Sturmtief über den Bezirken Reutte und Landeck

Böen und Starkregen werden erwartet

Kategorien: Sicherheit AutorIn: Bettina Sax

Der Mittwoch bringt im Außerfern sowie dem Arlberg- und Paznaungebiet im Bezirk Landeck eine außergewöhnliche Wetterlage: Im Warnzeitraum von Mittwoch, 8 bis 23 Uhr, werden Sturmböen zwischen 100 und 130 km/h prognostiziert.

Die höchsten Windgeschwindigkeiten sind in den betroffenen Gebieten von Mittwochmittag bis zum Abend zu erwarten. Diese lassen in der Nacht zum Donnerstag nach, bleiben jedoch in Sturmstärke. Außerdem beginnt es im Laufe des Mittwochs zu regnen – die Warmfront ist am Donnerstag für Starkniederschlag verantwortlich. Gleichzeitig ist die Schneefallgrenze starken Schwankungen unterworfen, wodurch höhenbezogene (Neu-)Schneemengen schwer festzulegen sind. Im Laufe des Freitags soll es zu einer deutlichen Wettberuhigung kommen.

Vorsicht bei Aufenthalt im Freien

Die Landeswarnzentrale, der Landesforstdienst und der Lawinenwarndienst rufen zur erhöhten Vorsicht auf: „Der für morgen in den betroffenen Gebieten erwartete Sturm weist hohes Gefahrenpotenzial auf“, betont Stefan Thaler von der Landeswarnzentrale, und weist darauf hin, dass ein Aufenthalt im Freien durch herabfallende Äste, umstürzende Bäume und herumfliegende Gegenstände sehr gefährlich sein kann. „Aufgrund der vorhergesagten, intensiven und länger andauernden Neuschneefälle in Kombination mit einer stark schwankenden Schneefallgrenze und Sturmböen, die bis in die Tallagen durchgreifen können, sind Waldschäden durch Schneebruch und Windwurf in den Bezirken Reutte und Landeck wahrscheinlich“, hebt Dieter Stöhr vom Landesforstdienst hervor und betont, dass das Betreten von Wäldern in den gefährdeten Regionen morgen auf jeden Fall vermieden werden soll.

Steigende Lawinengefahr

Auch bei Unternehmungen im Hochgebirge ist Vorsicht geboten: „Aufgrund der vorhergesagten, intensiven Niederschläge ist vor allem in den niederschlagsreichen Regionen mit einem starken Anstieg der Lawinengefahr, bis hin zur Lawinengefahrenstufe 4, also einer großen Lawinengefahr, zu rechnen“, sagt Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst. Infolge einer neuerlichen Beurteilung finden sich nähere Informationen zur aktuellen Lawinensituation ab morgen auch unter  lawine.tirol.gv.at.

Grund für dieses außergewöhnliche Wetterereignis ist ein Sturmtief, das in rascher Folge Warm- und Kaltfronten begleitet von orkanartigen Höhenwinden in den Tälern der Alpennordseite bringt. Mit einem Erreichen der Hochwasserwarnschwellen ist trotz des intensiven Regens nicht zu rechnen, wie die Hydrographie und Hydrologie des Landes mitteilt.