Start der Pflegeberatung für Betroffene und Angehörige in Tirol

Aktuelles aus der Regierungssitzung

Kategorien: Regierung, LH Platter, LHStvin Felipe, LR Tilg, Gesundheit & Vorsorge AutorIn: Bettina Sax
Die Beratungsstellen für pflegende Angehörige waren ebenso Thema der heutigen Regierungssitzung wie das Klinisch Praktische Jahr.
Die Beratungsstellen für pflegende Angehörige waren ebenso Thema der heutigen Regierungssitzung wie das Klinisch Praktische Jahr.

Die Tiroler Landesregierung hat heute, Dienstag, die Installierung von „Beratungsstellen“ als Drehscheiben für die Beratung und Hilfe für pflegende Angehörige in Tirol beschlossen.

„Als Teil des ‚Pflegestrukturplans 2012-2022‘ werden damit die bereits vorhandenen guten, wohnortnahen und flächendeckenden Beratungen und Hilfestellungen weiter ausgebaut“, erklärt LH Günther Platter, dass die Pflege in Tirol damit nochmals gestärkt werden soll: „Mein ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeitenden in den Sozialsprengeln und Pflegeeinrichtungen in Tirol. Sie leisten tagtäglich hervorragende Arbeit, die für unser funktionierendes Miteinander und dem Zusammenleben von Jung und Alt unverzichtbar sind. Die Pflegeberatung soll eine stärkende und unterstützende Wirkung haben, von welcher der gesamte Pflegebereich profitiert.“

Start in Pilotregionen Landeck und Kufstein

„Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vereinen bzw. den Sozial- und Gesundheitssprengeln wie zum Beispiel dem Stanzertal, Landeck-Zams-Fließ-Schönwies sowie dem Planungsverband Brixental-Wildschönau, als auch die Selbsthilfe Osttirol und die Pflegeberatung Außerfern leisten schon jetzt Außerordentliches in der Angehörigenberatung. Mit der neuen Maßnahme sollen die Beratungsangebote ausgebaut, noch besser vernetzt und rasch flächendeckend in ganz Tirol umgesetzt werden“, führt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg aus.

Die Vernetzung zwischen den Sozial- und Gesundheitssprengeln, Wohn- und Pflegeheimen, Spitälern bzw. Entlassungsmanagement, ehrenamtlichen Strukturen und Selbsthilfe-Vereinen steht dabei im Vordergrund. Gestartet wird das Projekt in den Pilotregionen Landeck und Kufstein. „Dort können die bisherigen Erfahrungen und die gewonnenen Expertisen sehr gut in die ‚Beratungsstellen für Pflege‘ eingebracht und vernetzt werden“, betont LR Tilg.Kostenlose Beratung in den Tiroler Bezirken In der "Beratungsstelle für Pflege" wird ein/e KoordinatorIn als „NetzwerkerIn“ mit einschlägiger Berufserfahrung und persönlichem regionalen Bezug zum Einsatzgebiet tätig. Dieses kostenlose Angebot für den ganzen Bezirk ermöglicht den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen in Zusammenarbeit mit den Sozialsprengeln und Pflegeeinrichtungen umfassende, kompetente und wohnortnahe Beratung für ihre konkrete Situation. „Die wertvollen und aufopfernden Leistungen der pflegenden Angehörigen sind ein Grundpfeiler der pflegerischen Versorgung in Tirol. Umso wichtiger ist die bestmögliche Unterstützung und Entlastung dieser Menschen durch eine eigene Beratungsstelle“, begründet LH Platter die Schritte. Auch LHStvin Ingrid Felipe unterstützt die Maßnahme: „Um den steigenden Pflegebedarf auch in Zukunft decken zu können, müssen wir insbesondere die persönliche Betreuung stärken. Die pflegenden Angehörigen leisten ungemein viel für unsere Gesellschaft. Da braucht es nicht nur Anerkennung sondern auch niederschwellige Angebote, um die zu entlasten, die ein Altern in Würde möglich machen.“


Klinisch Praktisches Jahr: Neues Entschädigungsmodell

Heute, Dienstag, stimmte die Tiroler Landesregierung zu, die Tirol Kliniken GmbH mit der Ausarbeitung eines Modelles zur Entschädigung im Rahmen des Klinisch Praktischen Jahres (KPJ) zu beauftragen. Damit sollen die an den Landeskrankenanstalten praktizierende MedizinstudentInnen künftig zwischen 400 und 600 Euro pro Monat erhalten – die Gesamtkosten werden sich auf circa eine Million Euro belaufen. Noch im ersten Halbjahr 2018 soll die Regelung unter Einbindung der Österreichischen HochschülerInnenschaft und der Medizinischen Universität Innsbruck in Kraft treten.

LH Günther Platter begrüßt die Maßnahme: „Wir wollen die Medizinstudierenden bestmöglich dabei unterstützen, sich auf die Wissensaneignung zur späteren Berufsausübung konzentrieren zu können. Es kann nicht sein, dass sich junge Menschen aufgrund fehlender Entschädigungsleistungen gegen eine qualitätsvolle und anerkannte Ausbildung an den Tirol Kliniken, die ihnen viele Zukunftstüren öffnen, entscheiden. Praktika dienen der Wissensvermittlung und nicht selten werden aus Praktikantinnen und Praktikanten unverzichtbare Arbeitskräfte an den Tirol Kliniken“, sieht Tirols Landeshauptmann die Einführung von Entschädigungsleistungen als unbedingt notwendige Maßnahme an.

Außerdem soll das Entschädigungsmodell drei Jahre nach seiner Implementierung erneut evaluiert werden. „Wir haben in Tirol eine stabile Gesundheitsinfrastruktur – das soll auch in Zukunft so bleiben. Dafür gilt es, motivierte Jungärztinnen und Jungärzte für die Tirol Kliniken und den Standort Tirol zu gewinnen – natürlich spielt die persönliche finanzielle Situation bei der Wahl der Ausbildungsstätte eine Rolle. Die Studierenden sollen zumindest in dieser Frage entlastet werden“, sagt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.