Rollende Landstraße legt zu – Tirol schöpft Maßnahmen aus

Dreivierteljahres-Bilanz: 6% mehr auf der Schiene

Kategorien: LHStvin Felipe, Verkehr AutorIn: Paul Aigner
LHStvin Ingrid Felipe freut sich über steigende Zahlen bei den LKW auf der Schiene
LHStvin Ingrid Felipe freut sich über steigende Zahlen bei den LKW auf der Schiene

Über die steigende Zahl an auf der Schiene durch Tirol transportierte LKW freut sich heute LHStvin Ingrid Felipe. Die Dreivierteljahresbilanz der Rollenden Landstraße (ROLA) von Jänner bis inklusive September weist auf der Brenner-Achse statt wie im Vorjahr 114.300 heuer knapp 121.100 LKW aus, deren Fahrt statt auf der Straße auf der Schiene stattgefunden hat. 36 Züge fahren täglich auf der Achse zwischen Wörgl und dem Brennersee, vier Züge zwischen Wörgl und Trento. Das Land Tirol hat mit Luft-100er, Nachtfahrverboten, mit Verboten bestimmter alter LKW, mit einer Umrüstungsprämie auf neuere LKW und mit dem sektoralen LKW-Fahrverbot zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Eindämmung des Transitverkehrs getroffen und zuletzt mit der Blockabfertigung bei Kufstein auch eine punktuelle Maßnahmen an besonders starken Reisetagen erfolgreich getestet.

Druck auf die Hauptstädte Europas aufbauen

Als nächsten Schritt bei der Bekämpfung der Transitproblematik will LH-Stv.in Ingrid Felipe den Druck auf die europäischen Hauptstädte erhöhen, aus denen laut der Tiroler LHStvin in den letzten Jahren nicht immer ausreichend Unterstützung für die wichtigen Verkehrsanliegen des Alpenraums vorhanden war. „Der in Österreich steuerprivilegierte Diesel und die günstigen Mauten sind ein massives Problem, die sich wie ein LKW-Magnet auf Tirol auswirken“, betont Ingrid Felipe, die darauf verweist, dass 25% der über 2 Mio. LKW, die jedes Jahr durch Tirol fahren, einen über 60 Kilometer kürzeren und weitere 25% einen über 120 Kilometer kürzeren Weg fahren könnten. „Aber wir locken den Transit mit den günstigen Preisen geradezu in unsere Täler.“

Die Tiroler Landesregierung setzt große Hoffnung darauf, dass im Rahmen des Tiroler Vorsitzes der EU-Mobilitätsgruppe für den Alpenraum im Jahr 2018 konzertierte Bemühungen der Alpenregionen in allen sieben Alpenländern erfolgreich sein werden, auch in den europäischen Hauptstädten auf die Belastungssituation durch Transitverkehr aufmerksam zu machen und wirksame gemeinsame Maßnahmen zu erzielen. „Ein guter Vorschlag liegt mit den Vorschlägen der EU-Kommission für eine europaweite Maut auf dem Tisch“, unterstreicht die Tiroler LHStvin.