TLS-Monitoring

Seit dem Frühjahr 2016 wird in der Abteilung Geoinformation ein terrestrischer Laserscanner eingesetzt.

Dieser Scanner wird prinzipiell wie ein herkömmliches Vermessungsgerät verwendet und kann bis zu 4 km weit entfernte Ziele erfassen (Long-Range-Scanner). Der Einsatz von Terrestrischen Laserscan-Systemen (TLS) eignet sich besonders zur geodätischen Aufnahme flächiger und detailreicher Objekte.

Ähnlich dem Airborne Laserscanning (ALS) erfolgt die Aufnahme der Objekte über einen Laserstrahl, welcher über einen oszillierenden oder rotierenden Spiegel abgelenkt und ausgesendet wird. Der Laserstrahl wandert schrittweise (meist vertikal) über die zu erfassende Oberfläche. Das von der Objektoberfläche reflektierte Signal wird von einem im Gerät verbauten Detektor aufgezeichnet. Das Ergebnis einer TLS-Messung ist eine hochgenaue 3D-Punktwolke.

Felssturz am Schartlaskogel im Pollestal: Foto und 3D-Punktwolke aus dem Jahr 2016 (inkl. Detailansicht). Der Felssturz ereignete sich am 02.10.2015.
Felssturz am Schartlaskogel im Pollestal: Foto und 3D-Punktwolke aus dem Jahr 2016 (inkl. Detailansicht). Der Felssturz ereignete sich am 02.10.2015.

Vergleich multitemporaler TLS-Aufnahmen

Der Vergleich von Laserscanaufnahmen und daraus abgeleiteter Modelle verschiedener Epochen ermöglicht die Feststellung von Änderungen an Objekten oder des Geländes. Darauf aufbauend werden Deformationsanalysen und Kubaturermittlungen ermöglicht, welche eine wichtige Grundlage für Bewertungen im Bereich des Naturgefahrenmanagements bilden oder zur konkreten Beurteilung von Gefährdungspotentialen für den Siedlungsraum und dessen Infrastruktur dienen.

Ansicht des Abbruchgebiets am Gipfel des Schartlaskogel (2784m).
Ansicht des Abbruchgebiets am Gipfel des Schartlaskogel (2784m). Dargestellt ist die TLS-Punktwolke aus dem Jahr 2016 eingefärbt nach den Höhendifferenzen zum Stand vor dem Abbruch (ALS-Datengrundlage aus 2010; eingefärbt nach 3D-Distanzen in Meter, ausgebrochenes Volumen ca. 168.000 m³). Je blauer desto mehr Material ist beim Felssturz ausgebrochen.
Felssturz am Schartlaskogel im Pollestal: Die Profilansicht zwischen der Punktwolke aus dem Jahr 2010 (hellblau, Datengrundlage ALS) und der TLS-Aufnahme aus dem Jahr 2016 (dunkelblau) zeigt einen Schnitt durch die Ablagerung des Felssturzes.
Felssturz am Schartlaskogel im Pollestal: Die Profilansicht zwischen der Punktwolke aus dem Jahr 2010 (hellblau, Datengrundlage ALS) und der TLS-Aufnahme aus dem Jahr 2016 (dunkelblau) zeigt einen Schnitt durch die Ablagerung des Felssturzes.

Aktuelles TLS-Monitoring:

  • Schartlaskogel im Pollestal (Längenfeld)
  • Gamsgrube (Finkenberg)
  • Bliggferner (Kaunertal)
  • Vögelsberg (Volders, als Ergänzung zum permanenten geodätischen Monitoring)
  • Kerschbaumsiedlung (Navis, als Ergänzung zum permanenten geodätischen Monitoring)
 Das TLS Gerät im Einsatz
Das TLS-Gerät im Einsatz

Informationen und Ansprechpartner: