Förderung von Sportleistungszentren

Als Förderungswerber kommen Einrichtungen (Sportleistungszentren) eines anerkannten Tiroler Sportfachverbandes in einer olympischen Sportart in Betracht. Diesen längerfristigen, vereinsübergreifenden und tirolweit offenen Einrichtungen müssen entsprechende Sportstätten und gegebenenfalls Stützpunkte für die Durchführung der regelmäßigen Trainingsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Für nicht olympische Sportarten können anerkannten Tiroler Landessportfachverbänden Ausnahmen genehmigt werden.

Pro Sportart darf nur ein Sportleistungszentrum gefördert werden. Eine Förderung eines Sportleistungszentrums in Tirol schließt die Zuerkennung einer Kaderförderung aus.

Der Tiroler Landessportfachverband muss der Geschäftsstelle des Tiroler Landessportrates jährlich ein aktualisiertes Organisationsformblatt das

  • die Zielsetzung und die Dauer der geplanten Trainingsmaßnahmen,
  • die Festlegung der (Trainings-) Sportstätten und Stützpunkte in Tirol,
  • die geplanten Wettkampfbeschickungen,
  • die nominierten SportlerInnen (Kaderliste des Tiroler Sportfachverbandes) mit Angabe des Vereins,
  • die trainerbezogenen Kosten (Honorare, Entgelte, Aufwandsentschädigungen, Reisespesen, Nächtigungskosten),
  • die Kosten für Entsendungen der KadersportlerInnen zu Trainingslehrgängen und Wettkämpfen (Reisespesen, Nächtigungskosten, Nenngelder)

umfasst sowie einen Leistungsnachweis vorlegen. Als Leistungsnachweise zählen:

  • Platz 1 bis 3 bei österreichischen Nachwuchsmeisterschaften
  • Platz 1 bis 3 bei Staatsmeisterschaften in der allgemeinen Klasse
  • Herausragende internationale Erfolge (von europäischen Niveau)
  • Einberufung von Sportlerinnen und Sportlern in österreichische Auswahlmannschaften
  • Entsendung zu internationalen Wettkämpfen durch den österreichischen Verband
  • Aufnahme in österreichische Nachwuchskader in verschiedenen Altersklassen

Es dürfen nur die Erfolge der im Sportleistungszentrum trainierenden SportlerInnen aufgezählt werden. Die Erfolge werden nach internationaler Bedeutung der Sportart und der Leistungsdichte (in Österreich und weltweit) gewertet.

Allgemeine Kriterien für Sportleistungszentren

  • Als Sportleistungszentren werden nur Einrichtungen eines Tiroler Landessportfachverbandes in einer olympischen Sportart anerkannt. Für nicht olympische Sportarten können für anerkannte Tiroler Landessportfachverbänden Ausnahmen vorgesehen werden.
  • Das Sportleistungszentrum muss jährlich seine Organisationsform und seine Organisationsabläufe mittels eines von der Geschäftsstelle des Tiroler Landessportrates zur Verfügung gestellten Formulars darlegen.
  • Bei einem Sportleistungszentrum muss es sich um eine längerfristige, vereinsübergreifende und tirolweit offene Einrichtung handeln, die die systematische Erfassung und Ausbildung von Nachwuchs- und LeistungssportlerInnen zum Ziel hat.
  • Die sportliche Zielsetzung soll sich am internationalen Niveau orientieren.
  • Ein erklärter Schwerpunkt jedes Sportleistungszentrums muss die Nachwuchsarbeit in zumindest zwei Altersklassen sein.
  • Die Einberufung der SportlerInnen in das Sportleistungszentrum erfolgt über den Tiroler Landessportfachverband. Diese dürfen nur dann in das Sportleistungszentrum aufgenommen werden, wenn von ihrem Verein eine schriftliche Zustimmung vorliegt.
  • Ein Großteil der LeistungsträgerInnen des Tiroler Landessportfachverbandes muss im Sportleistungszentrum trainieren.
  • Die Aufnahmekriterien in die Kader aller Altersklassen müssen klar geregelt sein.
  • Die SportlerInnen des Sportleistungszentrums müssen sportmedizinisch betreut werden.
  • Es muss eine geeignete Sportstätte (ein Zentrum und bei Bedarf Stützpunkte) mit den entsprechenden Einrichtungen vorhanden sein. Die Koordination der Nutzung der Sportstätten übernimmt der Tiroler Landessportfachverband.
  • Ein Sportleistungszentrum muss über mindestens eine staatlich geprüfte TrainerIn verfügen.
  • Es müssen ganzjährig gemeinsame Trainingszeiten in Form regelmäßiger wöchentlicher Trainingseinheiten oder monatlicher Blockeinheiten angeboten werden.

 Spezielle Kriterien für Mannschaftssportarten

  • Ein Verein des Tiroler Landessportfachverbandes muss an der höchsten österreichischen Spielklasse teilnehmen.
  • Den Nachwuchssportlern muss die regelmäßige Sportausübung durch die Teilnahme an einer Meisterschaft auf Tiroler bzw. österreichischen Ebene möglich sein.
  • Die sportliche Orientierung muss auf die Aufnahme der SpielerInnen in die Erstligamannschaften und auf die Heranbildung von NationalspielerInnen ausgerichtet sein.

Derzeit wird vom Tiroler Landessportrat in folgenden Sportarten ein Sportleistungszentrum gefördert:
Boxen, Judo, Kunstturnen, Leichtathletik, Radsport, Rhythmische Gymnastik, Rodeln, Schwimmen, Segeln, Skisprung, Taekwondo, Tischtennis, Triathlon