Neuer Lebens- und Erholungsraum am Inn in Telfs West

Bereits drittes Revitalisierungsprojekt im Gemeindegebiet Telfs abgeschlossen

Kategorien: LHStvin Felipe, LHStv Geisler, Umwelt, Landesentwicklung AutorIn: Christa Entstrasser-Müller
V.l.: Christian Härting (Bürgermeister von Telfs), LHStv Josef Geisler, LHStvin Ingrid Felipe und Gerhard Egger (WWF) bei der Vorstellung der Revitalisierungsmaßnahmen am Inn bei Telfs West.
V.l.: Christian Härting (Bürgermeister von Telfs), LHStv Josef Geisler, LHStvin Ingrid Felipe und Gerhard Egger (WWF) bei der Vorstellung der Revitalisierungsmaßnahmen am Inn bei Telfs West.

Mit einem 580 Meter langen Seitenarm, ausgedehnten Schotterflächen und besten Voraussetzungen für die Entwicklung eines standorttypischen Auwalds – so präsentiert sich der Inn am orographisch linken Ufer bei Telfs West nach knapp zweijähriger Bauzeit. Die Baukosten von rund 600.000 Euro hat das Land Tirol übernommen. 30.000 Euro kamen aus Spendengeldern des ORF-Schwerpunkts „Mutter Erde“.

„Die Revitalisierung des Inn bei Telfs West ist die nunmehr 16. im Rahmen des Projekts ‚der.inn‘ abgeschlossene Revitalisierungsmaßnahme am Hauptfluss Tirols“, freut sich Umweltschutzreferentin LHStvin Ingrid Felipe. Einmal mehr sei es gelungen, neuen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tierarten zu schaffen und den Fluss ein Stück seinem natürlichen Lauf anzunähern.

Ziel des Projekts „der.inn“, das seit 2008 läuft und bereits zwei Mal verlängert wurde, ist ein integrierter Hochwasserschutz im Zusammenspiel mit gewässerökologischen Verbesserungen am Gewässer. „Das Thema Hochwasserschutz spielt hier in Telfs West eine untergeordnete Rolle. Generell können Flussaufweitungen alleine Hochwasserschutzmaßnahmen nicht ersetzen. Grundsätzlich bewirken sie aber bei niedrigeren Hochwasserereignissen eine lokale Reduzierung der Fließgeschwindigkeiten und einen lokal niedrigeren Wasserspiegel. So leisten Flussaufweitungen einen kleinräumigen Beitrag zum Hochwasserschutz bei kleineren Ereignissen“, verweist Katastrophenschutzreferent LHStv Josef Geisler auf den Mehrfachnutzen der Revitalisierungsprojekte.

Im knapp 30.000 m2 großen Abschnitt zwischen der Autobahnabfahrt Telfs West und der Autobahnbrücke wurden die im Zuge des Autobahnbaus zum Schutz des Ufers errichtete Flussbauwerke, so genannte Buhnen, rückgebaut und ein temporär durchströmter Seitenarm angelegt. Ein vor der Maßnahme kaum mehr vom natürlichen Überflutungsgeschehen erfasster Auwaldstreifen wird nun wieder von der Flussdynamik erfasst. Auch Amphibien wie die gefährdete Gelbbauchunke oder Vogelarten wie der Flussuferläufer profitieren von der neuen Vielfalt der Gewässerlebensräume.

Entstanden ist aber nicht nur eine neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern auch ein neuer Erholungsraum. „Im Raum Telfs stehen Erholungssuchenden die verschiedensten Naturräume zur Verfügung. Dass dieses Angebot jetzt durch eine so gelungen revitalisierte Aulandschaft ergänzt wird, ist wunderbar und ein echter Gewinn für Telfs und seine Bevölkerung“, dankt Bgm Christian Härting allen Beteiligten.

Durch die Aufweitung des Flussraumes erhält der Inn wieder Auen, Schotterbänke und attraktive Seitenarme zurück. Von Weiden gesäumte Naturufer laden wieder zum Verweilen am Fluss ein. „Das Projekt der.inn – lebendig und sicher ist ein absolutes Vorzeigebeispiel. Die Maßnahme in Telfs West ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg den Inn wieder sicherer und lebendiger zu machen“, betont auch Gerhard Egger vom WWF. Der Inn ist mit einer Länge von über 500 Kilometern einer der längsten und mächtigsten Alpenflüsse. Von dem ursprünglichen Wildfluss mit ausgedehnten Auwäldern und großem Artenreichtum sind heute nur noch Reste erhalten. Daher gilt es, die intakten Bereiche vor Eingriffen zu schützen und naturferne Strecken wieder in einen natürlicheren Zustand zu versetzen.