Schneesituation in Tirol: Erste Erkundungsflüge durchgeführt

Lawinenverbauungen im Land haben nach wie vor Kapazitäten

Kategorien:  LH Platter Lawinen/Muren/Hochwasser Sicherheit AutorIn: Florian Kurzthaler
LH Günther Platter (Mitte links) eruierte heute gemeinsam mit der Landeseinsatzleitung sowie zahlreichen VertreterInnen der Einsatzorganisationen die derzeitige Situation in Tirol.
LH Günther Platter (Mitte links) eruierte heute gemeinsam mit der Landeseinsatzleitung sowie zahlreichen VertreterInnen der Einsatzorganisationen die derzeitige Situation in Tirol.

Wie in den letzten Tagen hat auch heute Vormittag wieder eine Stabssitzung von ExpertInnen des Landes Tirol, der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz, des Lawinenwarndienstes, der Landeswarnzentrale, der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Leitstelle Tirol, des Österreichischen Bundesheeres, der Blaulichtorganisationen und Verantwortlichen der TINETZ im Landhaus in Innsbruck stattgefunden. Geleitet wurde die Sitzung von LH Günther Platter. Die Behörden und Mitglieder der Lawinenkommissionen nutzen die heutige Wetterbesserung, um im ganzen Land Erkundungsflüge durchzuführen. „Seit heute um acht Uhr Früh stehen den Lawinenkommissionen sechs Hubschrauber zur Verfügung, um die Schneesituation im ganzen Land zu erkunden. Einige Flüge haben bereits erfolgreich abgeschlossen werden können. Mit den Erkenntnissen daraus können die Behörden gemeinsam mit den Lawinenkommissionen die Situation neu bewerten und wenn nötig entsprechende Maßnahmen setzen“, informiert Marcel Innerkofler, der Leiter der Landeswarnzentrale des Landes Tirol. So wurden etwa bereits Erkundungsflüge auf der Seegrube und im Großraum Innsbruck, im Tiroler Oberland, im Tiroler Unterland und im Norden Osttirols durchgeführt.

Auch für den stellvertretenden Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung in Tirol, Ivo Schreiner, stellen die Erkundungsflüge eine wesentliche Unterstützung dar, um die derzeitige Situation bezüglich der Lawinenverbauungen einschätzen zu können. „Die bisherigen Flüge haben ergeben, dass unsere Verbauungen derzeit noch Kapazitäten haben. Auch die für das Wochenende prognostizierten Schneefälle können von unseren Verbauungen noch aufgenommen werden. Die Verbauungsmaßnahmen auf der Innsbrucker Nordkette – allen voran Dämme und Becken – sind noch nicht mit entsprechenden Schneemengen gefüllt und damit steht auch hier noch die gesamte Kapazität zur Verfügung, um ein Lawinenereignis aufnehmen zu können“, so Schreiner. Auf dem Straßenweg sind aufgrund von vorbeugenden Sicherheitssperren weiterhin Hochfügen, Teile des Zillergrunds und vereinzelte Gebäude in Wiesing nicht erreichbar. Zudem sind in einzelnen Gemeinden Ortsteile und Weiler im Bezirk Kufstein und im Bezirk Reutte, etwa in der Gemeinde Scheffau oder in der Gemeinde Pfafflar, vorübergehend aufgrund von Straßensperren nicht zu erreichen.

Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol spricht weiterhin von einer angespannten Lawinensituation, die Lawinengefahr ist groß, also Stufe 4. „Mein Appell ist gerade auch heute, wenn das Wetter wieder etwas besser ist, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Man kann derzeit im freien Skiraum sehr leicht Lawinen auslösen“, so Mair, der darauf hinweist, dass die derzeitige Situation bis einschließlich Sonntag in etwa gleich bleiben wird. Für die darauffolgenden Tage müssen die Wetterkarten dann ganz aktuell analysiert und die Schneesituation neu beurteilt werden. Manfred Bauer von der ZAMG spricht für heute und dann mit einer kurzen Pause auch für morgen von einer vorübergehenden Wetterberuhigung. „Von Sonntag auf Montag könnten dann vor allem auf den Bergen nochmals recht ergiebige Schneefälle auf uns zukommen. Am Dienstag dürfte sich das Wetter dann beruhigen, im Laufe der folgenden Tage sieht es aus heutiger Sicht nach keiner weiteren großen Wetterstörung aus, was durchaus positiv zu sehen ist.“

Der Innungsmeister der Rauchfangkehrer in der Wirtschaftskammer Tirol, Franz Jirka, weist indes vor allem in den schneereichen Regionen Tirols alle Häusl- und Wohnungsbesitzer mit Kamin darauf hin, darauf zu achten, dass der Kamin selbst und auch der Bereich unmittelbar rund um den Kamin auf den Dächern entsprechend schneefrei sein soll. „Dies ist wichtig, damit der Rauch bestmöglich entweichen kann“, so Jirka.

  Einen detaillierten Überblick über die aktuelle Verkehrssituation bietet die Verkehrsinformationszentrale der Landespolizeidirektion Tirol (Tel.: 059133/70-4444). Hinsichtlich der Schneesituation in Innsbruck/Nordkette steht Ihnen die Geschäftsstelle Kommunikation und Medien der Stadt Innsbruck zur Verfügung.