Park+Ride-Studie

LHStvin Felipe: „Park+Ride-Studie dient als Leitfaden für die kommenden zehn Jahre“

Kategorien:  LHStvin Felipe Verkehr Öffentlicher Nahverkehr AutorIn: Clemens Rosner
LHStvin Felipe sieht die Studie zu Park+Ride- sowie Bike+Ride-Anlagen als Leitfaden für die kommenden zehn Jahre.
LHStvin Felipe sieht die Studie zu Park+Ride- sowie Bike+Ride-Anlagen als Leitfaden für die kommenden zehn Jahre.

Dem Verkehrsausschuss des Tiroler Landtages wurde heute, Mittwoch, die Studie zur „Potenzialabschätzung 2030 – Bike+Ride und Park+Ride“ vorgestellt. Diese von Land Tirol und ÖBB in Auftrag gegebene Mobilitätsstudie zeigt die derzeitigen Kapazitäten und bildet die Potenziale für den Ausbau von Bike+Ride sowie Park+Ride-Anlagen bis zum Jahr 2030 ab. Mobilitätslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe zeigt sich zufrieden: „Es war doch ein längerer Weg als erwartet. Nun haben wir die Zahlen und damit wesentliche Richtwerte für die Zukunft, wie und wo wir die Tiroler Bahnhöfe und Haltestellen als intermodale Mobilitätsdrehscheiben weiterentwickeln werden. Die Erkenntnisse dienen als Leitfaden im Sinne des Ausbaus der Mobilität in Tirol für die kommenden zehn Jahre.“

63 Bahnhöfe und Haltestellen wurden untersucht

Der Bedarf nach mehr Bike+Ride-Stellplätzen liegt vor allem an den urban gelegenen Bahnhöfen wie Innsbruck, Kufstein oder Hall. Das größte Park+Ride-Potenzial liegt derzeit in Jenbach und Brixlegg, wobei mit acht weiteren Gemeinden im Inn- und Achental bereits Ende des letzten Jahres die notwendigen Verträge unterzeichnet und damit die Grundlage für eine zeitnahe Umsetzung gelegt wurden. Ebenso unterschrieben ist das Projekt am Bahnhof Schwaz. Großes Ausbaupotenzial sieht die Studie im Oberland an den Bahnhöfen Imst-Pitztal 102 Prozent bzw. Landeck-Zams 111 Prozent. Bereits umgesetzt wurde das Parkhaus in Telfs/Pfaffenhofen.

Ziel der Erhebung war es in erster Linie den Stellplatzbedarf für Fahrräder und PKW an den 63 Bahnhöfen und Haltestellen in Tirol bis 2030 abzuschätzen. Zusätzlich wurden Themen wie Stellplätze für Menschen mit Behinderung, die Anbindung der Haltestellen an das öffentliche Verkehrsnetz, Taxi- und Carsharingangebote sowie vorhandene Elektroinfrastrukturen miterhoben. Die Ermittlung des Infrastrukturbedarfs für das Jahr 2030 erfolgte auf der Grundlage von Fahrgastzählungen sowie der Erhebung vorhandener Kapazitäten und deren Auslastungsgrad. Ekkehard Allinger-Csollich, Leiter des Sachgebietes Verkehrsplanung erläutert: „Durch den Erfolg der 2017 durchgeführten Tarifreform stoßen wir an einigen Bahnknotenpunkten an die Auslastungsgrenzen. Durch die nun vorliegenden Ergebnisse können wir beim Ausbau klare Priorisierungen vornehmen.“

Studie als Grundlage für den Tirol-Vertrag 2

LHStvin Felipe sieht die Ergebnisse der Potenzialabschätzung ebenso als wichtige Grundlage für die weiteren Schritte zum Ausbau des öffentlichen Verkehrsangebotes: „Tirol hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Öffi-Land entwickelt. Tariflich haben wir bereits sehr gute Angebote gelegt, jetzt müssen wir zusammen mit dem Bund und den ÖBB bei den Park+Ride-Anlagen nachziehen, um der großen Nachfrage danach auch infrastrukturell zu entsprechen.“ Als wesentlich bezeichnet LHStvin Felipe auch die öffentlichen Anbindungen zu den Verkehrsknotenpunkten: „Es ist notwendig die Zubringer-Öffis wie Busse, Carsharingsysteme oder auch Anrufsammeltaxis weiter auszubauen, umso den Öffi-Nutzerinnen und Öffi-Nutzern schon bei der Anreise zum Bahnhof eine attraktive öffentliche Alternative bieten zu können.“

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Verkehrsdienstevertrages Ende 2019, womit 1,2 Milliarden für die nächsten zehn Jahre in das Angebot auf der Schiene investiert werden, steht im heurigen Jahr der Tirol-Vertrag 2 an, in welchem schließlich die Infrastrukturmaßnahmen 2020 bis 2030 mit der ÖBB vereinbart werden. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie werden dabei berücksichtigt und in den Vertrag eingearbeitet. Grundsätzlich wird eine Bike- bzw. Park+Ride-Anlage zu 50 Prozent durch die ÖBB und jeweils 25 Prozent vom Land bzw. den beteiligten Gemeinden finanziert. Die Umsetzung vertraglich vereinbarter Projekte erfolgt nach den Kriterien Dringlichkeit bzw. dem Auslastungsgrad der bestehenden Anlage, Einigung mit der Standortgemeinde, Finanzierbarkeit und die technische Umsetzbarkeit des Vorhabens.

Die vom Land Tirol und den ÖBB in Auftrag gegebene Studie wurde von einem unabhängigen Verkehrs- und Raumplanungsbüro durchgeführt, welches bereits an derselben Aufgabenstellung für das Bundesland Vorarlberg arbeitete und damit über das benötigte Hintergrund- und Fachwissen bzw. Erfahrung verfügt.

Hier gehts zur Park+Ride bzw. Bike+Ride-Potenzialstudie 2030.