LH Platter: „Bestmögliche Unterstützung für Pflege und pflegende Angehörige“

Pilotprojekt Care Management Tirol – Koordination Pflege und Betreuung startet in Landeck

Kategorien:  LH Platter LR Tilg Gesundheit & Vorsorge Pflege BH Landeck AutorIn: Bettina Sax
Präsentierten das Pilotprojekt Care Mangement in Landeck (v.li.): BH Markus Maaß, LH Günther Platter, Koordinatorin Manuela Juen, Koordinatorin Theiner Sonja, Gesundheits- und Pflegelandesrat Bernhard Tilg, Koordinatorin Care Management Tirol Gabi Schiessling und Professorin Eva Schulc, Projektleiterin Interreg Projekt "Case- und Care Management in der Region Landeck.
Präsentierten das Pilotprojekt Care Mangement in Landeck (v.li.): BH Markus Maaß, LH Günther Platter, Koordinatorin Manuela Juen, Koordinatorin Theiner Sonja, Gesundheits- und Pflegelandesrat Bernhard Tilg, Koordinatorin Care Management Tirol Gabi Schiessling und Professorin Eva Schulc, Projektleiterin Interreg Projekt "Case- und Care Management in der Region Landeck.

„Das Land Tirol hat schon sehr früh verstanden, wie groß die Herausforderung für die pflegenden Angehörigen aber auch für die Sprengel ist und wir wissen, welch hervorragende Arbeit sie leisten“, betont LH Günther Platter anlässlich der Präsentation der neuen Koordinationsstelle für Pflege und Betreuung im Bezirk Landeck. „Wir nehmen das sehr ernst und wollen deshalb die Pflege noch besser unterstützen. Deshalb haben wir mit der Errichtung der Koordinationsstelle Care Management Tirol einen so klaren Schritt gesetzt und dieses Angebot auch bereits im Strukturplan Pflege verankert. Die Koordinationsstelle sichert nun die Vernetzung von Pflege- und Betreuungsangeboten sowie die Beratung von Betroffenen und pflegenden Angehörigen.“ Gesundheits- und Pflegelandesrat Bernhard Tilg ergänzt: „Durch diese Servicestelle für Pflege wird Information und Beratung im Rahmen einer koordinierten Netzwerkarbeit angeboten, um den Pflegenden und Pflegebedürftigen passende Lösungen für ihre Anliegen zu bieten und über Unterstützungsmöglichkeiten informieren zu können.“

Tirolweites Care Management bis 2022

„Pflege ist ein großes Zukunftsthema, das uns noch lange beschäftigen wird. Alt werden in Würde ist in Tirol kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Hier agiert das Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol als eine besonders wichtige Drehscheibe. In kurzer Zeit wurden hier bereits mehrere zentrale Themen fürs Land umgesetzt“, weiß LH Platter. „Ambulant vor stationär lautet unser Credo. Damit reiht sich die Koordinationsstelle Care Management Tirol nahtlos in eine Reihe von Versorgungsprojekten ein, die eine wohnortnahe, patientenbasierte, ambulante Versorgung gewährleisten“, betont LR Tilg den Hintergrund dieses Projektes. „In weiterer Folge soll das Care Management bis zum Jahr 2022 tirolweit ausgerollt werden, um allen Menschen in unserem Land, unabhängig ihres Wohnortes, dieselbe Versorgung zukommen lassen zu können“, fixiert der Pflege- und Gesundheitslandesrat den Zeitplan. „Die Herausforderungen werden gerade im Bereich der chronischen Erkrankungen mehr werden. Darauf reagieren wir mit neuen, innovativen Pflegemodellen“, betont Clemens Rissbacher, Vorstand Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol, und weiter: „Die Koordinationsstelle Care Management Tirol wird sich hier zu einem Dreh- und Angelpunkt in den Bezirken entwickeln.“

Projekt kommt Menschen im Bezirk zu Gute

Der Start des Pilotprojekts Care Management Tirol hat große Bedeutung für den Bezirk Landeck und die Regionen“, freut sich BH Markus Maaß über die zwei neuen Care Managerinnen: „Eine optimale Vernetzung der bereits vielen bestehenden guten Angebote ist ein wichtiger Schritt, um die Pflegeversorgung im Hinblick auf die Entwicklung der Alterspyramide und der damit einhergehenden Herausforderungen für das Gesundheits- und Pflegesystem zukunftsfit zu machen. Eine verstärkte Unterstützung für pflegende Angehörige und Betroffene sowie für Pflegedienstleister stärkt das gesamte Netzwerk, was schlussendlich den Menschen im Bezirk Landeck zu Gute kommt“, so der Bezirkshauptmann.

Pflege zukunftsfit machen

„Bereits jetzt schon gibt es tirolweit ein breites Netzwerk an Pflegeeinrichtungen, die sich engagiert um pflegebedürftige Menschen kümmern. Die neue Koordinationsstelle Care Management Tirol will nun diese Einrichtungen stärker vernetzen und koordinieren sowie sie in ihrer Arbeit unterstützen, beraten und informieren“, erklärt Gabi Schiessling, Koordinatorin Care Management Tirol, das Ziel des Projekts. „Das ist ein sehr wichtiger Schritt, einerseits um die Qualität der Pflege weiterhin gewährleisten zu können, andererseits aber vor allem auch, um sie zukunftsfit zu machen.“ Pflegende Angehörige erhalten zusätzlich kostenlose Erstinformation über Pflegeinrichtungen, Pflegeorganisation sowie rechtliche Grundlagen rund um die Pflege zu Hause. „Mit Manuela Juen und Sonja Theiner konnten wir zwei ausgewiesene Expertinnen für diese sehr komplexe und vielfältige Aufgabe gewinnen“, stellt Schiessling, die zwei neuen regionalen Care Mangerinnen vor, und weiter: „Ab sofort stehen die zwei Damen im gesamten Bezirk Landeck zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen aber auch des gesamten Pflegesystems zur Verfügung.“

„Die Erfahrung hat gezeigt, dass es im Bezirk Landeck viele hervorragende Pflege- und Betreuungseinrichtungen gibt“, betont Manuela Juen, eine der zwei neuen Koordinatorinnen im Bezirk Landeck. „Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit den bestehenden Strukturen sehr viel Gutes weiterbringen können.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Sonja Theiner: „Wir wollen niemanden ersetzen, sondern sehen uns als Zusatzangebot, um eine noch bessere Vernetzung und Weiterentwicklung der Pflege erreichen zu können.“

Wissenschaftliche Begleitung

„In einer ersten Phase wird das Pilotprojekt in Landeck von der Landesuniverstität UMIT wissenschaftlich begleitet und evaluiert“, berichtet Eva Schulc, Projektleiterin des Interreg Projektes „Case- und Care Management in der Region Landeck“. Das Interreg Projekt V-A ItalienÖsterreich 2014-2020 „CaRe“ ist ein gemeinsames Projekt zwischen drei Regionen und Partnerinstitutionen in Vizenca, Udine und Tirol und wird im Zeitraum von 2017 bis 2020 durchgeführt. „Auf Basis der ersten wissenschaftlichen Ergebnisse ist geplant bis ins Jahr 2022 in allen Bezirken eine Care Management-Stelle einzurichten“, so Schulc weiter: „Die Ergebnisse dieser Studie fließen in weiterer Folge in die Arbeit der regionalen Care Manager ein und dienen der Pflege- und Gesundheitspolitik als Entscheidungsgrundlage.“

Zum Interreg-Projekt

Die Landesuniversität UMIT übernimmt im Rahmen der Pilotierung die wissenschaftliche Entwicklung, Begleitung und Evaluation des regionalen Care Management-Modells im Bezirk Landeck und wird über das Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020 mit EFRE Mitteln finanziert. Ziel des Interreg-Projekts „CaRe“ ist es, den Zugang, die Versorgungskontinuität sowie die Qualität der Pflege und Betreuung besonders von älteren pflegebedürftigen Menschen durch mehrere Dienstleistungsanbieter zu optimieren und mögliche Versorgungslücken zu schließen.