Digitalfunk BOS Austria

mobile Digitalfunk Basistation
Mobile Digitalfunk Basisstation im Einsatz

Tirol verfügt über ein Digitalfunknetz, welches auf dem TETRA Standard beruht und für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zugänglich ist. Die Abt. Zivil- und Katastrophenschutz ist für die Netzinfrastruktur sowie die Verwaltung aller nichtpolizeilichen Digitalfunkgeräte im Netz zuständig.

Am 4.1.2006 ging in Tirol das Digitalfunknetz für Einsatz- und Rettungsorganisationen in Betrieb. Tirol war damals das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Digitalfunkversorgung und ist auch heute noch Vorreiter auf dem Gebiet der Kommunikationssicherheit im Krisen- und Katastrophenfall.

A-Standorte Konzept

Bis Ende 2016 will das Land Tirol gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres die redundante  Anbindung von insgesamt 84 Digitalfunkstandorten der insgesamt 194 Standorte in Tirol an das landeseigene Richtfunknetz abschließen. „Durch diese völlig unabhängige Zweitanbindung ist sichergestellt, dass die Einsatzkräfte auch im Falle eines lokalen Leitungsausfalls mit der Leitstelle Tirol, den Einsatzleitungen sowie untereinander kommunizieren können. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Kommunikation der Einsatzkräfte im Dauersiedlungsraum und entlang von Autobahnen, Schnellstraßen sowie Bundes- und Landesstraßen auch dann aufrechterhalten werden, wenn Leitungen etwa durch Murenabgänge beschädigt sind oder die Stromversorgung für längere Zeit unterbrochen ist.


Facts Digitalfunk Tirol (Stand: Jänner 2016):

  • 194 Digitalfunk Standorte (Funkbasisstationen) in Tirol in Betrieb
  • Flächenversorgung etwa 95% der Landesfläche

    • Versorgung der Straßentunnel des Landes Tirol sowie der ASFINAG
    • Versorgung der Eisenbahntunnel der ÖBB Arlbergtunnel, Unterinntaltrasse, etc.
    • Versorgung Klinik Innsbruck

  • 7 Verkehrskanäle (VK) pro Funkzelle (IBK –Stadt 11 bzw. 15 VK)
  • Batterienotstromversorgung der Standorte >30 Stunden
  • Digitalfunkgerät in Tirol:
Organisation Gesamt
SUMME 10.424
Feuerwehr (027) 5.210 FF, BF, BtF
Rettungsdienste (067) 2.662 RK, WR, NAH, RD, KH, Bergrettung u.a.
Behörden (087) 1.244 LEL, BEL, GEL, Straßendienste, u.a.
Warn- und Alarmierungssystem (107) 1.308 Alarmumsetzer und Sirenensteuerung

Weiterführende Informationen für Digitalfunk Anwender:

Unter den unten angefügten Links finden sich weitere Informationen zum Digitalfunk


Bestellung von Digitalfunkgeräten

Digitalfunk
Digitalfunk

Die Bestellung von Digitalfunkgeräten kann über die Abt. Zivil- und Katastophenschutz und somit über den Rahmenvertrag der BBG (Bundesbeschaffungs GmbH) durchgeführt werden. Die Bestellungen werden alle 2 Monate jeweils zu Beginn des Monats (Februar, April, Juni, August, Oktober, Dezember) gesammelt an die BBG weitergeleitet. Organisationen bei denen die Funkgerätebestellung nicht über den Landesverband abgewickelt wird, können sich direkt an die Abt. Zivil- und Katastrophenschutz wenden. Für folgende Organisationen wird die Bestellung über den Landesverband durchgeführt: Feuerwehr, Rotes Kreuz, Wasserrettung, Bergwacht.

Die Zeit vom Bestelltermin bis zur Auslieferung der Funkgeräte beträgt ca. 8 - 12 Wochen. In Einzelfällen kann diese Dauer auch überschritten werden.

Bestellung über Drittfirmen

Das Bestellen von Digitalfunkgeräten über andere Anbieter bzw. Bestellungen anderer Gerätetypen ist ebenfalls möglich. Im Digitalfunknetz dürfen jedoch nur durch das BM.I sowie die Tetron zertifizierte Endgeräte verwendet werden. (Link:  Zertifizierte Digitalfunkgeräte) Vor der Bestellung von Geräten über Drittfirmen empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der Abt. Zivil- und Katastrophenschutz.


Digitalfunk Netzabdeckung

Karte Netzabdeckung Digitalfunk

Informationen zur Verfügbarkeit des digitalen Funknetzes sind für Einsatzorganisationen unerlässlich. Um Einsätze, Übungen und taktische Planungen durchführen zu können, sind folgende Daten wesentlich:

  • Wo kann mit einer Funkversorgung (Netzabdeckung) gerechnet werden?
  • Wie sieht die Netzabdeckung aus, wenn eine oder mehrere Stationen ausgefallen sind?
  • Welche Sendestationen sind derzeit aktiv oder nicht aktiv?

Die ersten beiden Punkte können mit der GIS/tiris Anwendung „ Digitalfunk BOS Austria Netzabdeckung Tirol“ beantwortet werden.

Die Information über nicht aktive Digitalfunkstandorte wird über die LWZ (Landeswarnzentrale Tirol) an die Leitstelle Tirol und an definierte Personen der BOS weitergegeben. Diese Anlaufstellen oder Personen sind für die interne Weiterleitung an die jeweiligen Organisationseinheiten verantwortlich.

Datengrundlage und somit Ausgangsbasis für die „Digitalfunk BOS Austria Netzabdeckung Tirol“ sind die von der Funknetzplanung des BM.I und der Fa. Tetron erstellten GIS (Geographisches Informationssystem) Datenfiles. Diese Abdeckungsberechnungen wurden für jeden der 195 Digitalfunk Standorte durchgeführt. Die GIS Aufbereitung dieser Basisdaten für die Einbindung und Anwendung in der neuen Applikation erfolgte durch die Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz.


2016 - Zehn Jahre Digitalfunk in Tirol

Funkstandort
  • ab 2008|April:    Alle Einsatzorganisationen in Tirol funken über das digitale Funknetz
  • 2006|April:    Inbetriebnahme von 178 Funkstandorten und schrittweise Umstellung der Einsatzorganisationen von regional begrenztem Analogfunk zum landesweit ausgebauten Digitalfunk
  • 2004/2005:    Netzausbau in Tirol
  • 2004|Juni:    Auftragserteilung am das Konsortium Alcatel/Motorla durch das Innenministerium
  • 2003|November:    gemeinsame Ausschreibungserstellung für ein digitales Funknetz in Tirol mit dem Ziel eines einheitlichen Bundesweiten Ausbaus
  • 2003:    Beschluss der Tiroler Landesregierung zur Errichtung eines Digitalfunknetzes für Tirol
  • 2003|Juni:    Projektstopp für ein bundesweites Behördenfunknetz aufgrund „technischer Probleme“