Paul-Flora-Preis 2017

Tiroler Medienkünstlerin Annja Krautgasser mit grenzüberschreitender Auszeichnung geehrt

Kategorien: LRin Palfrader, Kunst & Kultur, Kultur, Preise AutorIn: Mag. Antonia Pidner
Kulturlandesrätin Beate Palfrader 8re.) und ihr Südtiroler Amtskollege Philipp Achammer mit Preisträgerin Annja Krautgasser.
Kulturlandesrätin Beate Palfrader 8re.) und ihr Südtiroler Amtskollege Philipp Achammer mit Preisträgerin Annja Krautgasser.
(v.l.n.r.) LR Philipp Achammer, Lisa Mazza (Jurymitglied), Annja Krautgasser, LRin Beate Palfrader, Bürgermeister Alois Frank, Nina Tabassomi (Jurymitglied).
(v.l.n.r.) LR Philipp Achammer, Lisa Mazza (Jurymitglied), Annja Krautgasser, LRin Beate Palfrader, Bürgermeister Alois Frank, Nina Tabassomi (Jurymitglied).

Kulturlandesrätin Beate Palfrader und ihr Südtiroler Amtskollege Philipp Achammer überreichten gestern, Donnerstagabend, der Tiroler Medienkünstlerin Annja Krautgasser den grenzüberschreitenden Paul-Flora-Preis 2017. Die Verleihung fand im Rathaus von Glurns in Südtirol statt.

„Annja Krautgasser ist durch ihre ganz eigenständige Position in der Bildenden Kunst Tirols äußerst präsent, für ihr Schaffen aber auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt“, gratulierte LRin Palfrader zur Verleihung der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung. „Vernetzung, Auflösung und Transformation kennzeichnen Krautgassers Schaffen, bei dem sie unterschiedliche Medien zu einer Komposition vereint und durch das Spiel mit verschiedenen Formaten den Puls der Zeit trifft.“

Die Küstlerin, 1971 in Hall in Tirol geboren, lebt derzeit in Wien. Krautgasser hat in Innsbruck und Wien Architektur sowie Visuelle Mediengestaltung studiert. Abgesehen vom filmischen Schwerpunkt arbeitet Krautgasser auch mit Zeichnung, Collage, Print, Rauminstallation, Performance und Fotografie.

„Annja Krautgasser ist eine außergewöhnliche Künstlerin, die in ihrem Werk verschiedene Medien zu einer neuen Ausdrucksform vereint“, beglückwünschte LR Achammer die Preisträgerin: „Ihre künstlerische Arbeit besitzt eine performative Wirkung, die dazu animiert, genau hinzuschauen und das vermeintliche Geschehen hinter den Kulissen zu erahnen und zu erkunden. Objekte und Personen, graphische Elemente und Videoinstallationen treten in eine spannungsgeladene Beziehung zueinander und ziehen den Betrachter in ihren Bann.“

Neben zahlreichen Festivalbeteiligungen waren ihre Werke unter anderem bei Ausstellungen in Innsbruck, Wien, Salzburg und Krems zu sehen. Ebenso hat sie an Artist-in-Residence-Programmen in London (Großbritannien), Los Angeles (USA), Paliano (Italien), Amsterdam (Niederlande) und Krumau (Tschechien) teilgenommen. Preise, die sie bisher erhalten hat, sind das Staatsstipendium für bildende Kunst (2009), der Würlingerpreis (2010) und der RLB Kunstpreis (2010), der Hildegard Goldschmidt Preis (2011), der Preis der Stadt Innsbruck für künstlerisches Schaffen (2012) und nun der Paul-Flora-Preis (2017).

Grenzüberschreitende Förderung junger KünstlerInnen

Der Paul-Flora-Preis wird seit 2010 in Erinnerung an den 2009 verstorbenen Künstler Paul Flora abwechselnd in Tirol und Südtirol vergeben. Mit der Auszeichnung würdigen die beiden Länder hervorragende Leistungen von jungen Tiroler und Südtiroler Kunstschaffenden in der zeitgenössischen bildenden Kunst. Über die Vergabe befindet eine Fachjury. Im Vorjahr ging der Preis ebenfalls nach Tirol, nämlich an den Künstler Christoph Raitmayr.

 

Aus der Begründung der Jury

Annja Krautgasser arbeitet mit zahlreichen Medien, vornehmlich mit Video und Performance. Ihre heterogenen Arbeiten vereint, dass sie durch Präzision, Vielschichtigkeit und Relevanz bestechen: Es werden Fragen nach Verantwortung, Migration, zeiträumlicher Situiertheit und Autorschaft aufgeworfen und auf multiplen Ebenen reflektiert. Filmhistorische Referenzen und Zitate werden in die Gegenwart und andere Medien übertragen – die Brüche, die dabei entstehen, sind vieldeutig und vermögen es, eingeschliffene Wahrnehmungsmuster unserer Zeit einerseits zu reinszenieren und zugleich zur Disposition zu stellen. Krautgassers Arbeiten sind zudem pointierte Auseinandersetzungen mit Problematiken des Partizipativen: das Verhältnis zwischen KunstrezipientInnen und KunstproduzentInnen wird stets neu verhandelt und verschoben. Die künstlerischen Strategien scheinen sich aus den Sujets zu ergeben und umgekehrt. Krautgasser nimmt sich jedes Details mit größter Aufmerksamkeit an und vermag so, auch unsere Aufmerksamkeit auf das Übersehene zu lenken.

Weitere Informationen zur Preisträgerin:  www.annjakrautgasser.net