Silvesterfeuerwerke: Umwelt, Menschen und Tiere schonen

Land bittet um umsichtiges und maßvolles Handeln

Kategorien: LHStvin Felipe, Umwelt AutorIn: Paul Aigner
LHStvin Ingrid Felipe betont, dass auch zu Alternativen zur "Knallerei" nachgedacht werden soll.
LHStvin Ingrid Felipe betont, dass auch zu Alternativen zur "Knallerei" nachgedacht werden soll.

In der Silvesternacht kommt es zum Höhepunkt beim jährlichen Verbrauch von pyrotechnischen Mitteln: 90 Prozent der verschossenen Jahresmenge fallen auf diesen Tag. Österreichweit werden durchschnittlich zehn Millionen Euro in Form von Raketen und Knallkörpern in die Luft geschossen.

Allerdings haben Feuerwerke auch ihren Preis für Umwelt und Natur. Aufgrund dessen bittet das Land Tirol um vorsichtiges und maßvolles Handeln im Umgang mit Feuerwerkskörpern. „Es gibt vielerorts offizielle Feuerwerke. Ich würde mich freuen, wenn die TirolerInnen sich dort gemeinsam den bunten Nachthimmel anschauen“, plädiert LHStvin Ingrid Felipe auch heuer dafür, sich zu Alternativen zur „Knallerei“ Gedanken zu machen: „Dies wäre ganz im Sinne eines ruhigen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Silvesters - für Mensch, Tier und Umwelt.“

Übermäßige Entwicklung von Rauch, Ruß und Feinstaub

Feuerwerke in der Silvesternacht führten bisher an fast allen Messstellen des Tiroler Luftmessnetzes zu Überschreitungen des PM10-Tagesgrenzwertes (50 µg/m³ als Tagesmittewert) gemäß Immissionsschutzgesetz-Luft. Von den 25 zulässigen Überschreitungstagen im Jahr ist damit bereits mit dem ersten Tag des neuen Jahres an den meisten Messstandorten zumindest ein Überschreitungstag „verbraucht“. Kurzzeitwerte (Halbstundenmittelwerte) liegen im Zeitraum zwischen Mitternacht und zwei Uhr um ein Vielfaches über dem sonst üblichen Ausmaß. Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab: Kräftiger Wind hilft, die Schadstoffe rasch zu verteilen. Bei windschwachen Wettersituationen verbleiben die Schadstoffe jedoch über viele Stunden in der Luft und reichern sich in den unteren Atmosphärenschichten an.

Freisetzung von Schwermetallen und erhöhte Müllproduktion

Nicht nur Feinstaub verursachende Kleinstpartikel schweben nach der Explosion zurück zur Erde, sondern es werden auch Schwermetallpartikel (Strontium, Arsen, Blei, Selen oder Caesium), die dem Feuerwerk Farbe geben, freigesetzt. Abgebrannte Feuerwerksraketen, Böller, Knallkörper verursachen große Mengen an Müll, der in geschlossenen Ortschaften und Städten von Reinigungsdiensten entsorgt werden muss. In der freien Natur bleibt dieser Müll liegen und stellt für das Wild und für die Tiere in der Landwirtschaft durch Nahrungsaufnahme eine erhebliche Gefahr dar.

Lauter als ein Flugzeugsdüsentriebwerk

Feuerwerkskörper können einen Schalldruckpegel von bis zu 170 dB erreichen. Der Lärmpegel eines Düsentriebwerkes in 25 Meter Entfernung beträgt etwa 140 dB. Ältere Menschen, Kleinkinder sowie Wild- und Haustiere leiden sehr stark unter dem lang anhaltenden Lärm. Wild- und Haustiere hören um ein Vielfaches besser als Menschen. Der Lärm von Knallkörpern führt bei ihnen entweder zu verängstigtem oder zu panischem Fluchtverhalten.

ÄrztInnen und Feuerwehren im Dauereinsatz

Vielfach endet der pyrotechnische Silvesterspaß im Krankenhaus, vor allem auch für Kinder und Jugendliche. Die häufigsten Verletzungen treten im Augen-, Ohren- und Handbereich auf. Auch Sachbeschädigungen und Brände durch Blindgänger oder unsachlich bediente Feuerwerkskörper sind ein nicht seltenes Ergebnis.