei Quads. Weitere Ausrüstung war erfolgreich im Einsatz: Das italienische Bodenradar „Scanmars“ untersuchte Gestein und Bodenbeschaffenheit des Testgeländes bis in mehrere Meter Tiefe. Das italienische Meßgerät „Field Spectrometry“ soll die künftige Entdeckung von Mineralien auf dem Mars mittels Reflexionsspektroskopie genauer und treffsicherer machen. Beim Außeneinsatz wurden auch Bodenproben genommen.

„Diese Mars-Mission ist ein weiterer Höhepunkt der jahrelangen erfolgreichen Arbeit des ÖWF. Die Forschung für zukünftige bemannte Marsexpeditionen ist eines der spannendsten Forschungsfelder der Gegenwart. Damit wird jungen Menschen in unserem Land ein Zugang zu Wissenschaft und Technik nachhaltig ermöglicht. Mich freut, dass diese hochprofessionelle Institution ihren Hauptsitz in Innsbruck hat“, so Tilg.

„Raumfahrt war immer schon ein wichtiges Thema in Österreich. Ich erinnere dabei an den vor wenigen Wochen verstorbenen österreichischen ‚Weltraumpapst‘ Willibald Riedler. Er war in den 1990er-Jahren mein geschätzter akademischer Lehrer für Nachrichtentechnik und Elektronik an der Technischen Universität Graz und wirkte als wissenschaftlicher Begleiter des ersten ‚Austronauten‘ Franz Viehböck. Professor Riedler hat die österreichische Raumfahrt wesentlich mitgeprägt“, ergänzt LR Tilg.

Diese zwölfte Mars-Mission des ÖWF im Oman läuft noch bis 28. Februar 2018. Dabei handelt es sich um Analogforschung: Das ist die Entwicklung von Ausrüstung, Methoden und Strategien für die zukünftige menschliche und robotische Erkundung des Mars. Der Weg für bemannte Missionen zum roten Planeten wird damit geebnet.Das vom Land Tirol unterstützte ÖWF hat seit 2003 insgesamt zwölf internationale Expeditionen in mehreren Mars-ähnlichen Gebieten durchgeführt: etwa in der Nord-Sahara in Marokko, im US-Bundesstaat Utah, in Südspanien sowie auf dem Kaunertaler Gletscher und in den Eishöhlen des Dachsteingebirges.

Info: Externer Link www.oewf.org