LH Platter: „Verstöße in Nachtgastronomie werden in Tirol nicht toleriert“

Aktuelles aus der Regierungssitzung

Kategorien:  RegierungLH PlatterLHStvin Felipe AutorIn: Jakob Franz Kathrein

Die aktuelle Coronavirus-Situation in Tirol war einmal mehr auch bei der heutigen Sitzung der Tiroler Landesregierung das zentrale Thema. Insgesamt verzeichnet Tirol derzeit (Stand 13.30 Uhr) 646 positive Fälle – mit der gestrigen Sitzung der Ampelkommission des Bundes werden in Tirol der Bezirk Kufstein und die Stadt Innsbruck auf die Ampelfarbe „orange“ gestellt, für die Bezirke Landeck, Innsbruck-Land und Schwaz gilt Stufe „gelb“. Zunehmend problematisch entwickelt sich in Tirol die Situation in der Nachtgastronomie – konkret in der Nachtgastronomie in Innsbruck, wo ein Cluster aus einem einzigen Lokal mit aktuell 56 Neuinfektionen besteht. LH Günther Platter und LHStvin Ingrid Felipe verfolgen die steigenden Zahlen mit großer Sorge: „In Tirol nehmen die Neuinfektionen zu. Wegen des bereits erfolgten Schulbeginns und des anstehenden Unistarts müssen wir die weiteren Entwicklungen genau beobachten und weiter achtsam sein – zum eigenen Schutz und jenem von Familie und Freunden.“

LH Platter begrüßt daher ausdrücklich die seit gestern in Kraft getretene Verordnung des Bundes: „Die neue Verordnung regelt klar, dass Speisen und Getränke in der Gastronomie und in Bars nur noch im Sitzen, also am eingenommen Platz, konsumiert werden können. Diese Maßnahme ist absolut richtig und wichtig, wie ein Blick auf die steigenden Neuinfektionen im Bereich der Gastronomie zeigt. In der Tiroler Landesregierung gibt es Konsens darüber, dass etwaige bewusste Umgehungen dieser Verordnung nicht toleriert werden. Es wird stattdessen scharfe Kontrollen geben, um jeglicher Umgehung einen Riegel vorzuschieben.“

Wegen der steigenden Zahlen in Tirol wird es umfassende Screenings zum verstärkten Schutz von Einrichtungen in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Pflege und Bildung geben. Geprüft werden aktuell auch die rechtlichen Möglichkeiten für präventive Maßnahmen an bestimmten öffentlichen Orten wie Märkten durch das Tragen einen Mund-Nasen-Schutzes.

Testungen sind richtiger Weg

„Tirol liegt mit über 208.000 Testungen österreichweit nach wie vor im Spitzenfeld und die Kapazitäten werden weiter ausgebaut. Ich bin überzeugt davon, dass wir hier den richtigen Weg verfolgen: Je mehr Infektionen bekannt sind, desto höher ist die Chance, diese entsprechend einzugrenzen und vor allem auch jene zu schützen, für die das Coronavirus ein besonderes Risiko darstellt“, erklärt LH Platter. Die gestern erfolgte Ampelschaltung sei keine Überraschung, dennoch appelliert der Landeshauptmann: „Fakt ist, dass die Infektionszahlen für den aktuellen Zeitpunkt zu hoch sind. Die Ampelfarben sind keine reine Farbenspielerei – es geht auch darum, ein Bewusstsein für die aktuelle Situation zu schaffen: Wir müssen verstärkt aufeinander aufpassen, denn das Virus ist nach wie vor unter uns.“

Aktuelle Entwicklungen: Ein Todesfall und mehrere kleine Cluster in Tirol

Gestern, Montag, wurde bekannt, dass eine Person mit Vorerkrankungen aus dem Bezirk Innsbruck-Land verstorben ist, für die im Vorhinein ein positives Testergebnis vorlag – „den betroffenen Angehörigen gilt unser Mitgefühl“, sagen LH Platter und LHStvin Felipe. Insgesamt sind es damit 109 verstorbene Personen in Tirol, für die ein positives Coronavirus-Testergebnis vorlag. 

Insgesamt werden in Tirol derzeit viele Cluster geführt, wobei der wesentliche Anteil Kleincluster sind, die im Zuge der umgehenden Absonderungen der Infizierten rasch eingegrenzt werden. Über 50 Prozent der infizierten Personen sind zwischen 15 und 35 Jahre. „Insgesamt können in Tirol auftretende Coronavirus-Fälle sehr gut Clustern zugeordnet und Verknüpfungen untereinander hergestellt werden – derzeit werden viele Familiencluster verzeichnet, die sich meist im kleineren Rahmen eingrenzen lassen. Aber auch Infektionen nach privaten Feierlichkeiten bzw. Zusammenkünften treten gehäuft auf – umso wichtiger ist unser Appell: Je mehr Menschen sich an die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen halten, desto eher können wir gemeinsam dafür sorgen, dass sich das Virus in Tirol nicht wieder weiterverbreitet und es keine weiteren – auch verpflichtenden – Maßnahmen benötigt“, sagt LH Platter.

Nur wenige Fälle stehen derzeit noch im Zusammenhang mit einer Reiseaktivität, beispielsweise aus Rumänien, der Türkei oder Kroatien. Als einer der aktivsten Cluster gilt derzeit jener, welcher im Zusammenhang mit einem Nachtlokal in Innsbruck steht und für welchen vonseiten der Gesundheitsbehörde auch ein öffentlicher Aufruf unternommen wurde: Insgesamt 56 positive Testergebnisse liegen derzeit vor – die Landessanitätsdirektion geht von einem weiteren Anstieg aus. Indes haben sich auch einige weitere Cluster beruhigt, beispielsweise jener im Zusammenhang mit einer privaten größeren Veranstaltung im Bezirk Innsbruck-Land.


Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung

Sonderförderungsprogramm: Im Rahmen der Sonderförderungsprogramme werden für die Natura 2000 Region Isel über 334.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Mit den Sonderförderungsprogrammen wollen wir die örtliche Infrastruktur im Sinne einer positiven Zukunftsentwicklung stärken – mit klaren Zielvorgaben gilt es, die Regionen als Ganzes weiterzuentwickeln. Im Rahmen der aktuellen Finanzierungsgenehmigungen sind es vor allem Investitionen in den touristischen Bereich, mit welchem die Region an Attraktivität gewinnen soll. Neben neuen Projekten im Outdoor-Bereich sind es Sanierungsmaßnahmen von Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben, die mit den Mitteln gefördert werden“, betont LH Günther Platter, auf dessen Antrag die Gelder für die Sonderförderungsprogramme beschlossen wurden.