„Welcome Service Tirol“ unterstützt internationale Fachkräfte und ihre Familien beim Leben und Arbeiten in Tirol

Weitere Maßnahme gegen Fachkräftemangel

Kategorien:  Wirtschaft Arbeit Arbeit & Wirtschaft AutorIn: Jakob Kathrein
Von links: Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol Eugen Stark, Präsident der Wirtschaftskammer Tirol Christoph Walser, LRin Patrizia Zoller-Frischauf und Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck Wolfgang Fleischhacker.
Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf: „Wir unterstützen Tiroler Unternehmen und Hochschulen dabei, neu angeworbene Fachkräfte bestmöglich im Lebensraum Tirol zu integrieren.“

Aktuell fehlen in Tirol rund 4.000 Fachkräfte. Seitens des Landes Tirol sind in den vergangenen Jahren vielfältige Aktionen getroffen worden, um dem Fachkräftemangel in der Tiroler Wirtschaft entgegenzuwirken – von der Fachkräfteplattform Tirol, der Fachkräfteförderung für Mangelberufe bis zu zahlreichen Maßnahmen zur Attraktivierung der Lehre. Mit dem „Welcome Service Tirol“ setzen die Kooperationspartner Land Tirol, Wirtschaftskammer Tirol, Industriellenvereinigung Tirol und die Tiroler Hochschulkonferenz (THK) nun ein weiteres Ausrufezeichen: „Ziel der Initiative ist es, die Tiroler Unternehmen und Hochschulen dabei zu unterstützen, neu angeworbene Fachkräfte bestmöglich im Lebensraum Tirol zu integrieren. Es geht darum, ein professionelles Netzwerk anzubieten, das in allen Lebenslagen behilflich ist – die internationalen Spitzenleute sollen sich mit ihren Familien bei uns wohl fühlen. Das ist wichtig, um sich im Wettbewerb um das Fachpersonal durchzusetzen“, sagt Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. „In erster Linie wollen wir den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften mit heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern decken – ein gewisses Maß an Zuzügen von qualifizierten, internationalen Fachkräften ist aber ebenso erforderlich“, betont LRin Zoller-Frischauf.

Bis 31. August 2022 wird das Projekt mit 360.000 Euro gefördert. Das Land Tirol übernimmt die Hälfte der Kosten, die übrigen 180.000 Euro werden von den drei weiteren Projektpartnern zu gleichen Teilen getragen. Die Zielgruppe der Initiative besteht aus qualifizierten Fachkräften, die eine neue Stelle in einem Unternehmen oder an einer Hochschule antreten und damit ihren Lebensmittelpunkt nach Tirol verlegen. Die Services beziehen sich auch auf die PartnerInnen und Kinder.

Von Wohnungssuche bis Familienservice und Spracherwerb

Das „Welcome Service Tirol“ wird auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Unternehmen und Hochschulen und den von ihnen angeworbenen Fachkräften angepasst. Es betrifft alle relevanten Aspekte des Lebens in Tirol – von der Hilfe bei der Wohnungssuche über Behörden- oder Arztgänge, dem Schulangebot, der Kinderbetreuung, dem Spracherwerb bis hin zu Angeboten im Bereich Mobilität, Freizeit, Sport und Kultur. Auch die PartnerInnen der neu angeworbenen Fachkräfte werden nach dem Vorbild des im Hochschulbereich bereits praktizierten „Dual-Career-Service“ beim eigenen beruflichen Neuanfang in Tirol beraten und unterstützt.

Tirol als attraktiven Arbeitsplatz vermarkten

„Die Tiroler Wirtschaftskammer hat das ‚Welcome Service Tirol‘ mitinitiiert und unterstützt dieses auch finanziell, da die heimische Wirtschaft Fachkräfte braucht, die eine hohe Qualifikation mitbringen. Wir erwarten uns, dass der Arbeitsplatz Tirol damit seine Attraktivität international gut vermarktet und die Kinder und Partner der Fachkräfte ebenfalls Interesse am Lebensraum Tirol finden“, betont Christoph Walser, Präsident der Wirtschaftskammer Tirol. Die Wirtschaftskammer habe bereits Services für diese Zielgruppe, etwa das Bildungsconsulting oder die Außenwirtschaft. Eine gemeinsame Anlaufstelle mit erweiterter Betreuung trage jedoch maßgeblich zur Attraktivierung des Standortes bei, so Walser.

Ähnlich sieht es Mitinitiator Eugen Stark, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol: „Das ‚Welcome Service Tirol‘ ist ein wichtiger Schritt, um als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort deutlich attraktiver zu werden. Ein ganz wichtiger weiterer Schritt ist der Ausbau des Angebotes internationaler Schulen und der Abbau der Bürokratie bei der Beschäftigung internationaler Fachkräfte. Für die Tiroler Industrie ist die Attraktivität für Schlüsselkräfte eine zentrale Standortfrage.“

Bestes Gesamtpaket für HochschulehrerInnen an Tiroler Hochschulen

Die Hochschulen stehen in einem internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe. Auch für die Unis ist ein professionelles Angebot für die Integration von exzellenten, internationalen Lehrenden, ForscherInnen sowie deren Familien ein wichtiger Erfolgsfaktor. Solche Dienstleistungen werden mittlerweile von allen renommierten Hochschulen angeboten. „Viele unserer neuberufenen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer können quasi überall auf der Welt arbeiten, häufig entscheiden sie sich für den Standort, an dem sie und ihre Familien das beste Gesamtpaket vorfinden. Die Tiroler Hochschulen bringen daher gerne ihre Expertise für den Aufbau dieses neuen, gemeinsamen Welcome Service in Tirol ein. Im Sinne einer Kräftebündelung wird der Wirtschafts- und Hochschulstandort von dem neuen Angebot profitieren“, sagt Wolfgang Fleischhacker, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck und stellvertretender Vorsitzender der THK.

Zentrale Servicestelle bei der Standortagentur Tirol

Alle Leistungen und Angebote werden in Form einer zentralen Servicestelle gebündelt, die mit 1. September 2019 in der Standortagentur Tirol eingerichtet wird. „Die Welcome-Servicestelle entlastet und unterstützt insbesondere die kleineren und mittleren Unternehmen, die nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um eigene Welcome-Services durchzuführen“, so Wirtschaftslandesrätin Zoller-Frischauf.