Steigender Schadstoffausstoß im Verkehr

LHStvin Felipe: "Alpenregionen werden in Sachen Transit Druck auf nationale Regierungen aufbauen"

Kategorien: LHStvin Felipe, Umwelt, Verkehr AutorIn: Paul Aigner
LHStvin Ingrid Felipe
LHStvin Ingrid Felipe

„Wir tun in Tirol für die gute Luft, was wir können und unsere Maßnahmen sind wirksam", betont heute LHStvin Ingrid Felipe angesichts des neuesten Berichts des Umweltbundesamts über steigende Treibhausgasemissionen im Verkehr. Untersucht wurde im Klimaschutzbericht 2017 die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Österreich, differenziert nach den unterschiedlichen Sektoren und aufgeschlüsselt in die Bundesländer. Die neuesten im Bericht verwendeten Daten kommen aus dem Jahr 2014. 29 Prozent der österreichischen Treibhausgase kommen aus Oberösterreich, 23 Prozent aus Niederösterreich, 16 Prozent aus der Steiermark. Tirol liegt mit sieben Prozent der österreichischen Treibhausgase an fünfter Stelle, hat allerdings seit 25 Jahren die höchsten Treibhausgasausstoße aus dem Verkehrsbereich. Ursache dafür ist laut Umweltbundesamt in erster Linie der Transitverkehr.

Der Bericht enthält noch nicht Daten der seit 2014 in Tirol getroffenen Maßnahmen gegen die Luftbelastung: Der Luft-100er gilt erst seit November 2014, das stufenweise sektorale Lkw-Fahrverbot seit November 2016, die Tarifreform im öffentlichen Verkehr seit Juni 2017. „Wir wissen anhand anderer Zahlen von den Messstellen an der Tiroler Autobahn bis zur leicht steigenden Nutzung der RoLa, dass unsere Maßnahmen wirken. Aber ich gehe dennoch davon aus, dass unsere Tiroler Bemühungen die Untätigkeit der Bundesregierung und unserer Nachbarn bei der Entlastung vom Transitverkehr nicht wett machen", betont Ingrid Felipe. Die Tiroler LHStvin fordert die rasche Umsetzung der von EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc vorgeschlagenen EU-weiten Neuregelung der Mauten im Straßenverkehr. Tirol übernehme 2018 den Vorsitz der Mobilitätsgruppe der Alpenregionen und werde da gemeinsam Druck auf die nationalen Regierungen aufbauen, die Vorschläge der Kommission umzusetzen.

Ohne einen „weitreichenden Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft" sieht das Umweltbundesamt die Klimaziele von Paris für nicht erreichbar an. Die ExpertInnen regen Investitionen in Technologien zum Ausstieg aus den fossilen Energien, die Verringerung der Verkehrsleistung und ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement an. Für Österreich bestehe „dringender Handlungsbedarf zur Entwicklung einer Integrierten Nationalen Energie- und Klimastrategie bis 2030." Die Tiroler LHStvin kündigt auch hier die Unterstützung des Landes Tirol für eine solche Strategie an. „Wir merken in den sensiblen Alpenregionen am massivsten, dass es so wie bisher beim Klimaschutz nicht weiter gehen kann." Den aktuellsten Klimaschutzbericht des Bundesumweltamtes finden Sie hier:  http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0622.pdf