Digitalfunk BOS Austria

Tirol verfügt über ein Digitalfunknetz, welches auf dem TETRA Standard beruht und für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zugänglich ist. Die Abt. Zivil- und Katastrophenschutz ist für die Netzinfrastruktur sowie die Verwaltung aller nichtpolizeilichen Digitalfunkgeräte im Netz zuständig.

Am 4.1.2006 ging in Tirol das Digitalfunknetz für Einsatz- und Rettungsorganisationen in Betrieb. Tirol war damals das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Digitalfunkversorgung und ist auch heute noch Vorreiter auf dem Gebiet der Kommunikationssicherheit im Krisen- und Katastrophenfall.

A-Standorte Konzept

In Tirol sind derzeit 88 A-Standorte in Betrieb, welche über eine redundante Anbindung mittels landeseigenem Richtfunk verfügen. Durch diese völlig unabhängige Zweitanbindung ist sichergestellt, dass die Einsatzkräfte auch im Falle eines lokalen Leitungsausfalls mit der Leitstelle Tirol, den Einsatzleitungen sowie untereinander kommunizieren können. Mit den Richtfunkverbindungen kann die Funkversorgung für die Einsatzkräfte im Dauersiedlungsraum und entlang von Autobahnen, Schnellstraßen sowie Bundes- und Landesstraßen auch dann aufrechterhalten werden, wenn Leitungen etwa durch Murenabgänge beschädigt sind oder die Stromversorgung für längere Zeit unterbrochen ist.


Facts Digitalfunk Tirol (Stand: Oktober 2020):

  • 196 Digitalfunk Standorte (Funkbasisstationen) in Tirol in Betrieb
  • Flächenversorgung etwa 95% der Landesfläche
    • Versorgung der Straßentunnel des Landes Tirol sowie der ASFINAG
    • Versorgung der Eisenbahntunnel der ÖBB Arlbergtunnel, Unterinntaltrasse, etc.
    • Versorgung Klinik Innsbruck
  • 7 Verkehrskanäle (VK) pro Funkzelle (IBK–Stadt 11 bzw. 15 VK)
  • Batterienotstromversorgung der Standorte >30 Stunden
  • Digitalfunkgerät in Tirol:
Organisation Gesamt  
Feuerwehr (027) 5.883 FF, BF, BtF
Rettungsdienste (067) 3.215 RK, WR, NAH, RD, KH, Bergrettung u.a.
Behörden (087) 1.556 LEL, BEL, GEL, Straßendienste, u.a.
Warn- und Alarmierungssystem (107) 1.306 Alarmumsetzer und Sirenensteuerung
SUMME 11.960  

Weiterführende Informationen für Digitalfunk Anwender:

Unter den unten angefügten Links finden sich weitere Informationen zum Digitalfunk


Bestellung von Digitalfunkgeräten

Die Bestellung von Digitalfunkgeräten kann über die Abt. Zivil- und Katastophenschutz und somit über den Rahmenvertrag der BBG (Bundesbeschaffungs GmbH) durchgeführt werden. Die Bestellungen werden alle 2 Monate jeweils zu Beginn des Monats (Februar, April, Juni, August, Oktober, Dezember) gesammelt an die BBG weitergeleitet. Organisationen bei denen die Funkgerätebestellung nicht über den Landesverband abgewickelt wird, können sich direkt an die Abt. Zivil- und Katastrophenschutz wenden. Für folgende Organisationen wird die Bestellung über den Landesverband durchgeführt: Feuerwehr, Rotes Kreuz, Bergrettung, Wasserrettung, Bergwacht.

Die Zeit vom Bestelltermin bis zur Auslieferung der Funkgeräte beträgt ca. 8 - 12 Wochen. In Einzelfällen kann diese Dauer auch überschritten werden.

Bestellung über Drittfirmen

Das Bestellen von Digitalfunkgeräten über andere Anbieter bzw. Bestellungen anderer Gerätetypen ist ebenfalls möglich. Im Digitalfunknetz dürfen jedoch nur durch das BM.I sowie die Tetron zertifizierte Endgeräte verwendet werden. (Link: Zertifizierte Digitalfunkgeräte) Vor der Bestellung von Geräten über Drittfirmen empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der Abt. Zivil- und Katastrophenschutz.