Nachhaltiges Tourismuskonzept am Seefelder-Plateau

Green Deal als Pilotprojekt der Olympiaregion

Kategorien:  LHStvin FelipeNachhaltigkeitTourismus AutorIn: Clemens Rosner
(v.li.) Alois Seyrling (Obmann Tourismusverband Olympiaregion Seefeld in Tirol), LHStvin Ingrid Felipe, Christian Wandl (Biohotel Leutascherhof) präsentieren den Green Deal als Pilotprojekt der Olympiaregion.
(v.li.) Alois Seyrling (Obmann Tourismusverband Olympiaregion Seefeld in Tirol), LHStvin Ingrid Felipe, Christian Wandl (Biohotel Leutascherhof) präsentieren den Green Deal als Pilotprojekt der Olympiaregion.
LHStvin Ingrid Felipe bei der umweltfreundlichen Anreise mit dem Zug.
LHStvin Ingrid Felipe bei der umweltfreundlichen Anreise mit dem Zug.
v.li.) Alois Seyrling (Obmann Tourismusverband Olympiaregion Seefeld in Tirol), LHStvin Ingrid Felipe, Christian Wandl (Biohotel Leutascherhof)
v.li.) Alois Seyrling (Obmann Tourismusverband Olympiaregion Seefeld in Tirol), LHStvin Ingrid Felipe, Christian Wandl (Biohotel Leutascherhof)
Der Tourismus ist einer der tragenden Wirtschaftszweige Tirols. Daher ist es ungemein wichtig, diesen Sektor zukunftsorientiert und nachhaltig auszurichten“, sagt LHStvin Ingrid Felipe
Der Tourismus ist einer der tragenden Wirtschaftszweige Tirols. Daher ist es ungemein wichtig, diesen Sektor zukunftsorientiert und nachhaltig auszurichten“, sagt LHStvin Ingrid Felipe

Das Land Tirol fördert in einem Pilotprojekt die Olympiaregion Seefeld bei der Erstellung und Umsetzung eines nachhaltigen Tourismuskonzeptes, wie LHStvinIngrid Felipe heute, Donnerstag, bekannt gab: „Der Tourismus ist einer der tragenden Wirtschaftszweige Tirols. Daher ist es ungemein wichtig, diesen Sektor zukunftsorientiert und nachhaltig auszurichten. Die Region Seefeld erfüllt dafür bereits zahlreiche Voraussetzungen und wird bei diesem ambitionierten Vorhaben vom Land Tirol im Rahmen der Konjunkturoffensive 2020 mit 85.000 Euro unterstützt.“ Durch den Aufbau eines Netzwerkes aus Gemeinden, Betrieben und Institutionen sowie der aktiven Einbindung der in der Region lebenden Bevölkerung soll dieser Transformationsprozess im Projektzeitraum von August 2020 bis Oktober 2022 erarbeitet und in ersten Projekten bereits umgesetzt werden. „Von dem angestrebten Ziel, den Tourismus in der Region nachhaltig und klimaneutral auszurichten, sollen nicht nur die Tourismusbetriebe und Gäste profitieren, sondern vor allem der gesamte Lebensraum am Seefelder Plateau“, ergänzt LHStvin Felipe.

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Im Rahmen des „Green Deal“ sollen in fünf Kernbereichen – Mobilität und Digitalisierung, Erhalt von Natur und Kultur, wertvoller Lebensraum, lokale Wertschöpfung und Erhalt der Landwirtschaft, ressourcenschonender Tourismus und Stärkung der lokalen Kreislaufwirtschaft – Handlungsmöglichkeiten entwickelt und in innovativen Leuchtturmprojekten umgesetzt werden. Der Tourismusverband der Olympiaregion Seefeld steht voll und ganz hinter dieser Entwicklung, wie Obmann, Alois Seyrling bestätigt: „Das Genießen einer intakten Natur ist für unsere Gäste wohl der wichtigste Grund hier Urlaub zu machen. Daher sehen wir es als unsere Verpflichtung, die richtigen Weichen zu stellen um dies für Einheimische, Gäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Es ist kein Widerspruch nachhaltig zu arbeiten und trotzdem weiterhin professionellen Tourismus anzubieten.“

Die Tourismusregion setzt schon seit längerer Zeit auf den Ganzjahrestourismus, wie Seyrling ergänzt: „Naturschonende Sportarten wie Langlaufen, E-Biken oder Ganzjahreswanderungen verschaffen uns in Kombination mit den guten Öffi-Anbindungen, der nachhaltigen Energiegewinnung und dem Naturpark Karwendel einen klaren Startvorteil.“ Christian Wandl vom Biohotel Leutascherhof setzt schon seit Jahren in seinem Betrieb auf Regionalität und Nachhaltigkeit und ist vom eingeschlagenen Weg überzeugt: „Wir wissen wie nachhaltiger Tourismus funktioniert und werden den Hoteliers fertige ‚Werkzeuge‘ an die Hand geben und dabei die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft intensivieren. Wir wollen uns nicht mit der Erstellung von Konzepten begnügen oder gar Greenwashing betreiben, wir wollen eine echte Veränderung in der Region und die Bevölkerung bei diesem Gesinnungswandel aktiv miteinbeziehen.“ 

Erkenntnisse für andere Tourismusregionen nutzen

Die Tourismusregion Seefeld ist aufgrund der bestehenden Infrastruktur als Pilotregion besonders geeignet, wie Klimaschutzreferentin LHStvin Felipe erläutert: „Den modernen Bahnhof nutzen tagtäglich nicht nur die Pendlerinnen und Pendler der Region als Mobilitätsdrehscheibe, sondern auch internationale Gäste, die öffentlich und klimaschonend mit dem Zug anreisen. Ein weiteres Beispiel ist das Biomasse-Heizwerk in Seefeld, welches mittlerweile neben den Schulen, dem Hallenbad und dem Kongresszentrum bereits 54 Prozent der touristischen Betriebe in der Gemeinde versorgt.“ Aufbauend auf diesen nachhaltigen Infrastrukturprojekten, wird nun zwei Jahre lang zunächst ein zukunftsweisendes Konzept entwickelt und erste konkrete Projekte umgesetzt. „Die Erkenntnisse dieses Prozesses können beispielhaft für andere Tiroler Tourismusregionen auf deren Weg zu einem nachhaltigeren Tourismus sein“, betont LHStvin Felipe abschließend.