Schädliche Auswirkungen von Silvesterraketen

LHStvin Felipe: „Verzicht schont unsere Umwelt“

Kategorien:  LHStvin Felipe Umwelt AutorIn: Thomas Pichler
Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe steht in einem Gang im Innsbrucker Landhaus.
LHStvin Ingrid Felipe: "Ein Verzicht auf privates Feuerwerk bedeutet weniger Belastung für Umwelt, Mensch und Tier."

Tonnen an Feuerwerkskörpern werden jährlich zum Jahreswechsel in Tirol angezündet und in die Luft geschossen. Es ist eine Tradition, die für viele Feiernde in der Silvesternacht dazu gehört und ihnen schöne Momente bereitet. Die Kehrseite der Medaille sind Feinstaubbelastung, Umweltverschmutzung, Lärmbelästigung sowie Verletzungen und Brandgefahr durch unsachgemäßen Umgang mit Pyrotechnik. LHStvin Ingrid Felipe rät daher zu einem bewussten Verzicht auf privates Feuerwerk: „Die alljährlich wiederkehrenden Probleme, die durch Silvesterraketen und Böller entstehen, sind bekannt. Eine Veränderung liegt in der Hand der Bevölkerung, aber glücklicherweise setzt seit längerer Zeit ein Umdenken ein. Viele Tirolerinnen und Tiroler verzichten mittlerweile auf eigene Raketen und bestaunen stattdessen gemeinsam öffentliche Feuerwerke oder gar Lichtshows im ganzen Land.“

Hohe Feinstaubbelastung durch Raketen und Böller

Das Abbrennen von Feuerwerken führt zu einer erheblichen Feinstaubbelastung in der Luft. Laut einer Auswertung von Luftgütemessungen zwischen Dezember 2010 und Jänner 2018 durch die Abteilung Waldschutz des Landes Tirol tritt die stärkste Verschmutzung in der Silvesternacht im Zeitraum zwischen 0:30 Uhr und 2:30 Uhr auf. Während dieser zwei Stunden beträgt die Konzentration an Feinstaub bis zum 20-fachen der sonst üblicherweise gemessenen Werte. Insgesamt wird der Tagesgrenzwert von 50 µg/m3 am Neujahrstag an den meisten Messstellen in Tirol deutlich überschritten, wodurch bereits am ersten Tag des Jahres einer von 25 zulässigen Überschreitungstagen zu verzeichnen ist.

Mit dem Feinstaub werden unter anderem auch schädliche Metallpartikel freigesetzt. Die Messwerte von Bismut, Strontium und Barium an Silvester betragen das 20- bis 50-fache im Vergleich zu regulären Wintertagen. Wie schnell sich der Fein- und Metallstaub in den Tagen nach dem Jahreswechsel verringert, ist abhängig von der Witterung. Übrig bleibt jedoch der Müll, der mitunter in der freien Natur zu liegen kommt. Die Reste abgebrannter Raketen und Knallkörper enthalten Schadstoffe, die bei Regen in die Böden und Gewässer gespült werden. Somit besteht Gefahr für die lokale Umwelt.

Lärmbelastung für Mensch und Tier

Die Explosionen der Raketen und Knallkörper stellen eine enorme Lärmbelastung dar. Unter dem entstehenden Schalldruckpegel von bis zu 170 dB, der höher ist als der eines Düsentriebwerkes, leiden besonders ältere Menschen, Kleinkinder sowie Haus- und Wildtiere. Da das Gehör vieler Tiere sensibler ist als das des Menschen, kann Lärm ängstliches oder panisches Fluchtverhalten auslösen.

Hohe Verletzungsgefahr und Brandrisiko

Nicht selten beginnt das neue Jahr mit einem Aufenthalt in der Notfallambulanz oder einem Einsatz der Feuerwehr. Vor allem Kinder und Jugendliche sind häufig von Verletzungen durch Feuerwerkskörper an Augen, Ohren und Händen betroffen. Nachlässiges Hantieren mit Raketen und Böllern führt zudem immer wieder zu Sachbeschädigungen und Bränden. Für LHStvin Felipe steht fest: „Alternativen zum Silvesterfeuerwerk bedeuten weniger Belastung für Mensch, Tier und Umwelt. Die Silvesternacht kann auch nachhaltig gebührend gefeiert werden. Ich hoffe, dass sich viele für diesen Weg entscheiden und wünsche allen Tirolerinnen und Tirolern einen guten Rutsch ins neue Jahrzehnt.“