Waldfest in Söll: 700 Kinder erfahren mehr über die Bedeutung des Waldes

Der Wald als Klassenzimmer

Kategorien:  Land- & Forstwirtschaft Wald LHStv Geisler AutorIn: Christa Entstrasser-Müller
Rund 700 Kinder aus dem Bezirk Kufstein erfuhren beim Bergwaldfest in Söll an zahlreichen Stationen mehr über die Bedeutung und die Funktionen des Waldes. Highlight war das Schutzwaldmärchen mit Almajuri und den Zauberwesen des Waldes.
Gemeinsames Foto mit den Schauspielern: Die Kinder der „Eulengruppe“ vom Kindergarten Söll sowie (hinten, von re.): LHStv Josef Geisler, Bgm Alois Horngacher, Landesforstdirektor Josef Fuchs, Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer und Bezirksforstinspektion Kufstein Hans-Peter Schroll.
(hinten, von re.): LHStv Josef Geisler, Bgm Alois Horngacher, Landesforstdirektor Josef Fuchs, Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer und Bezirksforstinspektion Kufstein Hans-Peter Schroll mit den Schauspielern des Schutzwaldmärchens im Vordergrund.

Der Wald wurde am Freitag, den 14. Juni in Söll zum Klassenzimmer. 700 Kinder aus verschiedenen Schulen und Kindergärten des Bezirks Kufstein kamen am Vormittag zum Waldfest, um Wissenswertes zum den Themen Wald und Holz spielerisch zu erfahren. Am Nachmittag konnte sich die Bevölkerung beim Waldfest über die Bedeutung des Waldes informieren.

„Unser Wald schützt uns vor Naturgefahren, liefert uns Holz zum Bauen und Heizen, sichert Arbeitsplätze, bietet uns Erholung und ist Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Der Wald muss aber entsprechend gepflegt und bewirtschaftet werden, damit er alle seine Funktionen nachhaltig erfüllen kann“, fasst LHStv Josef Geisler die vielfältigen Aufgaben, die der Wald in Tirol hat, zusammen. Besonders der vergangene Winter habe gezeigt, wie wichtig der Wald als Schutzschild ist. Das kann auch der Söller Bgm Alois Horngacher bestätigen: „Fast zwei Drittel unseres Waldes sind Schutzwald, der unseren Siedlungsraum direkt schützt. Unser Ort ist von mehreren Wildbächen bedroht. Ein entsprechend guter Schutzwaldzustand ist für die Sicherheit in unserem Dorf deshalb extrem wichtig.“

Verständnis für den Wald wecken

Es liegt also nahe, dass Söll Austragungsort für das Waldfest ist. „Kinder lernen durch Erleben - je öfter der Wald unter fachkundiger Begleitung zum Klassenzimmer wird, desto eher wird es uns gelingen, ein breites Verständnis für den Wald zu wecken“, bedankt sich Landesforstdirektor Josef Fuchs bei allen Beteiligten des Waldfestes. „Mit diesem Fest bringen wir den Kindern den Lebensraum Wald und seine Funktionen spielerisch näher. Dieses Fest hilft mit, ein breites Verständnis für den Wald bereits in jungen Jahren zu wecken“, ist sich Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer sicher.

Geboten wird beim Waldfest so Einiges: Stationen zum Mitmachen bei den Themen Tiere im Wald, Wissenswertes über das Naturschutzgebiet Kaisergebirge, Gutes und Gesundes aus unserer Landwirtschaft und Interessantes von der Honigbiene oder zum Hexenwasser. Ein besonderes Highlight bildet das mitten im Wald aufgeführte Märchen „Almajuri und die Zauberwesen im Schutzwald“, das bei einem Waldrundgang an sechs Waldstationen von einer Schauspielertruppe dargeboten wird.

Der Wald im Bezirk Kufstein

Gerade im Bezirk Kufstein wir der Wald von Einheimischen und Gästen als Erholungsraum stark genutzt und geschätzt. Darüber hinaus bietet er durch die fachgerechte Pflege und Bewirtschaftung durch die WaldeigentümerInnen neben dem nachhaltigen Rohstoff Holz wirksamen Schutz vor Hochwasser, Steinschlag und Lawinen, aber auch vor schädigenden Umwelteinflüssen. „Unser gemeinsames Ziel ist ein gesunder, für Trockenheit und Hitze weitgehend gerüsteter – also klimafitter – Bergwald“, betont der Leiter der Bezirksforstinspektion Kufstein Hans-Peter Schroll.


Wald im Bezirk Kufstein:

• Waldfläche im Bezirk Kufstein: rund 55.000 Hektar

• Waldanteil 55 %

• Schutzwaldanteil 54 %, Wirtschaftswaldanteil 46 %

• überwiegend Privatwald 52 %, rund 4.000 Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer, Gemeinschaftswald und Gemeindewald 15 %, Österreichische Bundesforste 33 %

• Jährliche Nutzung im Durchschnitt rund 148.000 Festmeter, jährlicher Zuwachs 160.000 Festmeter