LH Platter: „Erste Lieferung an Schutzmaterial wird für diese Minuten erwartet“

600.000 Schutzmasken und 2.000 Schutzanzüge stehen ab morgen zusätzlich zur Verfügung.

Kategorien:  LH Platter LHStvin Felipe LR Tilg Soziales Arbeit Wirtschaft Gesundheit Sicherheit AutorIn: Rainer Gerzabek
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Das Land Tirol bereitet sich schon seit Tagen intensiv auf die Betreuung von Corona-Infizierten und erhöhte Fallzahlen vor. Dazu gehört auch die Ressourcensicherung von notwendiger Schutzausrüstung. Eine erste Lieferung, die Großteils das Land Südtirol bestellt hat, landet bereits in diesen Minuten am Flughafen Wien-Schwechat. Eine zweite Lieferung, die das Land Tirol in Eigenregie bestellt hat, erreicht heute in den Nachtstunden den Flughafen Wien-Schwechat.

Nach dem Verladen auf entsprechende LKW ist davon auszugehen, dass diese Lieferungen im Laufe der heutigen Nacht bzw. in den morgigen Vormittagsstunden in Tirol eintreffen. 600.000 zusätzliche Schutzmasken und 2.000 zusätzliche Schutzanzüge stehen im Land Tirol dann zur weiteren Verwendung zur Verfügung. Weiteren Lieferungen werden für die nächsten Tage erwartet. Neben dem Kontaktmanagement zu niedergelassenen ÄrztInnen und Apotheken, das laufend verbessert wird, wird auch die Kapazität der Testungen und Auswertungen sukzessive erhöht. Bereits kommende Woche sollen in Tirol über 1000 Tests pro Tag durchgeführt werden können.

„Wir haben es mit einer unsichtbaren Gefahr zu tun, die es zu bekämpfen gilt. Die Lage wird vom Krisenstab und den Expertinnen und Experten ständig beobachtet und bewertet. Tirol setzt alles daran, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Das kann nur gelingen, wenn wir alle unser sozialen Kontakte reduzieren. Ich danke der Tiroler Bevölkerung, die sich weitgehend an die vorgegebenen Maßnahmen hält. Diese Maßnahmen sind notwendig und alternativlos, um diese schwierigste Situation der Nachkriegszeit zu meistern“, erklärt LH Günther Platter.

Jeder leistet seinen Beitrag

LHStvin Ingrid Felipe richtete nochmals einen expliziten Dank an alle Verantwortlichen, die in dieser Gesundheitskrise schwere und weitreichende Entscheidungen treffen müssen. „Nur durch Kooperation und Zusammenarbeit können wir dieser Krankheit jetzt begegnen. Deshalb auch mein herzliches Dankeschön an alle, die es aushalten, zuhause zu bleiben und auch an all jene, die durch ihren Arbeitseinsatz dazu beitragen, unsere Infrastruktur aufrecht zu erhalten.“

Notkrankenstationen nehmen Betrieb auf

„Ab heute gehen schrittweise die vorbereiteten Notkrankenstationen in Betrieb, um für höhere Fallzahlen gerüstet zu sein. Zudem erwarten wir im Laufe des heutigen Tages bzw. der Nachtstunden die ersten Lieferungen an Schutzmasken und Schutzkleidung für Tirol“, informierte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.

Großteils milde und leichte Krankheitsverläufe in Tirol

Günter Weiss, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin an den Tirol Kliniken, informierte, dass der Großteil der am Coronavirus erkrankten PatientInnen in Tirol milde bis leichte Verläufe der Erkrankung erleben. „Nur ein geringer Teil kommt ins Krankenhaus. Wir haben derzeit 25 Erkrankte in stationärer Behandlung an der Klinik Innsbruck und weitere sechs werden auf der Intensivstation betreut. Zunehmend kommen jetzt ältere Patientinnen und Patienten.“

Genaue Abgrenzung zwischen Infektions- und Normalbetrieb in Zams

„Wir führen ein zweigeteiltes Krankenhaus – einerseits haben wir eine gesicherte Versorgung für Coronavirus-Patientinnen und –Patienten eingerichtet und andererseits funktioniert in einer abgetrennten Einheit auch der Normalbetrieb weiterhin auf höchstem Niveau“, betonte Ewald Wöll, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Zams. „Derzeit haben wir 46 Coronavirus-Erkrankte stationär aufgenommen, wovon sechs intensivmedizinisch betreut werden.“

Kontaktaufnahme mit HausärztInnen nur telefonisch

Arthur Wechselberger, Präsident der Tiroler Ärztekammer, wies darauf hin, dass in Tirol derzeit rund 1.300 niedergelassen ÄrztInnen und 2.500 ÄrztInnen an den Spitälern ihren Dienst versehen. „Wenn man sich krank fühlt, bitte nicht direkt gleich in die Ordination des Hausarztes gehen, sondern vorher telefonisch Kontakt aufnehmen. Damit kann jeder einen Beitrag zur Reduzierung von sozialen Kontakten und zur Gesunderhaltung unseres Gesundheitspersonals leisten. Auch gibt es derzeit die Möglichkeit, Krankmeldungen und Rezepte elektronisch ausstellen zu lassen.“

Versorgung durch Tirols Apotheken weiterhin gewährleistet

„Derzeit sind alle 130 Apotheken in Tirol geöffnet und durch Nachtdienste in den Regionen ist auch weiterhin die Rund-um-die-Uhr-Versorgung gesichert. Damit das auch in Zukunft so bleibt, bitten wir die Kundinnen und Kunden um Verständnis, dass das Personal vielfach mit Handschuhen, Atemschutzmasken und Sichtschutz tätig ist – einerseits um sich selbst zu schützen und andererseits um auch die Kundinnen und Kunden vor einer Ansteckung zu schützen“, schildert Matthias König, Präsident der Apothekerkammer Tirol, die Situation und ergänzt, dass bereits viele Apotheken mitt-lerweile selbst Desinfektionsmittel herstellen würden. Dabei werde die Rezeptur der Weltgesundheitsorganisation verwendet. Aus heutiger Sicht sei laut König die Versorgung durch Tirols Apotheken auch weiterhin gewährleistet.

Der Film-Link zur Landespressekonferenz: Externer Link https://www.youtube.com/watch?v=byQ0zNlpXik 

Der O-Ton-Link zur Landespressekonferenz: we.tl/t-EecDUM0ksD