Neustart für Jagd in Kaisers

Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts wird umgesetzt, Abschuss im Gatter notwendig

Kategorien:  BH Reutte Jagd AutorIn: Christa Entstrasser-Müller
Landesveterinärdirektor Josef Kössler
Landesveterinärdirektor Josef Kössler

Trotz Schusszeitverlängerung ist es in Kaisers bislang nicht gelungen, die im Rahmen der Tbc-Bekämpfung notwendige Abschussquote von Rotwild zu erreichen. Dem Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts folgend müssen die vorgeschriebenen Abschüsse nun mit alternativen Methoden im Wildgatter getätigt werden. Danach kann in der Jagd in Kaisers ein Neustart erfolgen.

Im Jagdgebiet von Kaisers wurde heuer nach tierseuchenrechtlichen Aspekten aufgrund der hohen Tbc-Infektionsrate und Rotwilddichte der Abschuss von 58 Stück Rotwild vorgeschrieben. Über 20 Stück konnten jagdlich nicht erlegt werden. „Trotz intensiver Bemühungen war es auch aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse mit Föhn, verhältnismäßig milden Temperaturen und wenig Schnee in den letzten Wochen nicht möglich, das Rotwild mit herkömmlichen Methoden zu entnehmen. Wir werden deshalb das ausstehende Rotwild so rasch wie möglich im bereits errichteten Wildgatter mit entsprechend ausgebildeten und erfahrenen Personen tierschonend erlegen. Es geht um die Gesundheit von Mensch und Tier“, erklärt Landesveterinärdirektor Josef Kössler.

Richtigen Zeitpunkt abwarten

Wann das Wildgatter in Betrieb gehen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Es sollen nur so viele Stück Rotwild im Gatter erlegt werden, die laut Abschussvorschreibung jagdlich nicht geschossen werden konnten. „Um möglichst tiergerecht vorzugehen, müssen aber alle im Gatter befindlichen Tiere entnommen werden. Deshalb wollen wir den richtigen Zeitpunkt abwarten und werden bei geeigneten Witterungsverhältnissen das Gatter aktivieren“, so Kössler. Aus veterinär- und jagdfachlicher Sicht stellt diese Form der Entnahme aus dem Gatter die schonendste Methode dar.

Bgm Norbert Lorenz aus Kaisers bedauert, dass in der Tbc-Bekämpfung beim Rotwild nunmehr zur letzten Möglichkeit, der Gatterjagd, gegriffen werden muss, sieht darin aber auch eine Chance für einen Neustart: „Wenn mit dieser Maßnahmen die Abschussvorschreibung erfüllt ist, können wir in der nächsten Saison eine geordnete Jagd zur Verpachtung ausschreiben.“ Die Gemeinde Kaisers hat mit der Behörde die weitere Vorgangsweise auch hinsichtlich der künftigen Abschussvorgaben bereits besprochen. Bgm Lorenz appelliert, neue Methoden zur Bekämpfung von Tbc zu erproben.

Vom Seuchenregime zurück zum Jagdrecht

„Das Land Tirol tut alles dafür, dass wir binnen einer Zehnjahresfrist aus dem Regime der Seuchenbekämpfung aussteigen und wieder zurück zu Abschussvorschreibungen nach dem Jagdrecht kommen“, skizziert Landesveterinärdirektor Kössler die weitere Vorgangsweise. Seit dem Jahr 2012 wird Tbc im oberen Lechtal durch eine Reduktion der Wilddichte und ein lückenloses Überwachungsprogramm sowohl beim Rotwild als auch bei den Rindern konsequent bekämpft. Dadurch ist es in der Mehrzahl der Reviere im oberen Lechtal gelungen, die Tbc-Infektionsrate beim Wild von bis zu 30 Prozent auf unter drei Prozent zu senken und in den vergangenen drei Jahren die Übertragung vom Rotwild auf gealpte Rinder zu verhindern. Dass die Erfüllung der derzeit vorgegebenen Quoten zwar herausfordernd, aber in gemeinsamer Anstrengung machbar ist, würden die Abschussquoten aus diversen Revieren zeigen.