LHStvin Felipe/LHStv Geisler: „Positives Miteinander Jagd/Natur möglich"

Nationalpark und Tiroler Jägerverband: Zukunft auf Basis gemeinsamer Ziele.

Kategorien: LHStv Geisler, LHStvin Felipe, Landesentwicklung, Umwelt, Tourismus
V. li. Landesjägermeister Anton Larcher, LHStv Josef Geisler und LHStvin Ingrid Felipe bei der Landespressekonferenz im Landhaus in Innsbruck.
V. li. Landesjägermeister Anton Larcher, LHStv Josef Geisler und LHStvin Ingrid Felipe bei der Landespressekonferenz im Landhaus in Innsbruck.

Für viele stellen die Themen Jagd und Naturschutz einen Gegensatz dar, die Vergangenheit hat aber bereits gezeigt, dass ein positives Miteinander möglich ist und auch gelebt wird. Mit der Kooperationsvereinbarung zwischen Tiroler Jägerverband und dem Nationalpark Hohe Tauern will man die künftige Zusammenarbeit festigen und Synergien nutzen.  

„Ein gesunder und dadurch auch erlebbarer Wildbestand ist unbestritten ein  gemeinsames Ziel beider Seiten“, berichtet die für den Nationalpark zuständige LHStvin Ingrid Felipe. Sie zeigt sich stolz, dass Tirol mit dem Nationalpark Hohe Tauern Anteil an einem „Schwergewicht“ im internationalen Naturschutz hat.

Mit seinen 1.856 km² ist der Nationalpark Hohe Tauern der größte Nationalpark Mitteleuropas und verleiht der Region ein besonderes USP als touristische Destination, nicht zuletzt auch aufgrund der eindrucksvollen Möglichkeiten, heimische Wildtiere mit der Begleitung von Nationalparkrangern zu erleben. Ein gesunder Wildbestand und die Erlebbarkeit der Wildtiere stellt für die Tiroler Landesregierung ein landeskulturelles Interesse dar.  

Forschung, Ausbildung und bleifreie Munition  

Wesentliche Inhalte der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Nationalpark Hohe Tauern und dem Tiroler Jägerverband betreffen die Bereiche Forschung, Ausbildung und die Anwendung neuer bleifreier Munition. LHStv Josef Geisler verweist bei einigen Themen auch auf das Regierungsabkommen der Tiroler Landesregierung – die Themen bleifreie Munition und der offene Umgang mit Beutegreifern stellen auch Inhalte des Regierungsabkommens dar.  

Im Bereich der Aus- und Weiterbildung möchte man gegenseitiges Wissen nutzen und Inhalte wie das Lebensmittel Wildbret/Wildkrankheiten, Aspekte des Naturschutzes und von Schutzgebieten als Ruhezonen, Störungsvermeidung von Wildtieren, die Rückkehr der großen Beutegreifer und alternative Jagdmethoden betonen. Gemeinsame Forschung zur Wildtierökologie wird nicht nur Synergien durch die Nutzung bereits vorhandener Strukturen ermöglichen, sondern auch neue Aspekte in die Aus- und Fortbildung einbringen.

  Landesjägermeister Anton Larcher legt großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung und den Dialog zwischen Naturnützern und Naturschützern. „Schlussendlich verfolgen wir alle doch das Ziel, dass es dem Wild und seinem Lebensraum gut geht“, so Landesjägermeister Anton Larcher.  

Erste Bartgeierbrut seit 130 Jahren in Tirol  

Aus dem Tiroler Anteil des Nationalparks Hohe Tauern gibt es zum Thema Beutegreifern eine Sensation zu vermelden – die erste nachgewiesene Bartgeierbrut seit 130 Jahren in Tirol konnte kürzlich festgestellt werden. Der Brutversuch zeigt, dass sich die Artenschutzmaßnahmen zur Wiederansiedlung dieses ursprünglich ausgerotteten Beutegreifers auszahlen und gerade Schutzgebiete wie der Nationalpark Hohe Tauern dabei eine wichtige Verantwortung tragen. Die Bleivergiftungen bei Bartgeiern in den letzten Jahren machen die Notwendigkeit der Umstellung auf bleifreie Munition deutlich.    

Fakten zum Nationalpark Hohe Tauern ( www.hohetauern.at):  

  • Lage: Grenzüberschreitend zwischen den Bundesländern Tirol(Osttirol), Salzburg und Kärnten
  •  IUCN Kategorie II anerkannt (Nationalpark)
  • Größter Nationalpark Mitteleuropas mit 1.856 km², davon in Tirol 611 km²

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