Corona-Risiko für DiabetikerInnen minimieren

LR Tilg: „DiabCare Tirol als Chance für Menschen mit Diabetes“

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Diabetes ist bewiesenermaßen ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. „Gerade deshalb setze ich viel Hoffnung in die digitalen Möglichkeiten der Diabetesversorgung. In Tirol sollen künftig vermehrt Patientinnen und Patienten aus dieser Risikogruppe telemedizinisch betreut werden“, betont Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und weiter: „Telemedizin ist in Zeiten dieser Pandemie eine sehr große Chance, um trotz allem eine optimale Betreuung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.“

DiabCare ist ein innovatives Tiroler Projekt, das sich bereits bewährt. Derzeit werden unter Federführung von Oberarzt Christian Ciardi am Krankenhaus Zams PatientInnen in Zeiten von Covid-19 auch telemedizinisch betreut: „Ein Vorteil ist, dass unsere Patientinnen und Patienten nach entsprechender Diabetesschulung und der Einschulung auf die entsprechenden Geräte ihre Werte von zu Hause übermitteln können. So können wir eine Betreuung und Optimierung der Therapien vornehmen, ohne dass die Patientin und der Patient die Diabetes-Ambulanz aufsuchen müssen“, berichtet Oberarzt Ciardi.

„Es profitieren nicht alle Diabetikerinnen und Diabetiker von dieser Form der Betreuung. Besonders wertvoll ist die Versorgung im Bereich des Schwangerschaftsdiabetes. Schwangere Frauen haben in der momentanen Situation Bedenken, sich und ihr ungeborenes Kind einem möglichen Infektionsrisiko durch Covid-19 auszusetzen“, berichtet Christian Ciardi und weiter: „Nicht nur Schwangere mit einem Gestationsdiabetes haben in den Zeiten von Covid-19 einen Vorteil. Durch die engmaschigen Kontrollen, welche die Telemedizin ermöglicht, ist gerade die Handhabung von Insulin, das gerade am Beginn der Therapie zu Unsicherheiten führen kann, sicher und effektiv zu vermitteln.“

Derzeit wird auf Ebene der Softwareentwicklung intensiv gearbeitet, um in Zukunft ein qualitativ hochwertiges Monitoring anbieten zu können, denn nur unter diesen Voraussetzungen wäre eine flächendeckende Versorgung möglich. „Eine optimale Einstellung ist jedoch nur nach entsprechender Diabetesschulung von Patienten möglich, denn nur gut informierte und gut geschulte Diabetiker werden Ihren Diabetes gut im Griff haben“, erklärt der Internist.

Innovative Technik

„Gerade in Bezug auf Diabetes ist es häufig sehr schwierig die Patienten und den Patienten optimal auf die Therapie einzustellen“, weiß Bernhard Pfeifer, der für das Projekt am Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol zuständig ist: „Viele Arztbesuche wären dafür nötig, wofür aber auch häufig die Zeit fehlt, da die Betreuungsintensität sehr hoch ist. Mit dem telemedizinischen Betreuungssystem Diab Care haben wir aber nun den idealen Begleiter für Menschen mit Diabetes geschaffen“, so Pfeifer. Ausgerüstet mit einem speziellen Smartphone, einem Blutzuckermessgerät, einem Blutdruckmessgerät und einem Schrittzähler übermitteln die Patienten täglich ihre Vitalparameter an das spezialisierte Betreuungsteam, das sich aus ÄrztInnen, DiabetesberaterInnen als spezialisierten Pflegekräften und DiätologInnen zusammensetzt. Clemens Rissbacher, Vorstand des Landesinstituts für Integrierte Versorgung Tirol, erläutert den Hintergrund: „Diese Multidisziplinarität garantiert, dass die Patientinnen von einem digitalen Expertenteam perfekt betreut werden.“ Derzeit gibt es im Land Tirol rund 66.000 DiabetikerInnen.